function buttonhausberglimberg(){
	var elem = document.getElementById('id-mitte');
	  elem.innerHTML = 
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    '<a href="#" class="zur_uebsicht nurright" onClick="buttonarbberheimatgeschichte(); return true;">Übersicht</a>' + 
    '<h3 class="nurcencol">Kleine Schriftenreihe<br>Heimatgeschichte – Ausgabe 2005</h3>' +
    '<h2 class="h2_klschrcen">Rainer Darimont</h2>' +
    '<br>' +
    '<h2 class="kopf_schr">Die Entdeckung auf dem Limberg – Der bedeutendste Hühnerknochen von Westeuropa</h2>' +
    '<h3 class="h2_klschrcen">Die hallstattzeitlichen Kelten in der Region um Wallerfangen</h3>' +
    '<h2 class="h2_klschrcen">1.	An Stelle einer Einleitung</h2>' +
    '<p><span class="erstbugr">D</span>enken wir heute, wenn ein Mistelzweig an der Zimmerdecke hängt und unser Aberglaube uns den Schutz guter Geister empfiehlt, an die alten Kelten? Erinnern wir uns dieses Volkes, wenn wir in einer Amtsstube weilen (keltisches Lehnwort: am(bak)t(us)=Gefolgsmann; die eingeklammerten Silben haben sich im Laufe der Jahrhunderte verschleift), oder wenn wir Milchcreme (keltisches Lehnwort: crama =Rahm) in unserem Kaffee verrühren?' + 
    '<p>Wir müssten es, denn ein Teil unseres Denkens und Fühlens stammt von den Kelten. Zahlreichere Beispiele lassen sich in Bezug auf noch ältere Völker benennen. Denken wir beispielsweise, wenn uns eine schwarze Katze über den Weg läuft und unser Gefühl uns umzukehren heißt, an die alten Babylonier oder Sumerer? Denken wir an diese Völker, wenn wir auf das zwölfgeteilte Zifferblatt unserer Uhren blicken, oder wenn wir beim Blick auf den bestirnten Himmel unser Schicksal zu den Planeten in Beziehung setzen?' + 
    '<p>Manche Begriffe ragen seit Jahrtausenden aus dem Meer der anderen heraus. Sie rühren uns tatsächlich auf besondere Weise an. Sie entsprechen inneren Bildern, die sich die Menschen über Generationen weitergegeben haben. Und sie können uns auf die Dinge „hinter den Dingen“ aufmerksam machen.' +
    '<p>Bei näherer Anteilnahme an der Geschichte der Menschheit kommt der Augenblick, in dem uns tatsächlich der Atem des Ewigen anweht, weil wir die Beweise dafür sehen, dass in tausenden von Jahren menschlicher Geschichte wenig verloren ging; dass oft, was gut war, böse, was richtig war, verfälscht wurde, dass es aber weiterwirkte, auch wenn es nicht mehr in der Helligkeit unseres Bewußtseins lebte. Es ist der Augenblick eines jähen und erschreckenden Gefühls, wenn man erkennt was es heißt, ein Mensch zu sein: nämlich im Strom unzähliger Generationen gebettet zu sein, deren Denken und Fühlen wir als unverlierbares Erbe in uns tragen – meist, ohne uns der Größe dieses Erbes bewusst zu werden und ohne mit dem Gegebenen in rechter Weise umzugehen. Lehren aus der Geschichte zu ziehen, scheint Sache der Historiker zu sein, nicht Sache der Herrschenden.' +
    '<p>Dabei ist Geschichtsforschung Abenteuer des Geistes, und es gibt  nichts, was spannender wäre. Diese Aussage gilt besonders für unseren Saarabschnitt zwischen Wallerfangen und Pachten. Verfolgen wir in Gesellschaft der Archäologen diese Spuren unseres Lebens zurück bis in das Land unserer fränkischen, römischen und schließlich unserer keltischen Vorfahren, so spüren wir den Atem der Jahrtausende. Und sehen wir dann die Wirksamkeit von so vielem, was schon vor zweieinhalb Jahrtausenden wirksam war, im Bösen wie im Guten, so dürfen wir sagen, dass die Jahrtausende wie ein Tag waren.' +
    '<p>Hegt man solche Gedanken, fragt man sich: Bis in welche Urzeiten reicht dann die Geschichte der Menschen in unserer Region zurück? Was man lange Zeit als undurchdringliche Wand genommen hatte, hinter der sich nur das Dunkel der Geschichtslosigkeit befand, das zeigt sich heute als bloßer Vorhang vor noch älterem Welttheater! Und dieses Kapitel der Menschheitsgeschichte führt rückwärts bis ins Neolithikum - in die Jungsteinzeit. Beile, Hämmer, Pfeilspitzen und Klingen aus Feuerstein wurden in Flussnähe geborgen. Diese ersten europäischen Ackerbauern – heute als Bandkeramiker bezeichnet - haben im Bereich der mittleren Saar auf den lehmig sandigen Böden der Talweitung von Saarlouis, Wallerfangen und Dillingen gelebt. Sie bauten vorwiegend Getreidearten an, die heute kaum noch bekannt sind, wie Einkorn und Emmer. Aber auch Gerste sowie Linsen und Erbsen wurden in unserem Talabschnitt bereits zu einem frühen Zeitpunkt gezüchtet. Bei der Getreideernte pflückten diese Bauern jahrhundertelang nur die Ähren. So waren sie es aus der Zeit der Jäger und Sammler gewohnt.' +
    '<p class="nurcenter">*</p>'+
    '<p><span class="erstbugr">U</span>nser Blick verengt sich auf Wallerfangen, auf das erste Jahrtausend vor Christus. Wir betrachten eine Kleinregion, in der sich archäologische Funde in so unwahrscheinlicher Weise häufen, dass der Autor seine Feder hüten muss, um nicht die Superlative bereits im Vorwort zu verbrauchen. Das einzigartige Vorkommen spätbronzezeitlicher Hortfunde aus dem 9. Jahrh. v. Chr. (siehe Abb. 5) und eisenzeitliche Nachweise aus der keltischen Hallstattepoche unterstreichen diese Annahme. Gelegentlich stößt die Spatenforschung aber auch auf Einzelfunde, deren Bedeutung sich superlativisch darstellen läßt. Und darüber möchten wir hier berichten.' + 
    '<p>Es ist ein tragisches Geschick, dass über gerade dem archäologischen Fragment, das das Licht des Wissens weit in die Fachwelt hineinstrahlt, tiefes Dunkel gebreitet liegt. Und das, obwohl der Fund schon vor Jahrzehnten aufgespürt und aus der Erde des Limbergs gehoben wurde. Die meisten Menschen aus unserer Gegend haben noch nie davon gehört, und die wenigen, denen der Sachverhalt geläufig ist, betrachten ihn unter dem Blickwinkel der eher bescheidenen Quellenlage. ' +
    '<p>Mit dem vorliegenden Werk wurde der anspruchsvolle Versuch unternommen, diese spärlichen Informationen über einen der bedeutendsten Funde aus der Region erstmalig in den begrenzten Raum einer Kurzdokumentation zu fassen. Die überquellende Fülle der heimatkundlichen Daten bewegt sich dabei auf einer eher popularisierenden Ebene. Hierin unterscheidet sich der Text von den meisten anderen aus der Sparte. Der Autor, der sich dabei als feuilletonistischer Berichterstatter ausweist, verschmäht bei aller Frische seiner Darstellung jegliche Zutat gefälliger Phantasie. Er hält sich an Daten und Fakten, er gruppiert die Schilderungen aus der vorgeschichtlichen Zeit wie ein Dramatiker seine Szenen. Auf diese Weise reißt er Einblicke durch die Geschichte der Jahrtausende auf, und eine tiefschichtige Welt  tut sich auf; Wahrheiten, die den Liebhaber der europäischen Frühgeschichte ebenso ansprechen, wie den nur an der Heimatgeschichte interessierten Leser.' +
    '<p>Neben dem bereits oben angeführten, archäologischen Fragment und den hallstattzeitlichen Kelten ist der Autor noch einem dritten Thema mit einer gewissen Ehrfurcht zugetan:' +
    '<p>Sowie man den Fuß in die Flussebene von Wallerfangen setzt, ist man beim Anblick eines aus der Talaue sich erhebenden  Höhenplateaus erstaunt. Über der sanft sich windenden Saar ragt ein bewaldeter Berg empor, hoch und steil (Abb. 1). Steht man weiter südwestlich und blickt zu der Erhöhung empor, so empfängt man einen jener unauslöschlichen Landschafts-eindrücke, die zu erklären der Verstand alleine nicht ausreicht.' +  
    '<p>Auf der Spitze des Bergmassivs erhebt sich eine Kapelle. Hier, wo einst eine grob hölzerne Eremitage, die Lager der Vauban‘schen Steinbrecher, ein mächtiges Kloster und wohl auch die Behausungen der alten Kelten gestanden, ist jetzt eine flache Wiese und es summen die Bienen gierig im Gras  - so, als schmecke ihnen die wilde, reine Süßigkeit der hier oben wachsenden Blumen besser als der dickere Seim der Blüten im Tal.' + 
    '<p>Trotz der Ruhe und dem Frieden aber, der diesen Teil des Berges so merkwürdig umgibt, ist es für ein Auge, das unter die Oberfläche der Dinge zu schauen vermag, doch klar ersichtlich: Gerade hier haben die rastlosen Kräfte der Veränderung ihr gewohntes Werk getan. Vielleicht ein wenig stiller und ohne die Sucht, in tiefen Rissen, Zwischenräumen und verwitterten Umrissen allzu deutlich sichtbar zu werden. Klosterplatz, Zisternen, Steinbrüche, Erzgruben  und mächtige Keltenwälle – unter dem fruchtbaren Erdreich des Berges muss es förmlich sieden von all dem menschlichen Formenleben aus alter Zeit.' + 
    '<p>Wie überall auf diesem Berg schmolz ein Ding sanft ins andere über. Nur auf dem vorderen Teil des Massivs ist dieser Vorgang festgehalten und gleichsam gefroren, und darum sichtbar für den, der sich die Mühe macht, genauer hinzusehen.' +
    '<a href="#" class="top_oben nurright">&nbsp;</a>' +
    '<br>' +
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    '<h2 class="h2_klschrcen">2. Historischer Einstieg ins Thema</h2>' + 
    '<p><span class="erstbugr">F</span>ür eine Darstellung der Geschichte der Kelten in unserer Region liegen die Verhältnisse besonders günstig. Es rollt sich das Leben eines geheimnisvollen Kulturvolkes durch acht Jahrhunderte klar vor unseren  Augen ab: Von den Anfängen ihrer Zivilisation um 800 vor Christus, über die geschichtlichen Zeitepochen Hallstatt (800-480v.Chr.) und LaTène (480-20 v.Chr.), bis zum Verlust der Selbständigkeit durch Cäsar, und schließlich bis zum Verebben des Stromes ihrer nationalen Kraft.' +
    '<p>Es sind selten glückliche Umstände, die uns die Einsicht in das Werden und Festigen der keltischen Kultur in der Region um Wallerfangen ermöglichen: der Boden auf dem Limberg und die Niederterrassen vor Wallerfangen haben uns eine Anzahl von Zeugnissen aus dem Zeitabschnitt der späten Hallstatt-Kultur bewahrt. Die betreffen nicht nur die zeitliche Zuordnung ihrer längst vergangenen Besitzer. Sie lassen uns weit mehr in das soziale und private Leben der Kelten dieser Zeit hineinblicken, als dies je an einer anderen Stelle im Saarland der Fall ist.' + 
    '<p>Zusammen mit der hallstattzeitlichen Burg auf dem Limberg bildet das Ringgrab der Goldfürstin von Wallerfangen zu Füßen des Berges ein Ensemble, das ein frühes Zentrum einer lokalen Adels- und Kriegerkaste der Kelten in unserem Saarabschnitt erkennen lässt. Nicht weniger herausragend ist der Fund eines signifikanten Knochenfragments, der die kulturhistorische Bedeutung der Kelten in dieser Zeitepoche maßgeblich unterstreicht. Wo liegen die Ursachen, die in der jüngeren Hallstattzeit (ca. 620-480 v.Chr.) hier ein Macht- und Reichtumszentrum der Kelten entstehen ließen?' + 
    '<p>Handel und Krieg sind die Triebkräfte des Verkehrs – in der kleinen Welt des Altertums genauso friedlich und räuberisch zugleich wie in unserer heutigen großen. Von zahlreichen Forschern ist auf die geostrategische Lage frühkeltischer Burganlagen hingewiesen worden. Es geht um Stellen, wo Waren vom Wasser- auf den Landweg und vom Land auf das Wasser umgeladen wurden. Neuralgische Kreuzungspunkte des damaligen Fernstraßennetzes ermöglichten schließlich auch in frührömischer Zeit unterhalb des Limbergs ein Handels- und Gewerbestädtchen, einen sogenannten „Vicus“ mit Namen „Contiomagus“, der in spätrömischer Zeit, als Germanengefahr drohte, eilends mit einem Kastell befestigt wurde. Aufgrund dieser strategischen Vorzugslage trat auch Pachten aus dem Dunkel der Geschichte.' + 
    '<p>Machtzentrum der Kelten mit der Burg auf dem Limberg und dem Fürstinnengrab in Papens Park – das ist für die Fachgelehrten eine griffige Formel. Es verbleibt die schwierige Aufgabe, die Zusammenhänge aufzuzeigen. Der Fülle des historischen Materials stand die redaktionelle Enge dieses Aufsatzes gegenüber. Es wurde daher vermieden, alles Für und Wider ausführlich zu erläutern. Für die Zwecke des Artikels genügt es, die Linien über die festen Punkte zu führen und eine vereinfachte Beschreibung darzulegen. ' +
    '<a href="#" class="top_oben nurright">&nbsp;</a>' +
    '<br>' +
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    '<h2 class="h2_klschrcen">3. Geschichtliche Impressionen: Von Hühnern und Menschen</h2>' + 
    '<p><span class="erstbugr">Ü</span>ber das uralte Zusammenleben von Menschen und Hühnern gäbe es mancherlei zu erzählen. Bei den Römern beispielsweise waren sie schon mal heilige Orakeltiere, und Sueton berichtet, wie ein römischer Marinegeneral die Gefiederten, als sie die Körner zum günstigen oder ungünstigen Vorzeichen für den Ausgang einer Schlacht verschmähten, kurzerhand über Bord warf mit der grimmigen Bemerkung, wenn sie schon nicht fressen wollten, sollten sie wenigstens saufen. 400 Jahre ist es her, als der gute Franzosenkönig Henri IV seinen Untertanen für den Sonntag das sprichwörtliche Huhn im Topfe versprach; und vor einem Jahrhundert hat Wilhelm Busch die wilhelminische Welt durch Max und Moritz mit den Tücken der Hühnerhaltung bekannt gemacht. So ließen sich die Indizien dafür, daß dem Huhn schon immer ein geschichtsträchtiger Platz an der Seite des Menschen beschieden war, noch beliebig fortsetzen.' +
    '<p>Zurück in unsere Gegend. Die Region um Wallerfangen und Dillingen ist ein uralter Kulturraum, voller Rätsel, die wir mit dem uns verfügbaren Wissen zum großen Teil gelöst haben. Dennoch gibt es vereinzelte, geheimnisvolle Flecken, die auch heute noch Verblüffendes aus längst vergangenen Zeiten preisgeben. Erstaunlich ist der Hühnerfund in unserer Nachbarschaft, auf den ein bedeutender Paläozoologe gestoßen ist. Der Tierfund aus grauer Vorzeit ist bei der Bevölkerung weithin kaum bekannt. Von der Wissenschaft indes wird er als ein Objekt der Kulturgeschichte unseres Landes gewürdigt.' +
    '<br><br>' +
    '<a style="float:left;" class="gallerie-start" href="./bilder/heimatgeschichte/limberg_hausberg/abb_1.jpg"><img src="./bilder/heimatgeschichte/limberg_hausberg/abb_1.jpg" alt="Abbildung 1" height="192" width="278"  border="1"></a>' +
    '<p class="nurfett">Abb. 1: Der Limberg, das Wahrzeichen Wallerfangens ' +
    '<p class="untertitelfet_l">Über Kleinasien gelangten die Haushühner frühestens im 8. Jh.v.Chr. in das antike Griechenland. Die griechische und phönikische Kolonisation brachte sie dann in den westlichen Mittelmeerraum, also in unsere Nähe. Aus den Nebeln der Geschichte traten hier ab dem 7. Jh. v. Chr. die ersten Kolonien und Ansiedlungen von Griechen, Phöni-kern, Italikern und Etruskern hervor. Die Chronologie dieser Kulturen ist ein mühseliges Puzzle und für unser Haushuhn nur von folgendem Interesse: Diese Völker betrieben mit unseren keltischen Vorfahren regen Warenaustausch. In Anbetracht der engen Verbindungen mit den Handelsposten am Mittelmeer ist es als gesichert anzunehmen, dass die Einführung des Haushuhns bei den Kelten in Mitteleuropa frühestens ab dieser Zeit, dem 7. Jh. v. Chr., geschah.</p>' + 
    '<p>Sicherlich waren Sie schon einmal auf dem Limberg. Wuchtig, abgelegen und manchmal sogar bedrohlich wirkt sein Hochplateau auf den unbefangenen Betrachter. Für Fachleute gilt das Massiv als eine bemerkenswerte Landmarke, deren Silhouette unsere Frühgeschichte heraufbeschwört. Seine vorgeschichtliche Befestigungsanlage ist schlichtweg maßgebend bei der Erforschung unserer keltischen Vorfahren. Doch die Erde des Limbergs umschloss noch ein weiteres Geheimnis. Ungestört schlummerte hier ein Fragment im Dunkel des Vergessens. Es entstammt einer Zeit vor etwa 2.600 Jahren und ist für uns heute ein einzigartiger Fund.' +
    '<p>Nur wenn wir noch weiter zurückblicken in die Zeit, können wir verstehen und begreifen, welche Wirkung und Bedeutung diese Entdeckung auf die Geschichte unserer Region ausübt:  ' +
    '<p>Von den Dschungeln Vorderindiens, wo sie vor 5.000 Jahren mit Pfau und Tiger lebten, war es für die ersten, wilden Bankivahühner ein weiter Weg über die Akropolis von Athen bis zu den schnauzbärtigen Vorfahren von Asterix und Obelix auf dem Limberg.' +
    '<p>Hühner gehören zu den jüngeren Haustieren überhaupt. Ihre Domestikation ist bereits in den frühen Kulturen Südostasiens ab dem 3. Jahrtausend v.Chr. belegt. Während der Hochkulturen in Ägypten, Persien und Griechenland war das Haushuhn noch keineswegs Allgemeingut. Die Ausbreitung des Federviehs erfolgte sehr zögerlich, und zwar von Osten nach Westen. Seine anfängliche Haltung, sofern von den jeweiligen Untertanen überhaupt wahrgenommen, beschränkte sich auf die Mächtigen, Reichen und Gebildeten. Als erster Hinweis dafür gelten die Annalen des Pharao Thutmosis III. (1480-1447 v.Chr.). König und Huhn werden hier auf einen wechselseitigen Honoratiorenstatus gebracht. Es ist von Vögeln die Rede, „die täglich gebären“, also jeden Tag ein Ei legen. Wie aus den Annalen hervorgeht, waren jene Haushühner ausgesprochen selten und kostbar; so sehr, dass sie als Tribut und Geschenk eines nordöstlichen Landes dem Pharao überreicht wurden. Man vermutet, dass die Hühnerhaltung erst 525-332 v. Chr. endgültig Eingang in die bäuerliche Wirtschaft Ägyptens gefunden hat.' +
    '<p>Über Kleinasien gelangten die Haushühner frühestens im 8. Jh.v.Chr. in das antike Griechenland. Die griechische und phönikische Kolonisation brachte sie dann in den westlichen Mittelmeerraum, also in unsere Nähe. Aus den Nebeln der Geschichte traten hier ab dem 7. Jh.v.Chr. die ersten Kolonien und Ansiedlungen von Griechen, Phönikern, Italikern und Etruskern hervor. Die Chronologie dieser Kulturen ist ein mühseliges Puzzle und für unser Haushuhn nur von folgendem Interesse: Diese Völker betrieben mit unseren keltischen Vorfahren regen Warenaustausch. In Anbetracht der engen Verbindungen mit den Handelsposten am Mittelmeer ist es als gesichert anzunehmen, dass die Einführung des Haushuhns bei den Kelten in Mitteleuropa frühestens ab dieser Zeit, dem 7.Jh.v.Chr., geschah.' +
    '<p>Die phönikische Kolonisation – und hier beginnt unsere eigentliche Geschichte – brachte „Gallus domesticus“ im 8. bis 7. Jh.v.Chr. in den europäischen Westen – genauer gesagt auf die Iberische Halbinsel. Funde in den meernahen Provinzen Granada und Sevilla sind die ältesten, wenn auch am südlichsten gelegenen Zeugnisse des Haushuhns im westlichen Europa. Richtet man den Blick nach Mitteleuropa, so stammen die ersten Funde des wertvollen Federviehs aus der frühkeltischen Hallstatt-Zeit.' +
    '<p>Diese nördlicher gelegenen, ältesten Zeugnisse aus Mitteleuropa sind drei Fundorte von Hühnerknochen, die der Wissenschaft heute bekannt sind: die in Baden-Württemberg an der oberen Donau gelegene Heuneburg, bedeutendster Standort einer keltischen Adels- und Kriegerhierarchie auf deutschem Boden, die Kulthöhlen im Kyffhäusergebirge und schließlich ein Fund in Wallerfangen! Man kann alle drei Fundorte, die bedeutende Heuneburg, die geheimnisvollen Kyffhäuserhöhlen und unser weniger bekanntes Wallerfangen in einem Atemzug als frühe Zentren keltischer Zivilisation führen.' +
    '<p>Fassen wir es noch einmal mit der Fragestellung zusammen: Tauchten in Mitteleuropa je ältere Hühnerfunde auf als jene von Wallerfangen, von der Heuneburg  und den Kyffhäuserhöhlen? Ganz nüchtern darf man feststellen, dass von Ostspanien bis Russland und von den Alpen bis nach England und Skandinavien die Hühnerknochen aus dem Saarland, aus Baden-Württemberg und der Alpenregion die ersten und ältesten sind, die je ausgegraben wurden. Die Funde in der keltischen Heuneburg und in den Höhlen des Kyffhäusergebirges sind für den Gegenstand dieser Dokumentation von geringerem Interesse. Die historische Wertigkeit der drei Fundorte definiert sich einzig nach ihren zeitlichen und geographischen Koordinaten, das heißt, je nördlicher ein Hühnerknochenfund in so früher Zeit nachgewiesen wird, um so größer ist seine historische Bedeutung.' +
    '<a href="#" class="top_oben nurright">&nbsp;</a>' +
    '<br>' +
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    '<h2 class="h2_klschrcen">4. Die Kelten der Westhallstatt-Zeit</h2>' + 
    '<p><span class="erstbugr">W</span>as wissen wir eigentlich über die Kelten? Das heutige Saarland als ein Kernland der nachmaligen römischen Provinz „Belgica Prima“ zeigt eine auffällige Dichte von 22 keltischen Fürstengräbern. Es verfügt damit über etwa ein Fünftel aller bekannten frühkeltischen Adelsgräber überhaupt. Die bei uns gefundenen Grabbeigaben zieren heute Sammlungen in Moskau, Berlin, Köln, Trier und Saarbrücken. Also müssen unsere Vorfahren kulturhistorisch eine große Bedeutung gehabt haben. Der nachfolgende Sachverhalt rückt nun erstmals einen weiteren Höhepunkt unserer Landesgeschichte ins Blickfeld. Der merkwürdige Hühnerknochen von Wallerfangen zog bisher manchen Wissenschaftler in seinen Bann. Folgen Sie mir in das 7. bis 6. Jh. vor Chr. Geburt. Unser Interesse konzentriert sich auf frühkeltische Barbaren in der Tiefe Mitteleuropas, genauer gesagt auf einen Fluss, den die Römer später als „Saravus“ überlieferten. Was hat unsere Gegend mit den für diese Zeitepoche so seltenen Hühnerfunden zu tun? Dieser kleine bedeutungsvolle Fund aus Wallerfangen soll zunächst im größeren frühgeschichtlichen Rahmen gedeutet werden. Schauen Sie also auf die erwähnte Zeitepoche.' +
    '<p>Die bislang in Mitteleuropa herrschende bronzezeitliche Urnenfelderkultur (1300-800 v.Chr.) ist gerade von der Hallstatt-Kultur (800-480 v.Chr.) verdrängt worden. Die für die Frühkelten charakteristischen Merkmale traten etwa um 800-750 v. Chr. hervor. Eine wichtige Siedlung der Frühzeit lag nahe Hallstatt in Oberösterreich und gab der ungewöhnlichen Kultur ihren Namen. Ganz in der Nähe befand sich ein reiches Salzlager, das den Wohlstand der jungen Gemeinschaft begründete. Keltische Bergleute legten dort bis zu 300 Meter tiefe Schächte an, um das wertvolle Salz zu gewinnen. Auch durch das Salz sind die Kelten groß geworden.' +
    '<p>Der Schlüssel zu der frühkeltischen Kultur war jedoch das Eisen, ein für Westeuropa neues Metall, das als revolutionierende Neuerung aus dem Vorderen Orient im 9. Jh. v. Chr. Mitteleuropa erreichte. Ganz sicher ist, dass mit den Kenntnissen und Fähigkeiten der Eisenschmiede jener Zeit umwälzende Veränderungen in allen Lebensbereichen der Kelten und anderer Volksgruppen in Mitteleuropa einhergingen. Die Hallstatt-Kelten bauten das Erz ab und formten es in vielfältiger Weise. Eisen war leichter zu finden als Kupfer und Zinn, die für Bronze benötigt wurden. Die Kelten hämmerten daraus Pflugscharen, Pferdegeschirre und über einen Meter lange Schwerter, wie sie von ihren Adligen bevorzugt wurden. Daneben schmiedeten sie eiserne Reifen für vierrädrige Wagen. Nach dem Zeugnis antiker Chronisten benutzten sie später im Krieg auch zweirädrige Wagen.' + 
    '<p>Um 500 v. Chr. – etwa zu der Zeit, als die Römer ihren etruskischen König vertrieben – sollten die Hallstatt-Kelten bereits einen breiten Gebietsstreifen besiedelt haben, der sich von der heutigen Tschechoslowakei im Osten über die Schweiz und Süddeutschland bis nach Spanien, Frankreich und in Teile Britanniens erstreckt und bald bis nach Irland reichte. Da alle Kelten eine ähnliche Religion und Weltanschauung besaßen, hätte aus ihnen, unter der entsprechenden Führung, eine riesige Nation werden können. Sie scheinen sich jedoch nie, weder in der Hallstatt-Periode, noch in der nachfolgenden La-Tène-Epoche (480 v.Chr. bis 20 v. Christus/51 v. Christus: Alesia/Vercingetorix/Cäsar), als ein einziges Volk betrachtet zu haben. Ein weiteres Charakteristikum – die Neigung der Stämme, untereinander ebenso heftig Krieg zu führen wie gegen fremde Völker – bestimmte weitgehend die Anlage keltischer Siedlungen. In der Hallstatt-Periode waren diese Plätze ländlich und lagen gewöhnlich auf den Niederterrassen und dort, wo man gut Ackerbau treiben konnte; die Reichen und Mächtigen bauten ihre Häuser hingegen auf Bergspitzen oder Hochebenen, wo sie gut zu verteidigen waren. Der Leser kann sich solche Anlagen wie folgt vorstellen: Bauernhöfe und andere Ansiedlungen drängten sich um einen kleinen, mit Mauern umgebenen Verteidigungskern, der später zur Fluchtburg erweitert wurde. Die war von einem tiefen Graben umgeben sowie mit Stein- und Erdwällen, die mit Balken verstärkt waren. Dieser Ring enthielt die einfachen Holzhäuser des Stammesführers und anderer wichtiger Mitglieder der Gemeinschaft. Bei Überfällen benachbarter Stämme boten diese Fluchtburgen auch Schutz für die außerhalb der Mauern lebenden Bauern und Händler.' +
    '<p>Obschon mit der Eisenverarbeitung in Europa entstanden, war die frühkeltische Hallstattkultur keineswegs industriell geprägt wie die nachfolgende La-Tène-Epoche der jüngeren Kelten. Die Wirtschaftsordnung der Westhallstatt-Kultur definierte sich zuallererst über ihre agrarische Produktion. Diese bildete mit Ländereien und Herden die wichtigste Basis für persönlichen Reichtum, doch boten auch industrielles wie händlerisches Unternehmertum bedeutende Wohlstandschancen. Gewiß trugen die Kontrolle über Rohstoffe und deren Verwertung das ihre dazu bei. Die Hallstatt-Kelten galten als Barbaren, leicht erregbar und kriegsbesessen. Wer über viel hochwertiges Eisen verfügte, konnte viele scharfe Schwerter schwingen lassen und mit großem Erfolg Handel treiben. Nicht zu unterschätzen sind deshalb die Profite, die sich aus der Beherrschung des Handels und der Fernhandelswege (siehe nächstes Kapitel) ergaben. Aus dem Handel mit benachbarten Stämmen und dem Mittelmeerraum häuften die frühen Kelten überschüssigen und beträchtlichen Reichtum an, den sie in immer stärkere Festungsbauten und immer imposantere Gräber ihrer Herrscher investierten. Über diesen Bestattungsplätzen errichteten die keltischen Volksgruppen nicht selten mächtige Erdhügel, um sich darin nach ihrem eigenen Tod wieder um ihre Eliten zu sammeln. Außerdem waren die Kelten schon in der Hallstattzeit Meister des Bergbaus und der bereits erwähnten Metallverarbeitung. All diese Neuerungen charakterisieren den sogenannten keltischen Westhallstattkreis, der von Böhmen im Osten über den Raum zwischen Nordwestalpenrand und Mittelgebirgsschwelle bis nach Ostfrankreich reichte.' +
    '<p>Sehr schwer lässt sich indes die Frage beantworten, welche Personen diese Chancen nutzen konnten. Nach dem Prähistoriker Rudolf Echt kann die Gesellschaftsordnung der Westhallstattkultur anhand von Grab- und Siedlungsfunden nur recht grob gezeichnet werden. „Funde und Befunde lassen eine kleine Schicht Bevorrechtigter erkennen. Auf den befestigten Höhen führte diese >High Society< ein Leben voller exotischer Genüsse. Die Schönen und Reichen schlürften den Wein, der in Amphoren aus Marseille oder Italien für sie eingeführt wurde, sie schmausten Feigen und andere Delikatessen aus fernen Ländern. Bunte Gewänder aus Leinen, Schafswolle und Dachshaar kleideten ihre Leiber, und obendrein prunkten sie in reichem Goldschmuck.“(Nr.1, S.14). Gleichwohl schufen ihre Künstler einen einzigartigen Kunststil und besaßen bereits einen ausgeprägten Jenseitsglauben mit Totenkult. Die Brandbestattung der vorangegangenen Urnenfelderzeit in einem eingetieften Grab war durch die Körperbestattung unter einem Grabhügel abgelöst worden.' +
    '<br><br>' +
    '<a style="float:left;" class="gallerie-start" href="./bilder/heimatgeschichte/limberg_hausberg/abb_2.jpg"><img src="./bilder/heimatgeschichte/limberg_hausberg/abb_2.jpg" alt="Abbildung 2" height="198" width="278"  border="1"></a>' +
    '<p class="nurfett">Abb. 2 Karte nach R. Seyler.' +
    '<p class="untertitelfet_l">Die Hallstattburg auf dem Limberg mit den Abschnittswällen I (150 m lang, Friedhof Oberlimberg), II und III befand sich in nahezu uneinnehmbarer Lage mit umfassender Sicht auf das Saartal sowie die Täler der Nied und der Prims. Von hier war man imstande, die Saarübergänge dort zu kontrollieren, wo sich uralte Völkerstraßen in nordsüdlicher und westöstlicher Richtung und der Schifffahrtsweg kreuzten. Der Rand des Limbergplateaus war in seiner vollen Länge unbefestigt, da die steilen Berghänge an jeder Stelle genügend Schutz boten. Die Bergnase in der Nähe von Wall III und der Kapelle scheint aufgrund der dort gefundenen Scherben und Tierknochen sowie einer sprudelnden Wasserquelle am ehesten für eine Besiedlung geeignet. Durch die neuzeitliche 2 m hohe Verschanzung um die Zisterne ("grüner See") wurde der größte der drei Abschnittswälle auf dem Limberg fast gänzlich zerstört. Dieser kaum mehr sichtbare Wall III verlief von Steilhang zu Steilhang und erfuhr nach einer hallstattzeitlichen Brandzerstörung eine enorme Vergrößerung von ca. 1,6 m auf 21 m Breite in "Murus-duplex-Technik", d.h. in einem mit Lehm und Steinen verstärkten, nicht vernagelten Holzgerüstbaus. 300 m westlich wurde der Bergrücken durch den weniger mächtigen, 230 m langen Wall II von 15 m Breite und 3 m Höhe, ebenfalls in "Murus-duplex-Technik", gesichert. Der davor liegende Graben war 2 m tief und 20 m breit. Eine Senke und ein Teil der Böschung, auf dem die Mauer stand, waren natürlichen Urspruchs und bestimmten die geographisch hervorragende Lage von Wall II. Als das Holzgerippe von Wall II später abgebrannt war, zerfiel die Fachwerkmauer zu dem immer noch eindrucksvollen Wall (Abb.3), wie er sich heute dem erstaunten Betrachter zeigt.</p>' +
    '<a href="#" class="top_oben nurright">&nbsp;</a>' +
    '<br>' +
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    '<h2 class="h2_klschrcen">5. Die Entdeckung in Papens Weiher – Die hallstattzeitlichen Kelten auf dem Limberg</h2>' + 
    '<p><span class="erstbugr">E</span>s war das große Verdienst des ehemaligen Landeskonservators des Saarlandes Reinhard Schindler (1959-1965), dass er gegen Ende seiner Amtszeit die Notwendigkeit einer Erforschung der damals noch unberührten Burg der Hallstatt-Kelten auf dem Limberg erkannte.' + 
    '<p>Damit wir erkennen, welcher Art die Örtlichkeit (Abb. 1) war, in deren Boden Reinhard Schindler die Versuchsgrabungen begann, lassen wir ihn die Beschreibung selber geben: “Unter den vorgeschichtlichen Ringwällen und Abschnittsburgen des Saarlandes verfügt keine über eine so markante und einprägsame Lage wie der Limberg. Am linken Ufer der Saar gegenüber der Einmündung der Prims gelegen, beherrscht dieses 150 m steil aus der Talaue aufsteigende Bergplateau drei seit alter Zeit wichtige Verkehrsstraßen: den Schifffahrtsweg der Saar und die beiden sich hier kreuzenden Landstraßen von Saarbrücken nach Trier und von Mainz nach Metz.“ (Nr.1, S.23)' +
    '<br><br>' +
    '<a style="float:left;" class="gallerie-start" href="./bilder/heimatgeschichte/limberg_hausberg/abb_3.jpg"><img src="./bilder/heimatgeschichte/limberg_hausberg/abb_3.jpg" alt="Abbildung 3" height="300" width="231"  border="1"></a>' +
    '<p class="nurfett">Abb. 3: Der mächtige Wall II</p>' + 
    '<p class="untertitelfet_l">Der mächtige Wall II, der aus Erde und Steinen besteht, ist als Überrest der einstigen "Fachwerkkonstruktion" anzusehen. Aus Stämmen und Astwerk errichteten die Kelten ein Gerippe, das mit Steinen und dem beim Grabenbau gewonnenen Erdreich ausgefüllt wurde. Der Eingang zur Befestigung lag nicht dort, wo der Waldweg heute den Wall durchschneidet, sondern am Südende des Walls, wo ein Weg (grüner Weg) 6-8 m unterhalb des Plateaus entlang des Berges führt. Die von den Kelten entwickelte "Murus-duplex"-Mauer war kriegstechnisch raffiniert und in ihrem Konzept so nachhaltig, dass sich 22 Jh. später Vauban dieses Erbes bediente: Der angreifende Feind wurde von einem breiten tiefen Graben und der mächtigen glatten Mauer mit einer Krone von bis zu 3 m Breite aufgehalten. An der Rückseite der Verteidigungsmauer befand sich in den meisten Fällen eine Erdrampe. Diese war entlang der "Murus-duplex"-Konstruktion als schiefe Ebene aufgeschüttet. Über diesen Zugang konnten die Bewohner der Burg die Mauerkrone an jeder beliebigen Stelle blitzschnell erreichen. Die Verteidiger waren somit in die Lage versetzt, ihre Kräfte ohne großen Aufwand dort zu bündeln, wo gerade ein Angriff erfolgte. Auch schweres Kriegsgerät konnte über die Rampe flexibel und punktgenau gegen den Angreifer eingesetzt werden. Die schiefe Ebene zum Verteidigungskern hin bot ein optimales strategisches Defensivinstrument für frühgeschichtliche Volksgemeinschaften, die ihre Auseinandersetzungen mit überraschend kleinen Gruppen von Akteuren auszufechten gezwungen waren.</p>' + 
    '<p>In zwei Grabungsperioden sondierte Schindler die drei mächtigen, oberirdisch deutlich sichtbaren Wälle der Anlage. Die Wälle 3 und 2 schützten das zungenförmige Bergmassiv des Limbergs zur Gauplatte hin, und der Wall 1, unmittelbar hinter dem Friedhof zwischen Oberlimberg und Gisingen gelegen, riegelte den Limberg genau an seiner schmalen Landbrücke zum Gauplateau ab. Die Wissenschaftler gingen in den Jahren 1964 und 1965 an die Arbeit und trieben Schnitte durch die Wälle, um nachzusehen, was die Erhebungen wohl enthielten. Während der Schnitt durch den Wall 1 ohne verwertbare Befunde blieb, fanden sich in Wall 2 (Abb. 3) eindeutige Mauerreste. Es lag also nichts näher, auch im Wall 3, der kleinsten Fläche, weiterzuforschen. Bei der Untersuchung im „Bauch“ von Wall 3 geschah das Erhoffte: man stieß auf Anzeichen einer Brandkatastrophe und sichtete eindeutige Zeugnisse, die einen Wiederaufbau dokumentierten. Dann wurden die Ausgräber endlich fündig: Sie fanden die für die Datierung der Anlage unschätzbar wertvollen Tongefäßscherben. Darüber hinaus lieferten natürlich auch die Bauweise von Wall 2 und 3 Anhaltspunkte für die Datierung (siehe Bildunterschrift Abb. 2 und Abb. 3).' +
    '<p>Der Wall 3 (Abb. 2) enthielt die Überreste von mindestens zwei, vielleicht drei eingestürzten Festungsmauern. Die Scherben zu der älteren Mauer stammten aus der älteren Hallstattzeit (ca. 760 – 620 v. Chr.) und die Trümmer der später errichteten Mauern enthielten Tonmaterial aus der jüngeren Hallstattzeit (ca. 620 – 480 v. Chr.) Das Alter der Befestigung war damit bestimmt, und die kulturhistorische Umgebungssituation kann seither genauer betrachtet werden. Nach dem heutigen Wissensstand zeigt sie uns einen recht detaillierten Fundus an Informationen, der trotz der frühen Zeitepoche bereits Einblicke in das Leben jener Menschen möglich macht, jener Herrscher vor allem, von denen die Historiker so Prunkvolles zu berichten wissen. ' +
    '<p>Die große Bedeutung der vorgeschichtlichen Burganlage auf dem Bergmassiv des Limbergs läßt sich durch eine weitere, wenn auch 150 Jahre jüngere archäologische Fundstelle aus der Nachbarschaft hervorheben. Aus „Papens Weiher“ stammt die reiche Schmuckausstattung einer Frau, die als „Goldfürstin von Wallerfangen“ in die Frühgeschichte des Saarlandes eingegangen ist. Das Fürstinnengrab stammt aus der jüngeren Hallstattzeit zwischen schätzungsweise 520 – 480 v. Chr. Nach R. Echt muss man annehmen, dass die Burg auf dem Limberg schon über ein Jahrhundert besiedelt war, ehe man die Fürstin in die Erde zu Füßen des Limbergs platzierte. Die Dame war eindeutig eine herausragende Person. Rudolf Echt schreibt: „Ihr goldener Ringschmuck hebt sie weit über die Masse der späthallstattzeitlichen Bestattungen hinaus. Gräber mit goldenen Hals- und Armringen gibt es im gesamten Gebiet der westlichen Hallstattkultur etwa 30 – gegenüber Tausenden von Gräbern ohne solchen Goldschmuck“ (Nr.1, S.27).' +   
    '<p>Das Fürstinnengrab hat das Schicksal so mancher wichtiger Begräbnisstätte aus der Eisenzeit erlitten: Durch moderne Überbauung sind die archäologischen Zeugnisse zu einem Teil zerstört oder zumindest einer sorgfältigen wissenschaftlichen Dokumentation den heutigen modernen Ausgräbern entzogen worden. Adolphe de Galhau (1814-1889) und Eugen Boch (1809-98) waren es, die schon 1854 das hallstattzeitliche Fürstinnengrab aus dem 6. Jh. n. Chr. entdeckten und die Fundumstände dokumentierten. Den Goldschatz selbst brachten Arbeiter bei Aushubarbeiten des Weihers im neu angelegten Englischen Garten zu Tage, und jäh war damit das prominente Frauengrab aus dem Dunkel der Zeit gehoben. In Ergänzung fand im Jahre 1964 der Wallerfanger Ernst Nicola etwa 300 m südöstlich des Englischen Gartens („Unterste Flur“) weiteren Schmuck aus derselben Zeit. ' +
    '<p>Diese Gräber in der Rodener Straße 18 und 28 weisen gemeinsam mit der späthallstattzeitlichen Grabhügelgruppe im Papen’schen Park (Fürstinnengrab) auf eine Bestattungszone am Fuße des Limbergs hin, die, hinsichtlich ihrer Tallage, der Auffindungssituation in den übrigen frühkeltischen Machtzentren entspricht. Gerade das in 1,30 m Tiefe angetroffene Grab der Fürstin von Wallerfangen belegt mit den einfach ausgestatteten Gräbern in der Nachbarschaft eine deutlich strukturierte Gesellschaft mit Ober- und Unterschicht.' +
    '<br><br>' +
    '<a style="float:left;" class="gallerie-start" href="./bilder/heimatgeschichte/limberg_hausberg/abb_4.jpg"><img src="./bilder/heimatgeschichte/limberg_hausberg/abb_4.jpg" alt="Abbildung 4" height="245" width="278"  border="1"></a>' +
    '<p class="nurfett">Abb. 4: Papen’sche Weiher' + 
    '<p class="untertitelfet_l">Das Fürstinnengrab. Etwa 1,1 km südwestlich des Limbergs stieß man 1854 bei der Anlage des Englischen Gartens von Wallerfangen (Park v. Papen) in 1,25-1,60 m Tiefe auf zahlreiche hallstatt- und ganz wenige frühlatenezeitliche Grabfunde aus Bronze und Gold. Zusammen mit den 400 m südwestlich gelegenen Grabhügeln in der Rodenerstraße und der Grabhügelgruppe mit dem Fürstinnengrab, das bei Ausschachtungsarbeiten des Parkweihers geborgen wurde, muß von einer Bestattungszone am Fuße des Limbergs ausgegangen werden. Diese entspricht hinsichtlich ihrer Tallage und der in unmittelbarer Nähe angelegten Höhenburg der Bestattungssituation aller übrigen hallstattzeitlichen Macht- und Reichtumszentren. Besonders das in einer Tiefe von 1.30 m aufgefundene Grab der Fürstin von Wallerfangen mit reichem Goldschmuck belegt mit den einfach ausgestatteten Gräbern in unmittelbarer Umgebung in Park u. Rodenerstraße eine deutliche Gliederung des damaligen Gemeinwesens in Spitzenhierarchie, Ober- und Unterschicht.<br><br>Anm.: Der Englische Garten von Wallerfangen ist von Adolphe de Galhau ab den 1850er Jahren angelegt worden. Die Planung lag in den Händen eines Landschaftsarchitekten namens "Seitz", der zusammen mit "von Sckell" den berühmten Englischen Garten in München geschaffen hatte. Sein endgültiges Aussehen erhielt der Park erst ab 1864, als die Neubauten des Galhau`schen Schlosses rechts hinter dem mächtigen schmiedeeisernen Eingangstor an der Hauptstraße weitgehend fertig gestellt waren. Während das Schlösschen (siehe Abb. 4) in Form einer barocken Dreiflügelanlage 1944 durch Kriegseinwirkung in Flammen aufging, blieb der Englische Garten bis zum heutigen Tage im bestem Zustand erhalten. Der 1889 verstorbene kinderlose Adolphe de Galhau hinterließ den Besitz seinem Neffen Rene von Boch. 1905 heiratete dessen Tochter Martha den aus Westfalen stammenden Franz v. Papen. Rene von Boch-Galhau übertrug dem Paar das Anwesen, das heute noch den Namen des Reichspolitikers führt.</p>' +
    '<p>Zusammen mit diesem Fürstinnengrab bildet die nur wenige Generationen ältere Hallstattburg auf dem Limberg ein Macht- und Reichtumszentrum, wie es als typisch für einen hallstattzeitlichen Fürstensitz in der Literatur geschildert wird. Europäische Forscher definieren die Lage von hallstattzeitlichen Zentren mit einer Übereinstimmung standorttechnischer und strategischer Aspekte: Die Zentren liegen bevorzugt an prägnanten Punkten des Fernroutennetzes, wo Waren vom Wasser- auf den Landweg und umgekehrt verladen wurden. Auch R. Echt verweist auf diese geo-strategische Situation bei Fürstensitzen des Westhallstattkreises. Er unterstreicht eine solche Bedeutung bei der Höhenburg auf dem Limberg in Zusammenhang mit dem Grab der Goldfürstin in der Talaue von Wallerfangen. Geo-strategische Merkmale gelten auch bei der auf dem Sonnenberg bei Saarbrücken gelegenen Befestigung der Kelten. Durch eine von der Universität Saarbrücken unter Leitung von R. Echt im Jahre 2002 vorgenommene Feststellungsgrabung wurde das hallstattzeitliche Alter  dieser Anlage festgestellt. Die strategische Vorzugslage der Anlagen auf dem Limberg und auf dem Sonnenberg läßt sich mit den Worten von R. Echt auch damit belegen, „dass in frührömischer Zeit unterhalb des Limbergs genau wie unterhalb des Sonnenbergs ein Handels- und Gewerbestädtchen – ein sogenannter „Vicus“ - entstanden ist, und dass in spätrömischer Zeit, als Germanengefahr drohte, an beiden Orten eilends ein Kastell errichtet wurde“ (Nr.1, S.25).' +
    '<p>Wallerfangen war schon zu früher Zeit verkehrsgeographisch optimal gelegen. Vor allem die wirtschaftlichen Voraussetzungen waren so ideal, dass sich in der Region um den Limberg ein frühes Machtzentrum entwickeln konnte. Nach W. Reinhard  „dürfte hier neben der Kontrolle des Salzhandels aus dem lothringischen Seilletal vor allem den im Bereich des „Limbergs“ abgebauten Kupfererzen Malachit und Azurit (siehe Abb. 6) ein großer Wert zukommen, auch wenn ihre wirtschaftliche Bedeutung nach derzeitigem Forschungsstand bislang nur für die Gewinnung eines blauen Farbstoffes belegt ist.“ (Nr.5, S. 77) Die große Nachfrage an Wallerfanger Kupfererz ist eine Tatsache, wie der reiche Bronzeschmuck in den Gräbern während der Hallstattzeit und die Hortfunde aus dem 9. Jahrh. v. Chr. dies aufzeigen. Mit diesen Hortfundstellen auf dem „Hansenberg“ – dort liegt heute das Dorf St. Barbara -, am Fuße desselben Berges und am „Eichenborn“ waren in den 1840er Jahren einer der bedeutendsten Bronzefunde Deutschlands gemacht worden (Abb. 5). Besonders bemerkenswert ist, dass die Fundstellen am Fuße des „Hansenbergs“ beim Bau der Landstraße nach St. Barbara (1848/49) und am „Eichenborn“ (1850) räumlich nur einige hundert Meter auseinander und in der Nähe der Erzstollen liegen (Nr. 7, S.19/20). Dazu W. Reinhard: „Die im Raum zwischen Maas und Mittelrhein einzigartige Häufung spätbronzezeitlicher Hortfunde (9. Jh v. Chr.) um den „Limberg“ (Abb. 6), darunter eine Gussform für Bronzebeile (Abb. 5) und der inschriftlich belegte Nachweis des Kupferbergbaus zur Römerzeit im Emilianusstollen, unterstreichen indirekt diese Annahme“ (Nr.5, S. 77).' + 
    '<p>Auffällig ist nach W. Reinhard jedoch, dass die Belegzeit der Wallerfanger Grabhügel, des nahe zum „Limberg“ gelegenen hallstattzeitlichen Gräberfeldes Saarlouis „Steinrausch“ (89 Bestattungen) und der Grabhügel des späthallstattzeitlichen Fürstengrabes von Elm-Sprengen fast einheitlich am Ende der Späthallstattzeit (um 480 v.Chr.) abbricht. Merkwürdigerweise wurden die im benachbarten Lothringen vergleichbare Grabanlagen wie „Liverdun“ oder „Diarville“ bis zum Ende der frühen LaTènezeit (um 280 v. Chr.) benutzt. Bei den Ausschachtungsarbeiten im Englischen Garten der Familie Galhau (nachmalig v.Papen) wurden in den dortigen Grabhügeln zwar die bereits erwähnten zahlreichen hallstatt-, jedoch nur wenige frühlatènezeitliche Bronzeringe gefunden. Das fast gänzliche Fehlen frühlatènezeitlicher Bestattungen in unserer Region könnte nach W. Reinhardt mit kriegerischen Auseinandersetzungen, eher jedoch mit den bekannten Keltenwanderungen in Verbindung gebracht werden (Nr. 5, S. 74f.), lange bevor keltische Heerverbände (Brennus) im Jahre 387 v. Chr. die Alpen überschreiten.' +
    '<br><br>' +
    '<a style="float:left;" class="gallerie-start" href="./bilder/heimatgeschichte/limberg_hausberg/abb_5.jpg"><img src="./bilder/heimatgeschichte/limberg_hausberg/abb_5.jpg" alt="Abbildung 5" height="245" width="278"  border="1"></a>' +
    '<p class="nurfett">Abb. 5: Der Hortfund „Hansenberg“' + 
    '<p class="untertitelfet_l">Unter einem Hortfund versteht man einen Schatzfund aus mehreren Gegenständen, die absichtlich vergraben oder niedergelegt wurden. Ob dies geschah zur Verwahrung von wertvoller Gegenstände in Krisenzeiten oder als kultisch-rituelle Deponierung ist umstritten. Erze, aus denen Kupfer geschmolzen werden konnte, gab es auf dem Limberg und auf dem Blauberg. Sie wurden mit Bestimmtheit bereits in der späteren Bronzezeit abgebaut. Für diese Aussage sprechen die wertvollen bronzezeitlichen Depotfunde, die bei Wallerfangen gemacht worden sind und den Namen des Ortes in der Archäologie weithin bekannt gemacht haben. Auf und am Fuße um den Hansenberg, auf dem das heutige Dorf St. Barbara liegt, ist man in den 1840er Jahren bis 1870 bei Ausschachtungsarbeiten zum Bau einer Straßen und beim Pflügen auf die Funde gestoßen. Damit war einer der bedeutendsten Hortfunde Deutschlands aus der Bronzezeit geborgen.<br>Der Wallerfanger Hortfund "Hansenberg" repräsentiert zwischen Maas und Mittelrhein eine einzigartige Häufung spätbronzezeitlicher Funde um den Limberg. Das Bild zeigt eine Objektauswahl des berühmten Hortfundes aus dem 9. Jh. v.Chr. mit einer Form zum Gießen von Beilen und 2 von 14 Fußringen, die als Typus "Wallerfangen" in den Sprachgebrauch der Wissenschaft eingegangen sind.</p>' +
    '<br>' +
    '<a style="float:left;" class="gallerie-start" href="./bilder/heimatgeschichte/limberg_hausberg/abb_6.jpg"><img src="./bilder/heimatgeschichte/limberg_hausberg/abb_6.jpg" alt="Abbildung 6" height="278" width="278"  border="1"></a>' +
    '<p class="nurfett">Abb. 6: Karte nach W. Reinhardt' + 
    '<p class="untertitelfet_l">Der frühkeltische Fürstensitz "Liniberg" in Wallerfangen. Hallstattzeitliche Grabhügel (bis 480 v. Chr.):<br>' +
    '<ol type="1" Start="1" class="untertitelfet_l" style="list-style-position:inside">' +
    '<li>Wallerfangen "Englischer &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Garten v. Papen", Grabhügel-<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;gruppe mit Fürstinnengrab;</li>' +
    '<li>Wallerfangen "Rodener Str. 18 &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;und 28";</li>' +
    '<li>Wallerfangen "Blauloch";</li>' +
    '<li>Dillingen-Pachten "Bierenfeld";</li>' +
    '<li>Dillingen-Pachten "Auf der &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ziegelhütte";</li>' +
    '</ol>' +
    '<ol type="1" Start="6" class="untertitelfet_l">' +    
    '<li>Saarlouis-Roden "Steinrausch". Hortfunde der Späten Bronzezeit (9. Jh. v. Chr.):</li>' +
    '<li>Wallerfangen "Hansenberg";</li>' +
    '<li>Wallerfangen "Am Fuße des Hansenberges";</li>' +
    '<li>Wallerfangen "Eichenborn";</li>' +
    '<li>Wallerfangen "Englischer Garten v. Papen". Azurit- und Malachitbergwerk (Kupfer):</li>' +
    '<li>Wallerfangen "Emilianusstollen". Römischer Friedhof:</li>' +
    '<li>Rehlingen, "Römisches Brandgräberfeld".</li>' +
    '</ol></p>' +
    '<a href="#" class="top_oben nurright">&nbsp;</a>' +
    '<br>' +
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    '<h2 class="h2_klschrcen">6. Das Huhn von Wallerfangen: Ein Fragment erzählt</h2>' + 
    '<p><span class="erstbugr">H</span>aben Sie schon einmal etwas von einem  Paläozoologen gehört? Sie gehören wie die Archäologen zu den Detektiven der Vorgeschichte. Es gilt auch für sie, aus kleinsten Bodenfunden Lebensbilder vergangener Kulturen zu erstellen. Hin und wieder machen sie dabei eine herausragende Entdeckung - so geschehen in der frühkeltischen Befestigungsanlage auf dem Limberg.' +
    '<p>Zu den unermüdlichen Sammlern frühgeschichtlicher Tierknochen zählte dereinst Deutschlands bedeutendster Paläozoologe, Joachim Boessneck. Im Sommer 1964 konnte er den Museen der Welt ein weiteres kostbares Objekt hinzufügen: den etwa in ¾ seiner Länge erhaltenen Speichenknochen eines Huhns aus Wallerfangen. Eigenhändig hatte der Professor den sensationellen Fund identifiziert, nachdem Schindlers Archäologen ihn aus der Erde des Limbergs gehoben hatten. Der „Importfund“ aus der mediterranen Welt wurde hinter der Mauer in Wall 3 entdeckt. Fast 2.600 Jahre schlummerte er dort im Dunkel des Vergessens.' +
    '<p>An dieser Stelle sei ein kurzer Exkurs über die Datierung historischer Funde eingeschoben. Für Laien ist schwer nachvollziehbar, wie ein so hohes Alter von einem ehemals lebenden Organismus zuverlässig bestimmt werden kann. Joachim Boessneck hatte  außer den Fundumständen einen Beweis dafür, dass die Datierung richtig war. Er hatte Proben des Hühnerknochens in ein wissenschaftliches Labor geschickt, um sein Alter nach der sogenannten Radiokarbonmethode feststellen zu lassen. Diese Methode gilt als absolut unbestechlich. Die bedeutende naturwissenschaftliche Hilfe erwuchs der modernen Archäologie  aus Amerika; die Atomphysik und die Biologie lieferten sie. Und der älteste Traum aller Archäologen erfüllte sich: die Möglichkeit exakter Datierung. 1948 hatte sie Willard Libby entwickelt. Wenn man versucht, sich in Erinnerung zu rufen, was man über das „Radiocarbon-Dating“ weiß, muß man bis in die Schulzeit zurückgehen. Also, wie war das? Ein noch lebender Organismus – zum Beispiel der Speichenknochen eines herumlaufenden Huhns – steht in permanentem Austausch mit der Umgebung. Unter anderem nimmt er ständig Kohlenstoff auf und gibt ihn in anderer Form wieder ab. Der springende Punkt ist, dass ein bestimmter Teil des Kohlenstoffs nicht aus den normalen Kohlenstoff-12-Atomen, sondern aus Kohlenstoff-14-Atomen besteht. Und die sind leicht radioaktiv. Deshalb nennt man die Radiokarbonmethode manchmal auch C-14-Analyse. Der Organismus - in unserem Fall das Huhn – stirbt. Von dem Moment an lagern die Knochen keinen weiteren Kohlenstoff mehr ein. Die leicht radioaktiven Kohlenstoff-14-Atome, die in dem toten Gewebe enthalten sind, zerfallen langsam, aber gleichmäßig. Ihr Anteil am gesamten Kohlenstoff nimmt im Lauf der Zeit stetig ab – und zwar unabhängig davon, ob der tote Organismus versteinert, vergraben, mumifiziert oder sonstwie zugerichtet wird. Radioaktiver Zerfall bleibt von all dem unbeeinflußt. Deshalb konnte aus dem Verhältnis der beiden Arten von Kohlenstoff zuverlässig das Alter des Hühnerknochens vom Limberg bestimmt werden. Und nun zurück zu unserer Geschichte.' +
    '<p>Das Knochenfragment vom Limberg ist von besonderem Interesse, weil es zu den ältesten Hühnerknochen aus Westeuropa gehört. Seine eigentliche Bedeutung liegt – wie schon berichtet - in seinem geographischen Standort. Dieser beweist den ältesten Fund eines Haushuhns so weit nördlich der Alpen. Zusammen mit der Höhenbefestigung auf dem Limberg befand sich hier ein frühes Herrschaftszentrum der Hallstatt-Kultur. Die beiden Indizien sprechen daher für die frühe Entstehung einer lokalen Adels- und Kriegerhierarchie in unserer Gegend. Waren dies bereits die ersten keltischen Fürstengeschlechter des heutigen Saarlandes? Nun, darüber streiten noch die Gelehrten. Eine exakte ethnische Zuweisung lässt sich in der mitteleuropäischen Vorgeschichte zweifelsfrei wohl erstmals für die 150 Jahre jüngere Keltenfürstin von Wallerfangen und ihr Goldgrab belegen. ' +
    '<p>Der zweitälteste Hühnerfund aus der Hallstattzeit stammt aus der bereits erwähnten Heuneburg an der oberen Donau, und das war der bedeutendste Fürstensitz der späten Hallstattzeit in Südwestdeutschland und aus den Kulthöhlen des Kyffhäusergebirges. Der ältere Knochenfund eines Haushuhns in Wallerfangen gilt als ein Beweis für weitläufige Handelswege schon im frühen Europa. Selbst so weit nördlich der Alpen gelegene keltische Siedlungen unterhielten demnach Handelsbeziehungen mit den beiden großen Mittelmeerkulturen im Süden, den Etruskern und den Griechen. Nur spärlich aber definitiv gelangten Tonwaren und andere Güter aus Etrurien und aus weiter im Süden der Apenninn-Halbinsel gelegenen griechischen Städten über die Alpen zu den späthallstattzeitlichen Siedlungen der Kelten im Norden. ' +
    '<p>Im Besonderen zeigt der Wallerfanger Fund einen hohen Lebensstandard der keltischen Führungsschicht auf dem Limberg auf. Haushühner waren zu jener Zeit ausgesprochen selten und kostbar, so dass sie mit ihren Besitzern auf einen gemeinsamen Honoratiorenstatus gebracht werden können. Ohne Frage konnten sich nur die Eliten des Gemeinwesens mit Geld und Kontakten zu fernen Handelsposten eine solch exotische Delikatesse beschaffen. Die Rhone ist der größte Fluss, der das Mittelmeer mit Mitteleuropa verbindet. Es ist davon auszugehen, dass der in der Späthallstattzeit einsetzende Handel mit den mediterranen Völkern hierher und über das Saone-Tal verlief. Und er verlief in beiden Richtungen. Die Kelten lieferten gepökeltes Fleisch, Leder, Waffen, Schmuck und andere Güter. Im Gegenzug kamen griechische Tonwaren, etruskische Bronzegefäße und das von den trinkfesten Kelten am meisten geschätzte Einfuhrgut, der Wein. Nur wohlhabende Kelten konnten sich griechischen Wein leisten, den sie zum Entsetzen der Südländer unverdünnt tranken. Das gemeine Volk hielt sich dagegen an Gerstenbier oder Met, ein Getränk aus vergorenem Honig und Wasser.' + 
    '<p>Zurück nach Wallerfangen. Der Kenntnisstand über die Struktur der keltischen Siedlung und die Bauweise der Häuser auf dem Limberg muss ganz offen als unbefriedigend bezeichnet werden. Bisher ist außer dem Speichenknochen des Huhns kein weiterer „Importfund“ aus der griechisch-etruskischen Welt entdeckt worden. Wäre wenigstens eine Scherbe dieser Importkeramik gefunden worden, sie hätte der keltischen Höhenburg die gebührende Aufmerksamkeit der Fachwelt gesichert. „Weil nämlich an den bekannten Fürstensitzen der Westhallstattkultur Scherben griechischer Gefäße niemals fehlen“, schreibt R. Echt, „sind nicht wenige Prähistoriker bereit, den Fund einer einzigen griechischen Scherbe bereits als Indiz für einen Fürstensitz zu werten.“ (Nr. 1, S. 24). Aber wo hätten auf dem Limbergplateau Scherben von Importkeramik  gefunden werden sollen? Schindlers Grabungsschnitte in den begrenzten Wallbereichen konnten naturgemäß keinen Aufschluss über griechische Importkeramik bringen. In unmittelbarer Umgebung der Mauern hatten die Menschen der damaligen Zeit sicherlich nicht gelebt.' +
    '<p>Dass wir dennoch als Bewohner der hallstattzeitlichen Burg auf dem Limberg ungewöhnlich reiche Herrschaften annehmen müssen, kann nur eine weitere archäologische Untersuchung beweisen. Die von Schindler angesetzten schmalen Profilschnitte eignen sich in besonderem Maße für chronologische Probleme und Datierungsfragen. Doch dies ist nur ein Teilbereich archäologischer Fragestellungen. Heute ist für den Historiker von Interesse, wie groß eine Siedlung auf dem Limberg war, ob sie ein zentrales Herrschaftsgebäude besaß, in welcher Art von Häusern die Menschen wohnten, welche handwerklichen Tätigkeiten sie verrichteten, wovon sie sich ernährten, welche Religionsformen sie pflegten usw.. Um Antworten auf diese und ähnliche Fragen zu gewinnen, wird man notwendigerweise eine horizontale Flächen- oder Schichtengrabung vornehmen müssen. Im Westhallstattkreis sind während vieler Jahren bei Ausgrabungen bedeutende Funde gemacht und Befunde dokumentiert worden, die die Erkenntnis über keltisches Leben in den Fürstensitzen überproportional stark vermehrt haben. Auch wenn von den meisten keltischen Fürstensitzen bisher nur ein kleiner Bruchteil ausgegraben worden ist, so wurden doch immer Zeugnisse von griechischem Scherbenmaterial zu tage gefördert, wo immer Flächengrabungen von einigem Ausmaß stattgefunden haben.' + 
    '<p>Damit sind wir bei einem anderen Thema. Der Haupteindruck von dem Ort dort oben auf dem Limberg ist der eines bestimmten Gefühls: an diesem Zufluchtsort alter Vergangenheit brütet wahrhaftig eine unverbrüchliche Ruhe; eine grüne Patina von Licht und Blätterschatten, eine Lage des Abgeschiedenen, die zu stören anstößig wäre. Der Betrachter gerät hier mitunter in einen Zustand, wo sich Affekt und Realität überlagern, bis alle Trennschärfe verlorengeht. ' +
    '<p>Der Limberg ist in seinem archäologischen Bestand zur Zeit nicht gefährdet. Sein Boden sollte deswegen, zumindest in unserm Zeitabschnitt, unangetastet bleiben, bis sich – irgendwann einmal – eine solche Notwendigkeit ergibt. Um den im ersten Kapitel angeführten Geschichtsruhms des alten Berges zu wahren, wäre es sogar vorstellbar, das ganze Massiv als Grabungsschutzzone auszuweisen.' +
    '<p>Es wäre jedoch wünschenswert, dass die Universität Saarbrücken oder das Staatliche Konservatorenamt eine zerstörungsfreie Feststellungsuntersuchung auf dem Plateau durchführt. Die Bergnase zwischen Kapelle und Wall III scheint aufgrund der dort gefundenen Scherben und Tierknochen sowie einer heute noch sprudelnden Wasserquelle (Magdalenenbrunnen) am ehesten für eine ehemalige Besiedlung geeignet. So wäre beispielsweise eine sogenannte Magnetographie denkbar, die Abfallprodukte von Fäulnisbakterien im Erdreich elektromagnetisch nachweist. Auf diese Weise könnten Hinweise über die Situierung von Gräben, Gruben oder Eintiefungen im Erdreich erlangt werden; das würde eine Orientierung über den Besiedlungsplatz ermöglichen.' +
    '<p>Darum lässt der Autor den Prähistoriker R. Echt noch einmal zu Wort kommen. Einprägsam bewertet er eine Untersuchung auf dem Limberg wie folgt: „Ohne Zweifel war das Huhn von Wallerfangen ein kostbares exotisches Importgut, und nur die Reichen und Mächtigen, Menschen mit Geld und Fernbeziehungen konnten sich eine solch auserlesene Delikatesse verschaffen. Die Überreste des griechischen Importgeschirrs, aus dem die Damen und Herren sich bei solchen Mahlzeiten zutranken, die wird man – jede Wette! – finden, sobald man dort gräbt, wo die Häuser der Fürstenfamilie gestanden haben“ (Nr. 1, S. 25).' + 
    '<p>Es wäre also die Feldarchäologie, die in ferner Zukunft ein neues Kapitel in der Geschichte der Höhenburg auf dem Limberg aufschlagen würde. Und indem sie aus der Erde unzweifelhafte „Import“-Relikte aus der Vergangenheit birgt, macht sie zu einer Wirklichkeit an diesem Tag, was sonst ein Märchen aus alter Zeit scheinen könnte. ' +
    '<a href="#" class="top_oben nurright">&nbsp;</a>' +
    '<br>' +
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    '<h2 class="h2_klschrcen">7. Was noch zu sagen bleibt</h2>' +
    '<p><span class="erstbugr">W</span>ie schon berichtet, ist der archäologische Kenntnisstand über die Siedlung der frühen Kelten in der Nähe der Wälle auf dem Limberg als eindeutig unbefriedigend zu bezeichnen. Eine einzige ausgegrabene Scherbe von Importkeramik aus dem griechisch-etruskischen Kulturraum hätte genügt, die Aufmerksamkeit der Historiker zu sichern. Die Bedeutung der keltischen Höhenburg wäre damit gesichert und ihr Dornröschenschlaf beendet gewesen.' +
    '<p>Andererseits haben wir gehört, dass der kleine Knochenfund eines Haushuhns schon zur Hallstattzeit Reichtum und Fernkontakte bei den Bewohnern der keltischen Höhenburg annehmen läßt. Die gebührende Aufmerksamkeit der Wissenschaft ist der Anlage bisher trotzdem versagt geblieben.' +
    '<p>Doch wie nahm die Fachwelt den Fund auf? Gab es zum Verständnis dieser erstaunlichen Tatsache keinen Hinweis aus der Gelehrtenwelt oder einen Fürsprecher, wie das einst Joachim Boessneck,  Joachim Neumaier oder Reinhard Schindler gewesen waren? Gab es niemanden außer R. Echt, der wenigstens eine Andeutung machte über das Hühnerfragment, das die kulturhistorische Bedeutung der Kelten in so früher Zeitepoche maßgeblich unterstreicht? Dem Autor ist tatsächlich niemand bekannt.' +
    '<p>Immer wieder ist man im Verlauf der Geschichte der Archäologie auf kurze Perioden gestoßen, in denen durch das Auftauchen neuer Fakten ein unter großen Schwierigkeiten gewonnenes historisches Bild in die Gefahr der Verzerrung geriet. Und wiederholt konnte man beobachten, wie diese Verzerrung (beziehungsweise die Gewinnung eines neuen Bildes) ängstlich dadurch vermieden wurde, dass man die neuen Fakten eine Zeit lang nicht zur Kenntnis nahm oder so vorsichtig um sie kreiste wie die Katze um den heißen Brei. Hier liegt Selbstschutz der Wissenschaft vor. Auch ein archäologischer Brei muß abkühlen, ehe er gegessen werden kann. Denn das besagte Knochenfragment war auf gar keine Weise einzuordnen in das Bild, das sich durch die Funde und Forschungen im Gebiet der Keltenwälle mit Linien und Farben gefüllt und Perspektiven und Hintergründe gewonnen hatte. Die Fachwelt nahm bisher ein eher durch Einfachheit strukturiertes Gemeinwesen auf dem Limberg an. Sofern man den Wallerfanger Hühnerknochen überhaupt bemerkte (und niemand suchte ihn), ging man ihm bisher mit viel Erfolg aus dem Weg. Dabei waren zum Beispiel Boesnecks Bemerkungen (vor 40 Jahren geschrieben!) zu den Knochenfunden aus Wallerfangen, oder Neumaiers Ausführungen aus dem Jahr 1996 normalerweise nicht zu übersehen. Vorsichtige Andeutungen und sehr viele Fragezeichen – das war alles, was der alte Speichenknochen kommentierte. Nun, dies Übersehen gelang fast allen Forschern bis zur Erwähnung durch R. Echt (Literaturhinweis Nr. 1, S. 24-25), die im Jahre 2001 erfolgte. Rudolf Echt war der Mann, der den Kreis nahezu schließen sollte, den J. Boessneck und J. Neumaier als dunklen Bogenriß auf der alten Tafel der Geschichte erkannt hatte.' + 
    '<p>Wir sind am Ende der Darstellung der archäologischen Entdeckungen um den Limberg, und damit am Ende eines Spaziergangs, der uns durch zweieinhalb Jahrtausende führte. ' +
    '<p>Das Thema ist noch längst nicht erschöpft. Wenn wir es dennoch abschließen, so deshalb, weil der Umfang eines historischen Aufsatzes einer eigenen Ökonomie unterliegt. Aber es ist noch auf etwas Letztes hinzuweisen.' + 
    '<p>Der Gebrauch eines so lange bekannten Instrumentes wie die Feldforschung hat sich im Arbeitsbereich der Archäologie heute so verfeinert, dass sich die dafür geschriebenen Lehrbücher für zukünftige Grabungen von unschätzbarem Wert erweisen. All diese modernen Methoden haben aber nicht nur die Qualität der archäologischen Forschung verfeinert, sondern ganz erheblich die Quantität der Ergebnisse erhöht. Die Ausgrabungen, die früher „im Felde“ standen, konnte man an den Händen abzählen. Heute überwacht allein die Bodendenkmalspflege des saarländischen Konservatorenamtes  mehr als 10 Ausgrabungen im Monat (Stand Juni 2005). Ja, die Fülle des täglich anfallenden Materials ist zu groß – die rein wissenschaftliche Arbeit, die ordnende und interpretierende, kann nicht mehr mitkommen. Und so wandert, und das ist die Gefahr, das eben ausgegrabene Material in die Archive, um dort sofort von neuem begraben zu werden.' +
    '<p>Was bleibt zu sagen? Um die Idylle auf dem Limberg zu bewahren, wäre es nicht zuletzt auch aus diesem Grunde vorstellbar, den Ort als Grabungsschutzzone auszuweisen.' +
    '<a href="#" class="top_oben nurright">&nbsp;</a>' +
    '<br>' +
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    '<h2 class="h2_klschrcen">8. Anmerkungen des Autors:</h2>' +
    '<p><span class="erstbugr">D</span>er größte Teil der menschlichen Vergangenheit spielt sich in Zeiträumen ab, in denen keine Schrift existiert hat, oder schriftliche Zeugnisse aus verschiedenen Gründen nicht überliefert wurden. Licht in das Dunkel dieser schriftlosen Zeit zu bringen, ist das Anliegen der Archäologie, wobei dem Historiker im Wesentlichen drei Quellen zur Verfügung stehen: Gräber, Siedlungen, Hortfunde. Ihre wissenschaftliche Auswertung trägt zu Aussagen über die kulturelle Zugehörigkeit unserer Heimat in der Vor- und Frühgeschichte bei.' + 
    '<p>Angesichts der Vielfalt von diesbezüglicher Literatur empfehle ich, zuallererst die Publikation von Rudolf Echt zu lesen (siehe Literaturhinweis Nr. 1). Als Chronist der Vorgeschichte hat er ein heimatkundliches Werk geschrieben, das wohl zu den schönsten und besten der Gattung zählt. Der Prähistoriker belegt darin in anschaulicher Weise das Konzept eines „hallstattzeitlichen Macht- und Reichtumszentrum“ in Wallerfangen. Darüber hinaus macht er auch das Werden der nachfolgenden La-Tène-Kultur in unserer Region zum Gegenstand seiner Betrachtungen. Der Autor lässt keinen Zweifel erkennen, dass schon die Anlagen der späten Westhallstatt-Kultur mit herausragenden Individuen zu verknüpfen sind. Beim Lesen der Dokumentation werden die Arbeiten anderer Forscher und Gelehrten sichtbar, in denen die Tiefe frühgeschichtlicher Zeiten und die Weite europäischen Raumes ausgeschritten werden. Leider bleiben die Taten diesbezüglich forschender Wissenschaftler zu oft in Fachpublikationen begraben.' +
    '<p>Die vom Verein für Heimatforschung Wallerfangen herausgegebene Dokumentation von R. Echt zeichnet sich durch hohen wissenschaftlichen Standard und große Detailkenntnis aus und ist trotzdem mit Eleganz und Witz geschrieben. Besonders die Kapitel über die Befestigungsanlage auf dem Limberg und die Goldfürstin von Wallerfangen sind voll von den Gerüchen und dem Geschmack vom Weg unserer ganz frühen Vorfahren in ein neues Zeitalter. Sie sprechen den Liebhaber der europäischen Frühgeschichte ebenso an wie den nur an der Heimatgeschichte interessierten Leser.' +
    '<p>An der Aufhellung der Geheimnisse keltischen Lebens war noch ein zweiter Historiker herausragend tätig. Es gehört seit 2004 im Saarland schon fast zum guten Ton, das Buch von Dr. Walter Reinhardt über die vorgeschichtlichen Kelten gelesen zu haben. „Die keltische Fürstin von Reinheim“ (siehe Literaturhinweis Nr. 5) ist ein Lesevergnügen, das man sich nicht entgehen lassen sollte.' +
    '<p>Mit einer Fülle authentischer Zeichnungen und Bildmaterials führt der Bodendenkmalspfleger zu den Ursprüngen des Werdens und Festigens der keltischen Kultur im Saarland. Er unterrichtet über die wichtigsten Ausgrabungsstätten in der Region, in denen mit neuesten Mitteln der Geophysik das seit über zwei Jahrtausend Begrabene aufgespürt und aus dem Dunkel der Zeit an das Licht eines neuen Tages hervor gehoben wurde. Durch das, was der Autor dem Leser zur Betrachtung übergibt, rundet sich das Bild einer fernen Epoche zu einem geschlossenen Gemälde, in dem jede Einzelheit erkennbar wird, bis zum Porträt des keltischen Volkes im Saargebiet.' +
    '<p>Doch W. Reinhards Buch gibt mehr. Es verkörpert einen neuen, eigenständigen Typus im Reigen seiner Gattung: In ihm sind die Ruhmestaten saarländischer Archäologen und ein wunderbarer Sinn für Veranschaulichung verschmolzen, was ungemein attraktiv wirkt. „Die keltische Fürstin von Reinheim“ ist einer der symphatischsten Veröffentlichungen, die die Fachliteratur über Vorgeschichte im Saarland derzeit zu bieten hat' +
    '<a href="#" class="top_oben nurright">&nbsp;</a>' +
    '<br>' +
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    '<h2 class="h2_klschrcen">9. Verwendete Literatur</h2>' +
    '<p>1) „<span class="erstbugr">A</span>us dem Weiher in die Schatzkammer - Der Grabschmuck der Keltenfürstin von Wallerfangen“ von Rudolf Echt, Herausgeber: Verein für Heimatforschung Wallerfangen e.V., 2001. S. 14ff., S. 23-27.' +
    '<p>2) „Zu den Knochenfunden aus Wallerfangen“ von Joachim Boessneck, aus: Bericht d. Staatl. Denkmalspflege im Saarland, 12/1965, S. 15.' +
    '<p>3) „Die ältesten Zeugnisse von Gallus domesticus im Europäischen Westen“, von Joachim Neumaier, aus: Archäologisches Korresp.blatt 26/1996, S. 9.' +
    '<p>4) „Der Mensch und seine Haustiere“ von N. Benecke, Stuttgart, Theissverlag 1995, S. 115.' + 
    '<p>5)  „Der frühkeltische Fürstensitz auf dem Limberg bei Wallerfangen“ von Walter Rheinhard, aus „Die keltische Fürstin von Reinheim“, Herausgeber: Stiftung Europäischer KulturparkBliesbruck-Reinheim, 2004, Seite 74-77.' +
    '<p>6) „Wallerfangen und seine Geschichte“ von Theodor Liebertz, Herausgeber Gemeinde Wallerfangen, 1953, Seite 19 und 364f.' +
    '<p>7) „Wallerfangen“ von Edith Ruser, aus: Burger und Schlösser an der Saar, Herausgeber Joachim Conrad und Stefan Flesch, Minerva-Verlag Thinnes & Nolte OHG, Saarbrücken 1988, S. 353ff.' +
    '<p>8) „Schatzfunde der späten Bronzezeit aus Wallerfangen, Kreis Saarlouis“ von Barbara Ames-Adler, aus: „Unsere Heimat“ Mitteilungsblatt des Landkreises Saarlouis für Kultur u. Landschaft, 18. Jahrgang, Heft Nr. 4, 1993, S. 110-119' +
    '<a href="#" class="top_oben nurright">&nbsp;</a>' +
    '<br>' +
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    '<h2 class="h2_klschrcen">10. Abbildungsnachweise</h2>' +
    '<p>Abb. 1: Foto aus: „Wallerfangen und seine Geschichte“ Theodor Liebertz, Herausgeber Gemeinde Wallerfangen, 1953, Seite 285' +
    '<p>Abb. 2: Foto Karte nach R. Seyler, aus: Theodor Liebertz „Wallerfangen und seine Geschichte“, Herausgeber Gemeinde Wallerfangen 1953, S. 364.' +
    '<p>Abb. 3: Foto W. Theobald 2005, Archiv Verein für Heimatforschung Wallerfangen.' +
    '<p>Abb. 4: Foto J.A. Mathis 1914, Wallerfangen, Postkartenarchiv Verein für Heimatforschung Wallerfangen.' +
    '<p>Abb. 5: Musée des Antiquités Nationales Paris, aus: W. Reinhard „Die keltische Fürstin von Reinheim“, Herausgeber Stiftung Europäischer Kulturpark Bliesbruck-Reinheim, S. 115.' +
    '<p>Abb. 6: Karte nach W. Reinhard, aus: „Die keltische Fürstin von Reinheim“, Herausgeber Stiftung Europäischer Kulturpark Bliesbruck-Reinheim, S. 75.' +
    '<h2 class="h2_klschrcen">11. Danksagung</h2>' +
    '<p>Es war Professor Dr. Rudolf Echt, der mir Mut einflößte, mich mit dem Thema zu beschäftigen. Für seinen freundlichen Anstoß und seine konkrete Hilfe bin ich ihm zu großem Dank verpflichtet.' + 
    '<p>Großer Dank gebührt auch Dr. Walter Reinhard für die großzügige Überlassung der bildlichen Darstellungen und für Informationen aus seinem Buch, die mein Wissen über die prähistorischen Vorfahren aus Wallerfangen wesentlich erweitert haben.' + 
    '<p>Danken möchte ich auch Dr. Barbara Ames-Adler vom Redaktionsausschuss des Mitteilungsblattes des Landkreises Saarlouis für Kultur und Landschaft. Sie beriet mich bestens und begleitete meine Arbeit mit kritischem Blick. Besonders bedanke ich mich für ihr sorgfältiges Korrekturlesen sowie ihre hochgeschätzten Anmerkungen. All diese Hilfen förderten die Arbeit im besonderen Maße.' +
    '<br>' +
    '<img src="/tinc?key=nMulq3gy">' + 
    '<a href="#" class="top_oben nurright">&nbsp;</a>' +
    '<br>' +
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