function buttonursprungwallerfangen(){
	var elem = document.getElementById('id-mitte');
	  elem.innerHTML = 
/* -------------------------------------------------------------------------- */	  
    '<a href="#" class="zur_uebsicht nurright" onClick="buttonarbberheimatgeschichte(); return true;">Übersicht</a>' + 
	  '<h3 class="nurcencol">Kleine Schriftenreihe<br>Heimatgeschichte – Ausgabe 2008</h3>' +
    '<h2 class="h2_klschrcen">Rainer Darimont</h2>' +
    '<br>' +
    '<h3 class="kopf_schr">Über die Ursprünge Wallerfangens</h3>' + 
    '<h2 class="kopf">Ein Mann der Superlative - Wer war Graf Giselbert?</h2>' +
    '<h3 class="kopf">Eine Reise durchs frühe Mittelalter</h3>' +
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    '<p class="nurfett"><a href="#Teil I (Kapitel 1-4)">Teil I (Kapitel 1-4)</a></p>' +
    '<ol type="1" Start="1">' +
    '<li><a href="#Vorwort">Vorwort</a></li>' +
    '<li><a href="#Über das Werden der Deutschen">Über das Werden der Deutschen</a></li>' +
    '<li><a href="#Die Turmhügelburg von Walderfingen">Die Turmhügelburg von Walderfingen</a></li>' + 
    '<li><a href="#Die Welt des Grafen Giselbert">Die Welt des Grafen Giselbert</a></li>' +
    '</ol>' + 
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    '<p class="nurfett"><a href="#Über die Ursprünge Wallerfangens">Teil II (Kapitel 5-14)</a></p>' +
    '<ol type="1" Start="5">' + 
    '<li><a href="#Der Feldzug: Hintergründe und Folgerungen">Der Feldzug: Hintergründe und Folgerungen</a></li>' +
    '<li><a href="#Das Massaker - Tod in der Lombardei">Das Massaker - Tod in der Lombardei</a></li>' +
    '<li><a href="#Der Chronist - Auf den Spuren Thietmars von Merseburg">Der Chronist - Auf den Spuren Thietmars von Merseburg</a></li>' +
    '<li><a href="#Das Ende der Grafschaft Walderfingen">Das Ende der Grafschaft Walderfingen</a></li>' +
    '<li><a href="#Die vergessenen Funde von Ihn">Die vergessenen Funde von Ihn</a></li>' +
    '<li><a href="#Was noch zu sagen bleibt">Was noch zu sagen bleibt</a></li>' +
    '<li><a href="#Anmerkungen">Anmerkungen</a></li>' +
    '<li><a href="#Literatur">Literatur</a></li>' +
    '<li><a href="#Abbildungsnachweise">Abbildungsnachweise</a></li>' +
    '<li><a href="#Danksagung">Danksagung</a></li>' +
    '</ol>' +
    '</br>' +
    '<hr>' +
    '</br>' +
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    '<p class="nurfett"><a name="Vorwort">1. Vorwort</a></p>' +
    '<div  class="blocksatz">' +
    '<p>Wenn die vorliegende Arbeit etwas lang ausfällt, so ist daran die Begeisterung des Verfassers schuld, der von seinem Thema so gefesselt war, dass er sich zu einer gewissen Ausführlichkeit hinreißen ließ. Der so bearbeitete Zeitabschnitt zwingt den Leser sich mit denjenigen Tatbeständen der Zivilisation auseinander zu setzen, die seinem Interesse gewöhnlich fern stehen: die ausgehende karolingische und die frühmittelalterliche Kultur. Der Heimatkundige wird über den Umfang erstaunt sein, welcher der Zeit der ersten deutschen Könige eingeräumt wird, und der Historiker wird die Kürze bedauern, mit der das Wirken des fünften dieser Könige -des Schwagers von Graf Giselbert - behandelt wird. Mit jedem Kapitel wuchs die Anzahl von Ereignissen und Persönlichkeiten, die eine eingehende Behandlung erforderten, weil ihr Einfluss auf Giselbert und das Schicksal von Walderfmgen von Bedeutung sind. Es vermittelte dem Verfasser ein herrliches Gefühl, so dicht am Zentrum all dessen zu sitzen und dem Pulsschlag der Geschichte zu lauschen. Er hat sich um eine lebensnahe Wiedergabe der Wirklichkeit durch die Verbindung von Geschichte und Biographie bemüht. </p>' + 
    '<p>"Wer weiß, dass er nichts weiß, weiß mehr als der, der nicht weiß, dass er nichts weiß." Alte Kamellen, werden Sie sagen. Nun ja, es war immerhin Plato, der diesen Satz von Sokrates überlieferte. Doch was verbindet die Begrenztheit unseres Wissens mit der hier im Fokus stehenden Heimatgeschichte? Weniger, liebe Leser, als der Ausspruch vermuten lässt. Aber über zwei Unbekannte aus der Geschichte unserer Region gibt es dennoch Interessantes zu berichten. Es handelt sich um ein vergessenes Baudenkmal und eine kaum noch bekannte Person.' +
    '<p>Als Erstes steht dieses ehemalige, sehr seltene Befestigungswerk im Mittelpunkt unseres Interesses. Es handelt sich um einen frühmittelalterlichen Wohnturm, eine sogenannte Turmhügelburg, mit einer interessanten, ja mehrdeutigen Fundsituation. Als steinerner Zeuge dokumentiert sie die wechselvolle Vergangenheit unserer Kleinregion in früher Zeit.' + 
    '<p>Wir betrachten die topographische Situation: Zwischen dem Limberg im Norden und einem kleineren Bergvorsprung im Süden, der die Ruinen der mittelalterlichen Teufelsburg bei Felsberg trägt, zieht sich die weit geschwungene Bucht von Wallerfangen. Sie wird durch drei weitere Felsrücken untergliedert. Es sind dies der Hansenberg mit Sankt Barbara, der Blaufels und der Humburg.' + 
    '<p>Auf drei dieser Anhöhen standen einmal, weithin sichtbar, mittelalterliche Befestigungen. Neben der gerade erwähnten Teufelsburg (14. Jh.) westlich von Saarlouis trug das Felsenriff an der Spitze des Hansenbergs ab dem 12. Jh. die steingemauerte Ritterburg "Altenfelsberg", die den wenigsten bekannt sein dürfte. Einige hundert Meter weiter südlich ragt über den Wiesen und Feldern der dicht bewaldete Humburg empor. Auf seiner Spitze erhob sich einst das älteste und seltsamste dieser drei Bauwerke: Ein spätfränkischer, zunächst hölzerner Burgwohnturm, der nachfolgend im frühen Mittelalter mit frühromanischen Bauelementen aus Stein neu errichtet wurde. Beide Bauabschnitte waren durch umfangreiche Graben- und Wallsysteme gesichert. Für die Wissenschaft ist die Befestigungsanlage von erstrangiger Bedeutung. Der Seltenheitswert des Objektes ist mit nur einem Vergleichsbeispiel in der Region belegt, nämlich der in Einöd gelegenen Turmhügelburg, auch "Burgstall" genannt. Nicht weniger gewichtig ist die mehrdeutige Fundsituation auf der Humburg. In der Fachwelt hat sie zu kontroversen Diskussionen geführt und unterstreicht die kulturhistorische Bedeutung der Anlage für die Wissenschaft. Ihre Reste rufen Erinnerungen an historische Ereignisse und an eine bestimmte Person wach. </p>' + 
    '<p>Und damit wären wir beim eigentlichen Thema dieser Arbeit. Der letzte Bewohner dieser Turmburg war Graf Giselbert von Walderfmgen. Im Mittelpunkt stehen die Vita dieses rätselhaften Grafen und sein spektakulärer Weg in den Tod.' +
    '</div>' +
    '<a style="float:left;" class="gallerie-start" href="./bilder/heimatgeschichte/ursprungwall/abb1_humberg.jpg"><img src="./bilder/heimatgeschichte/ursprungwall/abb1_humberg.jpg" alt="Abbildung 1" height="183" width="250" border="1"></a>' +
    '<span class="untertitel_l">Abb. l: Der nur auf seiner Spitze und den Flanken bewaldete Humburg ragt beeindruckend in die Wallerfanger Ebene. In der heutigen Landschaftsgestaltung bildet er mit den benachbarten Bergrücken im Norden bis nach Überherren im Süden den östlichsten Tellerrand des steil ins Saarland eintauchenden Pariser Beckens. Diese im Erdmittelalter entstandene Großlandschaft verlässt bei Überherrn das Saarland, um es nach einen Bogen um St. Avold bei Spicheren wieder zu erreichen. An der Kante dieser steilen Schichtstufe liegen mehrere befestigte Orte, Burgen und Ringwallanlagen: Die Siersburg, die ehem. Burg Altenfelsberg bei St. Barbara, die keltische Befestigung auf dem Limberg, die Hügelturmburg über Wallerfangen, die Teufelsburg, das Burgstädtchen Berus und im angrenzenden Frankreich das Schloss Varsberg (Warsberg bei Harn).</span>' +
    '<div  class="blocksatz">' + 
    '<p>Giselbert ist den Menschen unserer Gegend so fremd wie ein Wesen, das von einem anderen Planeten auf die Erde gekommen ist. Hinzu kommt, dass zwar jeder luxemburgische Historiker den Heros der Wallerfanger Ortsgeschichte kennt, doch dasselbe ist von den Heimatforschern an der Saar nicht anzunehmen. Die meisten Menschen hier zu Lande haben tatsächlich noch nie von der befestigten Turmhügelburg über Walderfingen und ihrem bedeutendsten Bewohner gehört. Trotzdem reicht der Bekanntheitsgrad von Giselbert, als einer historischen und polyglotten Persönlichkeit unserer Heimat, weit über die Grenzen des Saar-Mosel-Raumes hinaus. Er war Schwager und militärischer Gefolgsmann des fünften deutschen Königs und späteren Kaiser Heinrich II. (973 - 1024). </p>' + 
    '<p>Das Aufzeigen der Einzelheiten in einem bisher kaum beachteten Zeitabschnitt ist als Symbol für die große Vergangenheit unserer Kleinregion zu betrachten. Auch die Geschichte um die Entstehung der Deutschen verdient hier mehr Augen- merk. Ist es doch dieselbe Epoche, in der sich das junge Deutsche Reich, die Grafschaft Walderfingen und der Herrschaftsanspruch Graf Giselberts konsolidisiert haben. Bisher ist leider zu wenig dafür getan worden, dass diese Abläufe im ganz frühen Mittelalter auch von außen wahrgenommen werden. Bis dato hat sich in unserem Sprachraum eigentlich nur die Historikerin Edith Ennen 1952 mit diesem Thema beschäftigt1 und wertvolle Details an den Tag gebracht. Der Verfasser des vorliegenden Berichtes beleuchtet nun über Ennens Arbeit hinaus die frühe deutsche Reichsgeschichte und die Verbindungen des Grafen Giselbert in der Gesellschaft jener Zeit.</p>' +  
    '<p>Dieses Bauwerk auf der Humburg, der vermutliche Erbauer Graf Giselbert und die Bedeutung seines frühen Todes für die Grafschaft Walderfingen sind ohne Zweifel als staunenswert und einzigartig zu betrachten. Ebenso ungewöhnlich stellen sich dem Leser die königlichen Verwandten Graf Giselberts und ihre Auswirkungen auf das Leben unseres Protagonisten dar. Es erscheint notwendig, ein paar Worte vorauszuschicken, um das, was folgt, geschichtlich besser verständlich zu machen. Die Ausführungen in Kapitel 2 sollen das diesem Aufsatz zugrunde liegende Zeitalter etwas beleuchten. Und damit, so haben wir es in der Schule gelernt, beginnt die deutsche Geschichte.</p>' + 
    '<a href="#" class="top_oben nurright">&nbsp;</a>' +
    '<br>' + 
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    '<p class="nurfett"><a name="Über das Werden der Deutschen">2. Über das Werden der Deutschen</a></p>' +
    '</div>' +
    '<div  class="blocksatz">' +
    '<p>Wir blicken auf den Zeitabschnitt, dem das Deutsche Reich entwuchs und der das Jahrhundert der ersten deutschen Könige und Kaiser umgreift: die Jahre zwischen 911 und 1024. Der historische Ausgangspunkt ist eine chaotische und schlimme Zeit. Das Karolingische Reich war nach der Schlacht von Fontenoy (841) zusammengebrochen. Des großen Karls erheblich weniger begabte Enkel hatten sein bedeutendes Erbe verspielt. Die Geschichte lehrt uns, dass Koalitionen selten funktionieren, weil stets der Punkt kommt, an dem ein Land sich beklagt, dass es Opfer bringen muss für ein anderes. Die aus der riesigen Konkursmasse hervorgegangenen Teilkönigreiche (West- und Ostfrankenreich, Lotharingien) bekämpften sich wie alle Diadochen-staaten mit Erbitterung und nutzten jede Gelegenheit, einander zu schaden; es gab keine Autorität, keine Ordnung und keine festen Grenzen mehr. Das Geschiebe der nun kleinen Länder ging einher mit einer verweltlichten und auch irgendwie demoralisierten Kirche. Nirgendwo gab es einen großen Gedanken, nirgendwo eine charismatische Gestalt. Nirgendwo begann sich eine Macht zu destillieren, deren materieller und moralischer Elan ausgereicht hätte, die damalige Welt wieder mit einem Sinn zu erfüllen. </p>' + 
    '<p>Als dann im Jahre 911 König Ludwig, genannt "das Kind", als letzter der schwachen, kranken und ungenialen Herrscher der ostfränkischen Karolingersippe unter der Obhut seiner Berater 18-jährig still verschied, hätte sich das Ostkarolingerreich nach altem Erbrecht wieder mit dem Westkarolingerreich (das spätere Frankreich) vereinigen müssen. Denn dort regierte noch ein Karolinger, König Karl III. genannt "der Einfältige". Die selbstbewussten und auf ihr Eigenleben ausgerichteten deutschen Stämme wollten ihre Unabhängigkeit jedoch nicht aufgeben. Auch wollten sie einen Karl den Einfaltigen (879-929) als Souverän nicht anerkennen. Ihnen bedeutete die Erhaltung ihrer Familienmacht mehr als die Wiederherstellung der karolingischen Reichsmacht. Nur Lothringen, das seit 880 (Vertrag von Ribemont) zum Ostkarolingerreich gehörte, hielt an der alten Tradition fest und votierte für das Westreich. "Rückblickend bot dieses niedergehende ostkarolingische Imperium den verlässlichen Rahmen, innerhalb dessen die deutschen Stämme - alles eigenständige Völker - in einem zwei Jahrhunderte währenden Prozess zu einem neuen Volk zusammenwuchsen", urteilte Klaus Wiegrefe in seinem meisterhaften Artikel "Am Anfang war das Reich - wie aus Franken, Bayern und anderen Stämmen ein Volk wurde".</p>' +  
    '<p>Nicht in den germanischen Urwäldern des Cheruskerfürsten Arminius hat die deutsche Geschichte ihren Ursprung, sondern im oberfränkischen Forchheim: Jenem Pfalzort in der Nähe von Bamberg, in dem sich am 10. November 911 die Ausgliederung der deutschen Stammesgebiete aus dem einstigen Ostkarolingischen Reich mit einem zunächst lockeren </p>' + 
    '</div>' + 
    '<a style="float:left;" class="gallerie-start" href="./bilder/heimatgeschichte/ursprungwall/abb2_karte.jpg"><img src="./bilder/heimatgeschichte/ursprungwall/abb2_karte.jpg" alt="Abbildung 2" height="400" width="250" border="1"></a>' +
    '<span class="untertitel_l">Abb. 2: Beinahe hätte es die Deutschen nicht gegeben. Denn zunächst sprechen Bayern, Franken oder Sachsen nicht einmal eine gemeinsame Sprache und empfinden sich schon gar nicht als Deutsche. Und doch wird aus ihnen ein Volk - dank des ostkarolingischen Reiches, eines Kunststaats (Fontenoy/841-911), den heute keiner mehr kennt. Die Abb. zeigt das 911 ausgerufene Reich der Deutschen zur Zeit seiner ersten sächsischen Könige und Kaiser (911-1024) mit benachbarten Königreichen. Seit dem Auseinanderbrechen des großkarolingischen Reiches (841) gab es im Verlauf des 9. Jh.s eine Anzahl von Stammesherzogtümern - Thüringen, Bayern, Franken, Schwaben, Alemannen, Sachsen -, die aus den Verwaltungsbezirken des Reichs Karls des Großen hervorgingen. "Die Stämme bildeten als eine eher lockere, ostkarolingisch geprägte Aristokratie den politischen Zusammenhalt des Deutschen Reichs unter seinen ersten sächsischen Königen"." "Das Wort "deutsch" kom mt von lateinisch theodiscus, ein Begriff, der im übertragenen Sinn "volkssprachlich" bedeutete. Gemeint war damit keine bestimmte, einheitliche Sprache, sondern jede Volkssprache, die sich vom gelehrten Latein und von den romanischen und slawischen Sprachen Europas unterschied: etwa Alemannisch, Alt-Sächsisch, Bayerisch oder Ostfränkisch"4</span>' +
    '<div  class="blocksatz">' +
    '<p>Bündnis datiert. Das Versagen der ostkarolingischen Zentralgewalt gegenüber den Angriffen eindringender Ungarn und Normannen hatte zuvor zur Bildung dieser Stammesherzogtümer Sachsen, Thüringen, Bayern, Schwaben, Lothringen und Franken geführt.3</p>' +   
    '<p>Die Anfänge der deutschen Reichsbildung sind aus historischer Sicht bestechend klar: Der von der Wahlversammlung der Stammesherzöge erhobene Franke Konrad I. (911-19) sollte an seinem "dornenvollen Amt" scheitern. Die ihm in Forchheim gestellten Aufgaben erledigte erst sein Nachfolger. Sie machten den ersten der vier folgenden Liudol-finger (sächsische Hochadelsfamilie) damit zur glanzvollen Legende: König Heinrich I. (919-936) ging als Begründer der sächsischen oder ottonischen Dynastie in die Geschichte der Deutschen ein (Anm. 1). Er verschaffte dem neuen Königsthron den nötigen Respekt und versprach, die Ansprüche der Herzöge zu achten. Er gewann das abtrünnige Lothringen und damit ein großes Reservoir an Macht und Reichtum dem Reich zurück. Er vereinigte die militärischen Verbände der Stammesherzogtümer und bannte durch den Sieg in Riade (933) für eine Generation die Ungarngefahr. Das Königtum hatte dadurch seine Bewährung bestanden. Zum ersten Mal seit Bestehen des Reiches waren alle deutschen Stämme gemeinsam gegen einen Feind angetreten. "Damit hatte er (Heinrich I.) so etwas wie ein deutsches Nationalgefühl erzeugt".5 An ein Auseinanderfallen des Reiches war nach Riade nicht mehr zu denken. Heinrich bekriegte auch erfolgreich Slawen und Wikinger und schuf mit der Anlage vieler fester Stellen (Pfalzen) im Land die Voraussetzungen für die Entfaltung der mittelalterlichen deutschen Kultur. Er wurde dann auch schnell von den westfränkischen Karolingern (das spätere Frankreich) als neuer Souverän des ehemals ostfränkischen Territoriums bestätigt. Vor allem festigte Heinrich durch die von den Stämmen akzeptierte Königswahl seines Sohnes Otto I. die Dauerhaftigkeit des neuen Reiches. Das war nun auch in Zukunft nicht mehr - wie zuvor das Erbe Karls d. Großen -durch Erbstreitigkeiten und Erbteilung gefährdet. Otto I. (936-73) besiegte auf dem Lechfeld 955 die Ungarn endgültig und hieß seitdem "der Große". Königtum und Kaiserkrone waren von jetzt an fast immer miteinander verbunden. Es folgten die Herrscher Otto II. (961-83), und Otto III. (983-1002). Während der Regierungsdauer Heinrichs II. (1002-1024), des letzten der großen Sachsenkaiser, ereignen sich die in diesem Aufsatz beschriebenen Geschehnisse um Graf Giselbert und seinem Herrschaftsgebiet Walderfmgen. </p>' +
    '<p>Die in der kurzen Zeitspanne (911-1024) erfolgte Entstehung des Deutschen Reiches stellt wie die Entstehung anderer großer Reiche (Rom, Byzanz) ein weltgeschichtliches Phänomen von erster Qualität dar: Schon 50 Jahre nach dem Tag von Forchheim waren sich die Stammesherzöge zum ersten Mal ihrer Zusammengehörigkeit bewusst. Das Deutsche Reich war zur größten Macht Europas herangewachsen. Und es wurde geleitet von den Führern eines Stammes (Sachsen), der erst 150 Jahre vorher mit extremer Gewaltanwendung christianisiert und in das Reich Karls des Großen hineingepresst worden war. Eigentlich war es ein wahnsinniges Unternehmen, dass ausgerechnet die Könige eines kaum erschlossenen Bauernlandes ohne Hauptstadt und Beamtenschaft ein hochzivilisiertes, hochorganisiertes Imperium anstrebten und die Gedanken des Kirchenlehrers Augustinus über den Gottesstaat (civitas dei) in die Tat umzusetzen begannen 5(S. 53).</p>' +   
    '<p>Wie spektakulär die Königsmacht der ersten Deutschen auftrat, soll zum Abschluss dieses Kapitels kurz dargestellt werden:"</p>' +   
    '<p>Die Existenz und das Selbstbewusstsein des Reiches definierten sich während seiner ersten 100 Jahre in eher archaischer Manier. Es waren die vielen Königspfalzen, auf denen sich die großen Sachsen zu gemeinsamer Beratung und ausgiebigen Festmählern versammelten. Eine feste Residenz aber gab es noch nicht. Auch Heinrich I. und seine Nachfolger übten, wie vor ihnen die Merowinger und Karolinger, ihr "hohes Gewerbe im Umherziehen" aus. Man kann sagen, die Übernahme der deutschen Königswürde durch die sächsischen Liudolfinger (Heinrich L, Otto I-IIL, Heinrich II.) hat die Form der bis dato gewohnten Herrschaftsausübung nicht verändert. Der Monarch blieb ambulant. Seinem Amt haftete bis ins hohe Mittelalter etwas Nomadisches, fast könnte man sagen "Zigeunerisches" an. Wenn ein deutscher König sich zwei oder drei Monate am selben Platz aufhielt, erregte das großes Staunen. Die Chronisten berichteten von der ungewöhnlich langen Dauer eines solchen Besuches mit dem gleichen Interesse, das sie den Kriegen und Aufständen, Missernten und Unwettern widmeten.</p>' +   
    '<p>So zogen diese Herrscher also durchs Land, um Recht zu sprechen, Gesetze zu erlassen, Feldzüge vorzubereiten und ihre Macht zu dokumentieren. Die Stationen ihrer königlichen Wanderschaft waren die königlichen Hausgüter (Pfalzen). Deren Erträge reichten aus, einen hungrigen Hofstaat mit seinem riesigen Tross unterzubringen und zu ernähren. Erst von Heinrich II. (dem "Heiligen") an pflegten die deutschen Könige auch die Bischofssitze und großen Reichsabteien häufiger mit ihrer Anwesenheit zu "beehren" - sehr zum Leidwesen der Betroffenen, die die königliche Unterbringung manchmal für Jahre ruinierte.</p>' +   
    '<p>Aus den Königsurkunden ist darüber manches Wissenswerte zu entnehmen. So gut wie gar nichts wissen wir dagegen über den Zustand der Straßen. Wahrscheinlich haben sie sich, von den Römerstraßen abgesehen, von Karrenwegen nicht unterschieden. Die großen Flüsse wurden mit Hilfe von roh zusammengefügten Fähren und wenigen Schiffen überquert. Das alles führte zu mancherlei Gefahren. Und wenn ein Königszug von einem Unwetter überrascht wurde, muss-te selbst der König in einem schnell aufgeschlagenen Zelt campieren. Thietmar von Merseburg berichtet zum Beispiel, dass König Heinrich II. in der Nähe der Elbe in ein schweres Gewitter geriet, "das weit und breit Menschen, Vieh, Häuser und Feldfrüchte vernichtete, die Wälder verwüstete und alle Wege unpassierbar machte".7 Daraus ist zu folgern, dass der Beruf des Herrschers damals auch eine robuste Gesundheit erforderte. Das gilt natürlich auch für die Königin, die ihren Gemahl auf seiner Wanderschaft zu begleiten pflegte. Weilte er im Krieg (was häufig genug vorkam), vertrat sie ihn und zog an seiner Stelle durch die Lande. Das traf besonders für die populäre Königin Kunigunde, die Schwester Graf Giselberts zu. Ihr blieb die Landstraße wegen der zahlreichen Kriegszüge Heinrichs II. nicht erspart. Sie war sogar als allseits beliebte Kaiserwitwe häufig unterwegs, um auf ihre Weise Glanz und Reichtum der Krone und den christlichen Lebenswandel der königlichen Familie öffentlich darzustellen, ehe sie die Reichsinsignien 1024 dem großen Salier Konrad II. übergab.</p>' +   
    '<p>Das Zeitalter der ersten fünf deutschen Sachsenkaiser reichte bis Heinrich II., dem königlichen Schwager von Graf Giselbert. Der Kaiser blieb kinderlos und war der letzte seiner Dynastie. Als Heinrich 1024 in die Gruft seines Bam-berger Domes eingelassen wurde, kehrte das Königtum auf hundert Jahre wieder zu den Franken (Salier) zurück, von denen es ausgegangen war (Anm. 2). Der erste fränkische Salier Konrad II. blieb ganz in den Bahnen, die sein Vorgänger ihm gewiesen hatte, und das mit gutem Grund: Denn der letzte Liudolfinger hatte ein gesichert in sich ruhendes Reich hinterlassen, eine starke Monarchie, die in ausgeglichener Macht die Gewalten der Stammesherzogtümer überlagerte, und die bestens mit der Kirche verbandelt war.</p>' +   
    '<p>Dieses in wilden Zeiten entstandene Heilige Römische Reich der Deutschen sollte in vielfacher Verwandlung bis in Bis-marcks Reich von 1871 überdauern und dort ein sonderbares, gebrochenes Echo finden.' + 
    'Wenden wir uns von der Reichsgeschichte nun wieder den damaligen Ereignissen in unserer Heimat zu. </p>' +  
    '</div>' +
    '<a href="#" class="top_oben nurright">&nbsp;</a>' +
    '<br>' + 
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    '<p class="nurfett"><a name="Die Turmhügelburg von Walderfingen">3. Die Turmhügelburg von Walderfingen</a></p>' +
    '<div  class="blocksatz">' +
    '<p>Zehn Kilometer östlich der Grenze zu Frankreich setzt sich das saarländische Industriegebiet unübersehbar in Szene. Es lässt uns an Kohle und Eisen denken, an die Feuer der Hochöfen, die Glut der Abstiche und die Untertagewelt der Gruben. Etwa auf der Hälfte der Strecke zwischen Merzig und St. Arnual liegen die vier Städte Dillingen, Bous, Völklingen und Saarbrücken. Genau genommen bilden sie einen einzigen Siedlungs- und Industriekomplex, so dass sie, zumindest im Kartenbild, fast schon eine Einheit darstellen.</p>' +   
    '<p>Um so stärker empfindet man die Stille und Abseitigkeit der Landschaft, die sich auftut, wenn man über das Stadtgebiet der ersten Fabrikansiedlung Dillingen hinaus auf die französische Grenze zufahrt. Unversehens befindet man sich in einer Welt von seltsamer Unberührbarkeit - einer unbekannten, eher namenlosen Grenzzone, die selbst von voluminösen Reiseführern fast keines Wortes gewürdigt wird, obwohl sie bei näherer Betrachtung viele Reize enthüllt. Und es ist ganz leicht, sie zu entdecken. Zwar findet man in den kleinen französischen Flecken am Rande der Straßen ein unverdorbenes, vorgestriges Dorfpanorama, zwar prägt sich hier und da die Silhouette einer zugewachsenen Burg oder eines herrschaftlichen Landsitzes ein - seine eigentliche Schönheit aber offenbart das Land am meisten da, wo sich die Erde zu Hügeln, Einschnitten und Mulden formt. Und so weit man sehen kann, überziehen diese Anhöhen, Täler und Teiche wie ein Ozean das Land.</p>' +   
    '<p>Das Tal der Saar ist, nach einem Wort von Heimatforscher Dr. Hans Neis, die letzte sichtbare Anstrengung der Erdgeschichte, das Saargebiet vor diesem Meer zu retten. Das lothringische Stufenland wäre demnach das Meer, das bis an die Flussrinne unseres Saarabschnitts spült. In der Tat hat das Land zwischen den Gaudörfern und Metz etwas vom Wellengang einer mäßig erregten See. Langsam wogt es auf und ab, ruhig und bedächtig atmend. Es gibt nur wenige Berge, nur wenige Wälder, nur kleine Flüsse oder Teiche. Das Bild bestimmen weit geschwungene, fließende Ackerflächen, die bis auf den letzten Quadratmeter bebaut werden; eine Geographie der Erdkruste, die Idylle und Notwendigkeit souverän vereint.</p>' +   
    '<p>Erst auf deutscher Seite verliert sich das Muster einer intensiv bewirtschafteten Nutzlandschaft. Auch hier breitet sich rund um die wenigen Dörfer diese sonderbar urwüchsige Landschaft: faul dahin fließende, kleine Bäche; beschilfte Ufer; Lehmland und mit Schlehen bewachsene Hügelkuppen; schmales Buschwerk, das sich zwischen den Feldern und Wiesen dschungelartig verdichtet; Flechten und Mistelballen an Pappeln und in Obstbäumen. Und erst in geraumer Entfernung von den Ortschaften umzäunte Viehweiden, auf denen philosophisch gestimmte Kühe unter Apfelbäumen grasen.</p>' +   
    '<p>Wir befinden uns auf dem Saargau, dem letzten Abschnitt des lothringischen Stufenlandes, dem vollkommensten Landschaftsgebilde, das es heute im Großraum Saar-Mosel noch gibt; eine Gegend, die der liebe Gott in einer glücklichen Stunde schuf und die er sozusagen selbst für einen besonderen Typus von menschlichen Geschöpfen gestaltete.</p>' +   
    '<p>Die Menschen dieser Landschaft, so hört man immer wieder, sind stark und bedächtig, ausgesprochene Nützlichkeitsfanatiker: ein praktischer Bauern- und Arbeiterschlag, der fest auf dem Boden der Tatsachen steht und die Sterne am Himmel lässt. Zu diesem kühlen Realismus passen ihr hintergründiger Humor und ihre spitze Ironie. Ja, manchmal hat man den Eindruck, als seien die Leute hierzulande alle ein wenig mit den verschmitzten Repräsentanten dieses Erdstrichs verwandt: mit Alfred Gulden, dem hintergründigen Erzähler, der in Roden das Licht dieser Welt erblickte und dem der Gau zur Heimat wurde, und mit Jean-Louis Kieffer, dessen großes Anliegen das Weiterleben der deutsch-lothringischen Mundart ist und der im grenznahen Filstroff seine Tage verbringt. Die Dörfer des Gaus passen - wie könnte es anders sein - zu diesem erdgebundenen Menschenschlag und in die Grenzlandschaft. Sie sind von gesunder Diesseitigkeit und eher unauffällig: ein wenig winkelig und verschroben und auf den ersten Blick nicht sonderlich eindrucksvoll, obwohl schöne, alte Bauernhäuser und kraftvolle Kirchenbauten den Aufenthalt auf unverhoffte Art belohnen.</p>' +  
    '</div>' +
    '<a style="float:left;" class="gallerie-start" href="./bilder/heimatgeschichte/ursprungwall/abb3_.jpg"><img src="./bilder/heimatgeschichte/ursprungwall/abb3_.jpg" alt="Abbildung 3" height="152" width="250" border="1"></a>' +
    '<span class="untertitel_l">Abb. 3: Der 140 Meter aus der Saarebene sich erhebende Humburg ist ein 400 Meter langer Bergrücken mit Muschelkalksohle, der nur auf seiner Krone und den Flanken dicht bewaldet ist. Die Turmhügelburg stand genau in der geometrischen Mitte seiner vorderen Spitze, unmittelbar hinter dem Waldrand und noch vor dem Steinbruch. Links neben dem Hochsitz (Pfeilmarkierung) ist ein schmaler Durchgang in den Schlehenheckengürtel geschnitten.</span>' +
    '<div  class="blocksatz">' +
    '<p>Auch die Gemeinden Düren und Kerlingen entsprechen diesem typischen Gesicht einer Gaugemeinde. Locker um eine einzige große Hauptstraße gruppiert, haben die beiden Dörfer trotz fortschreitender Industrialisierung ihren ländlichen Charakter bewahrt. Und da Unauffälligkeit hier oben offenbar Gesetz ist, verrät auch der „Humburg", zwei Kilometer westlich von Düren, nichts von der Rolle, die er einmal in alter Zeit gespielt hat.</p>' +   
    '<p>Wer ihn überhaupt entdecken will, tut gut daran, sich am Sportplatz des Dorfes Kerlingen vom Ort abzusetzen und einem Landweg zu folgen, der in enger Fühlung mit dem Hoch und Nieder der Landschaft zum Parkplatz des Flugplatzes Düren führt. Den Humburg erreicht man von hier aus parallel zur Startbahn nach etwa 20 Minuten bequem zu Fuß über freies Feld. Schon bald schiebt sich eine von dicht beieinander stehenden Robinien gekrönte Berg nase 400 Meter ostwärts in die Saarebene hinein (Abb. 1). Der zwischen den ersten Bäumen stehende Hochsitz dient als Orientierungspunkt. Direkt links daneben, hinter der Waldgrenze, erkennt man deutlich eine künstlich geschaffene Grabensenke, die sich zusammen mit einem Wall wie eine Sperre vor den restlichen Bergrücken legt. Auf dem dahinter liegenden kleinen, plateauartigen Scheitel stand der Burgturm. Die Kantenränder der Hänge rundherum sind scharf geschnittenen und umschließen den Bergsporn nach drei Seiten. Eine kleine, sehr gut zu verteidigende Naturfestung also. Ein Blick von der natürlichen Plattform der Geländebastion in die Niederung hinab bestätigt den Festungscharakter. Die Wände fallen steil ab, und zwei wachsame Augen vermögen die Landschaft unbehindert unter Kontrolle zu halten. Es überrascht also nicht, wenn man erfahrt, dass dieser im Trias geschaffene Bergrücken schon vor Tausend und mehr Jahren bewohnt und besiedelt war. Ins Blickfeld der Historiker rückt er allerdings erst mit Beginn des 10. Jahrhunderts, als er von Giselbert, einem der ersten Grafen von Walderfmgen, in der Zeit seiner Herrschaft zu einem festen Platz ausgebaut wurde.</p>' +   
    '<p>Es ist ein trauriges Geschick, dass über gerade diesem Bauwerk, das im ganz frühen Mittelalter über unsere Vorfahren wachte, heute tiefes Dunkel gebreitet liegt. Zu jener Zeit erstreckte sich tief unten im Tal, auf höher gelegenen Geländeterrassen, die spätfränkische Siedlung Walderßngen (Anm. 3).</p>' +   
    '<p>Das Fundmaterial im gesamten Bereich über die Gauhöhenkante hinaus beweist, dass die Fläche bereits in prähistorischer Zeit bewohnt war. Die ältere Steinzeit brachte sich durch einige grob behauene „Schopper" in Erinnerung. Stumme Zeugen der jüngeren Steinzeit waren Beile, Hämmer, Pfeilspitzen und Klingen aus Feuerstein. Die Menschen dieses Zeitalters (4200 v. Chr. - 1800 v. Chr.), die ersten europäischen Ackerbauern - heute Bandkeramiker bezeichnet - haben nicht nur auf den lehmigen sandigen Böden der Saartalweitung gelebt. Der Muschelkalk auf dem Gau war von Natur aus waldfrei und wurde ebenfalls Zone</p>' +   
    '<br>' + 
    '</div>' +
    '<a style="float:left;" class="gallerie-start" href="./bilder/heimatgeschichte/ursprungwall/abb4_.jpg"><img src="./bilder/heimatgeschichte/ursprungwall/abb4_.jpg" alt="Abbildung 4" height="152" width="250" border="1"></a>' +
    '<span class="untertitel_l">Abb. 4: Lageplan der Turmhügelburg auf der Humburg (nach Reinhard Schindler). der ältesten Besiedlung. Zahlreiche Reste von Ziegeln, Keramik, Münzen und Glas beglaubigten auch die gallo-römische Zeit in den überpflügten Wohnarealen. Durch den seit fast zwei Jahrtausende betriebenen Ackerbau sind eine Vielzahl kleiner Siedlungen (villae rusticae) vielfach verschliffen und zum Teil dem Erdboden nahezu gleichgemacht. Kurzum: die Historiker gehen davon aus, dass hier oben schon lange vor der Anlage der Turmhügelburg ein siedlungsgeschichtlicher Zusammenhang besteht und dass der Kupfererzabbau dabei eine große Rolle gespielt hat. Auch existierte an den „drei Kapuzinern" vorbei ein alter Handelsweg (Salz, Kupfererz), den das Befestigungswerk einfing und nach dem es sich ausrichtete</span>' +    
    '<div  class="blocksatz">' +
    '<p>Die ersten archäologischen Stichgrabungen im Sommer 1965 durch den Landeskonservator Reinhard Schindler ließen keinen Zweifel daran, dass der Wall aufgeschüttet worden war. Auffall ig war aber, dass er sich auf der höchsten Stelle des Bergsporns kaum hervorhob, ja dass er in der Mitte des Bergrückens in einen abgeflachten Hügel überging. Die Fläche dieses kleinen Plateaus war natürlich und bestand nicht aus aufgetragenem Boden. Der kleine Burghügel lieferte den Clou der eigentlichen Grabung. Erstmalig in der Großregion stieß man auf die Reste eines turmartigen Steinhauses aus so früher Zeit. Der Muschelkalk hat sich auch in diesem Fall als erstklassiger Konservator bewährt und das Fundament ausgezeichnet erhalten. An dieser Stelle wurde das mehrgeschossige Befestigungswerk mit dem beachtlichen Grundriss von etwa 17 auf 14 Metern in einem umlaufenden Grabensystem errichtet. Der Rand des Geländesporns war rundherum in seiner vollen Länge unbefestigt, da die steilen Berghänge ja an jeder Stelle genügend Schutz boten. Das Alter des Objektes gab den Archäologen zunächst große Rätsel auf. Waren die Trümmermassen doch durchsetzt mit zerbrochenen römischen Dachziegeln, zerschlagenen Resten eines beschrifteten Reliefsteines aus römischer Zeit mit Rauten- und Volutenmuster, sowie mit anderen behauenen römischen Steinen oder Quadern; und das alles lag im Innenhof eines bis 2,2 m breiten Mauerwerks. Die Anlage machte auf den ersten Blick einen römischen Eindruck. Dafür sprachen die Grundrissform, die ungewöhnliche Mauerstärke sowie die Verwendung dieser römisch behauenen Steinen (Spolien).</p>' +   
    '<p>Wie es nicht ganz leicht gewesen war, aus der Vielzahl der von der Erde freigegebenen Objekte auf zwei verschiedene Bauperioden zu schließen, so schwer war es auch, das chronologische Gerüst für die Geschichte der Turmhügelburg zu entwerfen. Neben den Spolien waren es auf den ersten Blick recht unscheinbare Funde, die den Ausgräbern als Chronometer zur Verfügung standen: die üblichen Scherben, einige Pfostenlöcher, Holzkohlestücke und frühromanische Säulenkapitelle. Aus den Befunden der Spatenforschung von Reinhard Schindler in den Jahren 1965 und 19668 lassen sich demzufolge innerhalb der Turmbebauung eine alte und eine neue Ausbauphase rekonstruieren.</p>' +   
    '<p>Nach seiner Auffassung trug ein zentraler Holzpfeiler von beträchtlichem Ausmaß (1,2 m Durchmesser) die Last des Daches, einer ersten Holzkonstruktion. Steinernes Mauerwerk scheint zu dem frühen Bau nicht gehört zu haben. Die wissenschaftliche Grabung von Reinhard Schindler brachte es schnell an den Tag: Geringe frühmittelalterliche Scherbenreste und dendrochronologische Untersuchungen von Rotbuchenholzkohle mit dem Fällungsjahr 813 datieren den ersten Bau in das 9. Jh., vorausgesetzt, der korrekt identifizierte Baum wurde nicht zu einem viel späteren Zeitpunkt verarbeitet 8(S. 70 und Anmerkungsziffer 153).</p>' +   
    '<p>Der zweite Bauabschnitt datiert ins 10. Jahrhundert. Hier erfolgte der steinerne Umbau zu einem zwei- oder mehrgeschossigen Wohn- und Verteidigungsturm, der um einen klei- nen Innenhof gebaut war. Dieser Lichthofbestand aus je vier Säulen, die im Abstand von 1,50 m zueinander im Rechteck standen. In seinem Boden fanden die Ausgräber Architekturteile dieser inneren Turmkonstruktion, die aufgrund verschiedenartiger Zeitzuordnungen rätselhaft erschienen. Bei den herabgestürzten Objekten handelte es sich um frühmittelalterliche Säulen- und Halbbogenreste mit teilweise eingebauten römischen Kultursteinen. Besonders drei frühromanische Säulenkapitelle waren von erlesener Schönheit. Diese Teile sind außerdem äußerst selten, weil in der Regel andernorts eine Überbauung in romanischer Zeit - besonders im Sakralbau - stattgefunden hat. Die Architektur der inneren Lichthoffassade des Burgturms hatten die Bauleute offenbar mit zeitfremden, steinernen Versatzstücken ausgefüllt, die -wie häufig - einer älteren römischen Vorgängeranlage oder aus der gallo-römischen Umgebung entnommen waren. Von der Innenseite her konnte man aufgrund der aus dem Boden geborgenen Teile den Charakter des Burgturms genau bestimmen.</p>' +   
    '<p>Hölzerne und aus Buntsandstein gehauene Säulen mit dem Durchschnitt von etwa 35 cm trugen steinerne Würfelkapitelle. Die Pfeiler standen auf Steinbasen und waren unter flachen Halbbögen eingefügt. Auf Teilen der Kapitelspiegel waren römische Blattornamente und römische Buchstaben (z.B. „NT...IA") zu sehen. Die erste Geschosshöhe wird auf 3 m geschätzt. Stellenweise waren die Trümmermassen im Innenhof durchsetzt von Brocken eines dickwandigen Lehmbewurfs mit Abdrücken von Holzzweigen. Daraus schloss Schindler, dass sich über dem steinernen Unterbau ein Obergeschoss aus Fachwerk befunden hat 8(72-73).</p>' +   
    '<p>Die nachträgliche Verwendung von Spolien, d.h. von behauenen römischen Kultursteinen und Dachziegeln, in dem ansonsten frühmittelalterlichen Gemäuer gibt der Anlage ihren besonderen Reiz. Hierbei belegte ein Aufsehen erregender Fund die Höherwertigkeit des römischen Gemeinwesens in gallo-römischer Zeit: Die bereits erwähnten Buchstaben der römischen Inschrift „NT...IA" lieferten den Beweis, dass eine der frühmittelalterlichen Säulen mitsamt Kapitell und Basis in einem Stück aus einem römischen Grabstein von beträchtlicher Größe geschlagen war (siehe Abb. 10, Säule a). Die rekonstruierbare Zeilenlänge zwischen den erhaltenen Buchstaben ist 1,5 m lang, was bedeutet, dass sich das gewaltige Denkmal zur Zeit der Erbauung des Turmes noch in unmittelbarer Nähe befunden hat. Aus dem Boden des Lichthofs wurde eine zweite Säule gehoben. Diese war aus einem anderen Teil desselben römischen Grabmals von frühmittelalterlichen Steinmetzen in einem Stück heraus gearbeitet worden. Auf dem Spiegel ihres Kapitells ist ein ausdrucksstarkes Blattornament zu sehen (siehe Abb. 10, Säule b). Das römische Grabmonument ist in Beziehung zu setzen mit den in den Fels geschlagenen Götterweihebildern der „drei Kapuziner" an der Straßen-fuhrung Wallerfangen-Metz und den römischen Kupferbergwerken bei St. Barbara und auf dem Limberg.</p>' +   
    '<p>Die ungewöhnliche Säule mit der römischen Inschrift auf Kapitell und Basis (Abb. 10, Säule a) ist - nebenbei bemerkt - in dem neu eingerichteten Museum in der Schlosskirche (EG) von Saarbrücken zu besichtigen.</p>' +   
    '</div>' + 
    '<a style="float:left;" class="gallerie-start" href="./bilder/heimatgeschichte/ursprungwall/abb5_.jpg"><img src="./bilder/heimatgeschichte/ursprungwall/abb5_.jpg" alt="Abbildung 5" height="295" width="250" border="1"></a>' +
    '<span class="untertitel_l">Abb. 5: Vom Turmgebäude selbst sind noch die Grundmauern erhalten. Die Mauern sind zwischen 1,80 und 2,20 Meter dick. Die Außenmaße betragen 17 auf 14 bzw. 12 Meter. Es handelt sich um eine zwei- oder mehrgeschossige Turmanlage mit einem kleinen Lichthof.</span>' +
    '<p>Die baulichen Details lassen keinen Zweifel daran, dass als Bauzeit im Wesentlichen nur die zweite Hälfte des 10. Jahrhunderts in Frage kam. Die Grundgestalt der steinernen Hügelturmburg ließ sich also mit einem hohen Grad an Wahrscheinlichkeit in die Zeit der ottonischen Herrscher datieren. Brandspuren weisen daraufhin, dass die Anlage im 11. Jh. nach dem Tode von Graf Giselbert einem Feuer zum Opfer fiel. Über das weitere Schicksal der Humburg schweigen sich die Quellen aus. Joachim Conrad sagt, dass „die zweite Turmhügelburg, die nach Ausweisung der Brandspuren einer Feuersbrunst zum Opfer gefallen ist, nicht mehr aufgebaut wurde"9 Es ist davon auszugehen, dass die noch bestehende Gebäudesubstanz von den Bauern der Umgebung mit Eifer ausgeschlachtet wurde, während die örtliche Macht sich nur wenig später in der Burg Altenfelsberg (Anm. 4) auf dem Riff des Hansenberges (heutiges St. Barbara) niederließ.</p>' +   
    '<p>Will man den Grafenburgturm auf dem Humburg klassifizieren, so beschreibt Schindler, „dass sie als Turmburg mit einem umlaufenden tiefen Graben auf dem Rücken eines Bergsporns im 9. Jh. begründet, im 10. Jh. in das System einer Abschnittsbefestigung einbezogen und mit frühroman sehen Bauelementen zu einem zweigeschossigen Wehrturm ausgebaut wurde" 8(S.76). Mit der wissenschaftlich gewonnenen Charakterisierung des Wallerfanger Burgturms stimmt noch ein weiteres Bauwerk aus unserer Heimat überein. Die im Bliestal (Einöd) auf dem „Heidenhübel" gelegene Hügelturmburg ist das zunächst liegende und baugeschichtlich zutreffendste Vergleichsbeispiel zu Wallerfangen 8(S.74). Die Fachwelt bewertet beide Anlagen als selten und bedeutend.</p>' +   
    '<p>Vor der ersten Jahrtausendwende hat es Turmanlagen dieser Art bis in die Zeit der dynastischen Ritterburgen gegeben. Den Archäologen gelang wie in Wallerfangen oft der Nachweis, dass in den stolzen, zweigeschossigen Turmhügelburgen aus Stein meist ein älterer nüchterner Wehrbau aus Holz steckte. In diesem Zusammenhang verweist Alfred Steeger 7(S. 14/15) auch auf die grabenumzogene Turmhügelburg, die auf dem berühmten, im 11. Jahrhundert entstandenen Bildteppich von Bayeux dargestellt ist. Auf diesem Bildmaterial fußend, konnte erstmalig der Rekonstruktionsversuch einer solchen Anlage entworfen werden. </p>' +  
    '<p>Von dem Turmhügelbau auf dem Humburg sind nur noch die Grundmauern und das Grabensystem erhalten. Das 1,8 bis 2,2 m breite Mauerwerk wurde im westlichen Teil fast ganz durch die Steinbrecher einer spätmittelalterlichen Kalkbrennerei ausgebrochen. Nur an der Seite zu Wallerfangen sind die äußeren und inneren Blendmauern mit dem dazwischen liegendem Gusswerk noch zwei bis drei Steinlagen hoch zu sehen. Schindler hat sie jedoch zu ihrem Schütze gänzlich wieder zugeschüttet.</p>' +   
    '<p>Die Ofenreste der vorgenannten Steinsucher entdeckten die Ausgräber an der südwestlichen Außenböschung des Wallgrabens. Auch der nach Osten ausgeworfene Graben ist heute noch erkennbar. An beiden Seiten geht der kleine Platz auf dem Buckel in steile Hänge über. Wenige Meter hinter der Ausgrabungsstelle steht man einem riesigen kreisrunden Buntsandsteinbruch aus jüngerer Zeit (Vauban) gegenüber, der sich bis zur Bergspitze ausdehnt und dessen abgesägte Wände jäh fünf bis sechs Meter abfallen. Dadurch wurden die einstige Oberfläche der Bergnase und eventuell vorhandene römische oder ältere Besiedlungs- oder Befestigungsspuren beseitigt.</p>' +   
    '<hr>' +                
    '<p>Es ist nach Ansicht des Verfassers davon auszugehen, dass vor der befestigten Turmhügelburg auf der Humburg, jenseits des Wallgrabens in Richtung Landebahn (siehe Abb.l), eine für die Zeitepoche (9./10. Jh.) typische Vorburg, eine kleine palisadengeschützte Siedlung, vorgelagert war. Archäologische Grabungen anderen Ortes weisen unzählige solcher Verteidigungsanlagen als Vorläufer der dynastischen Ritterburgen in Mitteleuropa nach. Man weiß, „dass die frühen Turmhügelbauten Befestigungsanlagen des karolingi-schen und darauf folgenden frühmittelalterlichen Landadels und damit die ersten Wehrbauten eines einzelnen waren. Sie bestanden normalerweise aus Haupt- und Vorburg und schützten sich mit Wällen, Palisaden und einem auf erhöhtem Terrain errichteten Turm" 7(S 16). Man bevorzugte also jene natürlichen Bastionen im Gelände, die schon in urgeschichtlichen Zeiten häufig als Festung dienten. Erhöht stand dort das turmartige Haus des Besitzers, und das meist rechteckige bis hufeisenförmige Vorwerk nahm die Wirtschaftsgebäude auf. Eine solche Anlage war nichts anderes als ein zur Befestigung ausgebauter Herrensitz auf bäuerlicher Grundlage. Schon zur Ottonischen Zeit (936-1002) setzten sich die Grundherren sichtbar von ihren Untergebenen ab, indem sie auf der Plattform eines künstlich aufgeschütteten Hügels im flachen Gelände oder auf einem natürlichen Geländesporn einen Wohnturm bezogen 7(S. 16, und siehe Mottenforschung). Auch der Humburg bot eine ideale Topo-grafie zur Errichtung einer solchen Anlage: Erst unmittelbar vor der Spitze senkt sich der gleichmäßig hohe, lang gestreckte Bergrücken ein wenig und bildet vor dem letzten Ende des auslaufenden Rückens eine natürliche, grabenfor-mige Mulde, hinter der sich das kleine, gewölbte Plateau mit dem Turm erhob.</p>' +   
    '<p>Doch was trieb die adeligen Grundbesitzer auf dem Lande, sich in feuchte Niederungen oder auf abseits gelegene Geländeerhöhungen zurückzuziehen und hinter Graben, Holzwällen und mitunter künstlichen Hügeln kostspielig einzubauen?</p>' +
    '<p>Ein Blick auf die historische Situation im 9. und 10. Jahrhundert gibt uns die Antwort: Nach dem Verfall des karolingischen Reiches folgten während zwei Jahrhunderten eine unruhige Zeit. Der Westen des Ostfränkischen Reiches wurde durch die Einfalle der Normannen und Ungarn schwer erschüttert. Die ostfränkische Königsmacht der Karolinger war außerdem geschwächt durch innere Zwistigkeiten und nicht in der Lage, die feindlichen Einfalle der Normannen und Ungarn zu bannen. Stadt und Land waren schutzlos ihrem Zugriff preisgegeben (Anm. 5). Da die Obrigkeit bis zu Beginn des Deutschen Reiches (911) versagte, blieb nichts anderes übrig, als zur Selbsthilfe überzugehen. Auf das königliche Befestigungsrecht nahm man dabei keine Rücksicht. „Der Verfall der zentralen Gewalt nach Karl d. Großen und die Not, die die Normannen und Ungarn in der zweiten Hälfte des 9. Jh. heraufbeschworen, gaben also den politischen Hintergrund für diese Wohnturmburgen mit besiedelten Vorburgbauten ab" 10(Pot.).</p>' +
    '<p>Trotz der aufschlussreichen Ausgrabungen Schindlers (1965/66) ist die gebührende Aufmerksamkeit der Wissenschaft der Turmhügelburg auf der Humburg bisher versagt geblieben. In der Folgezeit waren es vor allem vereinzelt Heimatforscher, die immer wieder auf die ungehobenen „Schätze" einer besiedelten Vorburg im Boden vor dem heutigen Abschnittswall und der davor liegenden Ebene des Humburgrückens aufmerksam gemacht haben. Über der freien Fläche vor dem Waldrand auf der Humburg (siehe Abb. 3) hat sich nichts aus dem frühen Mittelalter erhalten. Aber mögen auch von einer Jahrtausend alten Vorburg keinerlei Spuren mehr über der Oberfläche sichtbar sein, so lässt sich ihre Lage und Beschaffenheit doch durch Nachgrabungen immer noch feststellen. Das gilt sogar vom Erdwall und Graben eines römischen Marschlagers, sicher aber von den Holz-Erde-Festungen der ottonischen Epoche. Wo nämlich einmal zu irgendeiner Zeit Erdreich aus der Tiefe ausgehoben wurde, wird die Masse, die die Lücke im Lauf der Jahre wieder ausfüllt, niemals die Farbe, Schichtung und Zusammensetzung des gewachsenen Bodens annehmen. Sie ist lockerer, meist dunkler und mit zahlreichen Einschüssen vermischt und gewöhnlich mit Resten menschlicher Gebrauchsgegenstände. Viel wichtiger aber ist: Wo einst der die Vorburg umlaufende Wall war, wird man die Pfostenlöcher der Palisaden leicht wieder finden, zu erkennen an den häufigen Kohleresten. Pflegte man doch die Palisaden unten anzuglühen, um sie gegen das Verfaulen im feuchten Boden zu schützen. Ebenso ließen sich auf diese Weise die Einbettungen der Holzpfosten aller Gebäude der Vorburg noch im Boden nachweisen. So lassen sich damit wenigstens die Umrisse dieser Bauten feststellen, wenn auch das Baumaterial längst verbrannt oder vermodert ist.</p>' +   
    '<p>Sicherlich gehört die Hügelturmburg von Wallerfangen nicht zu den Perlen in der Krone der saarländischen Ausgrabungsszene. Bisher jedenfalls vermochte sie nicht mit Aufmerksamkeit zu prunken. Dabei könnte für den Archäologen der Nachweis einer Vorburg auf der Humburg so etwas wie ein Paradepferd seiner Wissenschaft sein: ein Unikat in unserer Region aus einer ganz speziellen Zeitepoche. Nüchtern betrachtet sind die Fundaussichten für eine archäologische Erkundung auf dem noch nie überbauten, jungfräulichen G-elände des Humburgrückens mehr als gut. Das ans Licht Gebrachte würde über die Fachwelt hinaus beträchtliches Aufsehen erregen</p>' +     
    '<p>Nebenbei bemerkt - zur Feststellung eines Besiedlungsplatzes der Kelten auf dem benachbarten Limberg führte die Universität Saarbrücken im März 2007 zwischen dem Wall III und der heute noch sprudelnden Magdalenenquelle (neben der Kapelle) eine ebensolche zerstörungsfreie Untersuchung durch. Mit Hilfe der Magnetographie konnten Anomalien in der Pappelschonung hinter dem Wall HI und neben der Kapelle festgestellt werden. Nachfolgende Grabungen sollen nun Klarheit schaffen.</p>' +   
    '<p>Bleibt zum Schluss noch die wichtige Frage zu erörtern, ob für die Platzwahl der Turmhügelburg neben den Wege-sicherungs- und Verteidigungsaspekten auch eine Kontrolle über die Erzausbeute im Wallerfanger Kupferrevier mitbestimmend war. Der Verfasser schließt sich in dieser Sache ganz der Vermutung von R. Schindler an. Nach Ansicht des ehemaligen Landeskonservators könnte die Sicherung und Überwachung des beträchtlichen Erzreviers im Blaufels, im Blauloch, auf dem Hansenberg und im Erzstollen an der Nordflanke des Humburgs als wirtschaftlicher Faktor eine gewichtige Rolle bei der Situierung für den Grafenturm von Wallerfangen gespielt haben, „denn auch die späteren Dynastenburgen auf dem Felsberg (Teufelsburg) und auf dem Hansenberg (Altfelsberg) halten sich in auffalliger Nähe solcher Abbaugebiete" 8(S. 76). Allerdings darf nicht unerwähnt bleiben, dass im Gegensatz zur vermuteten Nutzung des Wallerfanger Erzreviers in vorömischer Zeit und der nachweislichen Nutzung in römischer Zeit die archäologischen Beweise für einen frühmittelalterlichen Kupfererzabbau nicht vorliegen. Als einzige Quelle für diese Zeitepoche weist im 9. Jahrhundert n. Chr. der Weissenburger Mönch Ottried darauf hin, dass der Kupfererzbergbau in Wallerfangen sehr bedeutend war.11 Dass aber das Kupfererz Azurit zur Gewinnung von Farbstoff gerade im nachfolgenden Mittelalter nach übereinstimmender Meinung der Wissenschaft wieder in großen Mengen gewonnen wurde, lässt nach Ansicht namhafter Heimatforscher aus der Region die Annahme zu, dass das wertvolle Mineral (Wallerfanger Bergblau) auch im frühen Mittelalter abgebaut wurde. (Anm. 6).</p>' +   
    '<hr>' +    
    '<p>Gehören Sie, lieber Leser, zu jener Sorte von Menschen, für die die Natur Stimmungen reflektiert? Wer sich Zeit für idyllische Betrachtungen nimmt, der genieße den Anblick der Ausgrabungsstelle auf dem Humburg. Denn es gibt nicht viele dieser geheimnisvollen Fleckchen in unserem Land.</p>' +   
    '<p>Nur selten verschlägt es einen Besucher auf den abseits der Straße liegenden Geländevorsprung. Geschieht es dennoch, so entdeckt er auf den ersten Blick wenig historisch Sehenswertes. Erst beim genaueren Hinsehen findet man hier die aufgeschütteten Erdwälle, dort einige ausgehobene und nicht wieder zugeworfene Stichgräben. Ringsum den kleinen Scheitel des Turmplatzes steht dichter Altwald und in seiner Mitte bis zur Bergspitze erstreckt sich der dominierende Steinbruch.</p>' +   
    '<p>Steht man ganz vorne auf der Spitze der Humburg und blickt in die Niederung hinab, so empfangt man einen jener unauslöschlichen Landschaftseindrücke, die zu erklären der Verstand alleine nicht ausreicht. Im Tal bricht sich das Licht in der längst in ein reguliertes Bett gezwängten Saar, und zu Füßen liegt der Ort Wallerfangen. Ein prosaischeres Bild ist schwerlich denkbar. Und doch gehört die Anlage auf der Humburg zu den Stätten der ganz frühen, deutschen Vergangenheit, wo sich Geschichte gewissermaßen summiert. Heute ist das geschichtliche Bild hier stumm. Weder die Felder auf dem Bergrücken zur Landebahn zu, noch die vielen kleinen Häuser, die sich in der Wallerfanger Ebene angesiedelt haben, verraten irgend etwas von der Bedeutung vergangener Tage. Was davon geblieben ist, liegt unsichtbar unter der Erde. Aber noch immer ist die Landschaft hier oben voll von der sinnhaft bestimmten Schwere des Alters; für diejenigen Menschen jedenfalls, die sich ihr Herz und Ohr für die leise Sprache der Geschichte bewahrt haben.</p>' +   
    '</div>' +
    '<a href="#" class="top_oben nurright">&nbsp;</a>' +
    '<br>' + 
/* -------------------------------------------------------------------------- */
    '<p class="nurfett"><a name="Die Welt des Grafen Giselbert">4. Die Welt des Grafen Giselbert"</a></p>' +    
    '<div  class="blocksatz">' +
    '<p>Er ritt mit einem mächtigen König, um dessen Reich zu festigen. Doch am Ende verlor er alles. Wer war dieser rätselhafte Heerführer aus der Provinz? Das vierte Kapitel führt uns geradewegs in die frühe Epoche der ersten Grafen von Wal-derfingen bis hin zu dem spannungsgeladenen Untergang des Außergewöhnlichsten und Letzten seiner Art.</p>' +   
    '<p>In den Mittelpunkt dieser Aufzeichnungen hat der Autor jene von Bedeutung und Tragik gezeichnete Gestalt des Grafen Giselbert gerückt, eines durch seinen königlichen Verwandten geprägten und der populären Welt frühmittelalterlicher Kriege ausgesetzten Wallerfangers. Mit dem glänzend begabten Adeligen und Heerführer gerät ein polyglotter und fast vergessener Mann aus unserer Heimat in unser Blickfeld. Wenn das Seltene eintritt, dass ein Provinzler aus öder Gegend mit den Eliten des deutschen Reichs namentlich verknüpft bleibt, so hat das stets einen besonderen Klang.</p>' +   
    '<p>Doch wer war dieser Mann wirklich? </p>' +   
    '<p>Für die gesellschaftliche Stellung in der Welt bestehen nach wie vor die tradierten Mechanismen sozialer Prägung und Vererbung. Schon immer steuerte die familiäre Herkunft die hierarchische Laufbahn der nachfolgenden Generation. Das ist das bis heute gültige Fazit der seit Beginn der urbanen Kulturgeschichte der Menschheit geltenden Entwicklungstrends bei dem Nachwuchs der Reichen und Mächtigen.</p>' +   
    '<p>Auch bei der Betrachtung des Herkunftsprofils von Graf Giselbert sind diesbezügliche markante Merkmale augenfällig: Giselbert war ein jüngerer Sohn des Grafen Siegfried I. (gestorben 998), dem Gründer der Stadt Luxemburg. Dieser zählte zur höchsten politischen Oberschicht des Reiches. Im engen, nur ein Mal gestörten Zusammenwirken (siehe 8. Kapitel) mit dem deutschen Kaisertum, wurden von Graf Siegfried und seiner Familie seit 963 die Grundlagen der späteren, glänzenden Territorialherrschaft Luxemburgs geschaffen (siehe 9. Kapitel). Wenn auch viele Fragen aus dieser frühen Zeit unbeantwortet geblieben sind, so haben doch Ideenreichtum, Willenskraft und zielbewusstes Machtstreben des Grafen Siegfried einige seiner elf Kinder in höchste Ämter gebracht. Gemeint sind drei Geschwister von Graf Giselbert: der Metzer Bischof Dietrich II. von Luxemburg, Herzog Heinrich V. von Bayern und im besonderen, die berühmte Königin und nachfolgende Kaiserin Kunigunde (980 - 1033). In einer fest verfugten Männerwelt war Kunigunde eine in beispiellos steiler Karriere aufgestiegene Frau, die insgesamt den bedeutendsten Anteil an der Ausgestaltung des kurzen Lebens von Graf Giselbert hatte.13 Als Randbemerkung sei daraufhin zuweisen, dass Papst Innozenz III. ihre Heiligsprechung 1200 aussprach. Ihr legendenreicher Kult intensivierte sich im späten Mittelalter, übertraf den ihres Mannes und nahm Züge der Marienverehrung an.</p>' +   
    '<p>Kunigunde wurde die Gemahlin des fünften deutschen Königs und späteren Kaisers Heinrich U. (973-1024), genannt „der Heilige" (Kanonisierung). Das kaiserliche Paar ist heute überlebensgroß als Steinplastik im Kreuzgang des Bamberger Doms zu sehen (Anm. 7). Mit großer Berechtigung ist Kunigunde als Wegbereiterin von Graf Giselberts sprunghaftem Aufstieg vom provinzialen Grafen zum militärischen Weggefährten Heinrichs II. zu bezeichnen.</p>' +   
    '<p>Bevor wir uns dem wenigen Überlieferten zuwenden, was über Giselbert zu sagen ist, betrachten wir die Wurzeln Wallerfangens in jener Zeit. Im frühen Mittelalter waren Landschenkungen adeliger Witwen an Klöster oder Bischöfe üblich. Aufgrund vier solcher Vermächtnisse trat Walder-fingen erstmals aus den Nebeln der Geschichte. Verfolgen wir die Willenserklärungen dieser frommen Frauen rückwärts bis in die Zeit unserer fränkischen Vorfahren, so sehen wir uns den ersten Bewohnern des Wallerfanger Grafensitzes direkt gegenüber: Vier Quellentexte bezeugen die Existenz des Grafengeschlechtes von Wallerfangen. Graf Egilof ist 962 und 963 erwähnt und Graf Giselbert aus dem luxemburgischen Haus ist 996 urkundlich belegt 8(S. 75).</p>' +   
    '<p>Zu dieser Zeit waren die ersten Grafen Walderfingens schon keine absetzbaren Beamten des Königs mehr, sondern auf dem besten Wege, Landesherren zu werden l(S. 281). Die bislang in Mitteleuropa herrschende Dynastie der Ottonen war gerade von dem bereits erwähnten Heinrich II., dem letzten dieser sächsischen Kaiser, abgelöst worden. Wie haben wir uns die Wallerfanger Grafschaft in jener Zeit vorzustellen und was bedeutete damals das Grafenamt?</p>' +   
    '<p>Anstelle der bodenständigen Gaue aus der Merowingerzeit waren bis in die Zeit des Niedergangs der Karolinger die Grafschaften getreten. Sie waren zentral als durchgehende Verwaltungseinheit für das gesamte Reich gedacht. Im Mittelpunkt dieser Grafschaftsverfassung stand ursprünglich der königliche Hof. Ein vom König ernannter Beamter, der Graf, amtierte in den Regierungsbezirken, die sich vom Zentrum des karolingisehen Frankenreiches bis in die Provinzen ausgebreitet hatten. Als wichtigste Aufgaben unterstanden dem Graf das militärische Aufgebot, Verwaltung und Gerichtswesen 3(S. 126).</p>' +   
    '<p>Während diese alte, aus spätrömischen Traditionen stammende Grafschaft s Verfassung im 10. Jahrhundert still verschied, entstand ohne irgendein theoretisches Prinzip und ohne bewusste Planung eine neue Ordnung. Die Großen des Reiches erhielten jetzt ihre Ämter (Herzogtümer, Grafschaften) und Herrschaften vom König als Lehen, um das persönliche Band zwischen Souverän und Amtsinhaber durch die Treue zu verstärken. Ämter und Lehen wurden erst de facto (10. Jh.), dann aber auch de jure erblich. Die Folge war, dass der Adel selbstbewusster wurde und die Bindung an den König in einzelnen Fällen mitunter schwand 3(S. 127). Der Konflikt zwischen dem Hause Luxemburg und König Heinrich II. gibt hierfür das beste Beispiel ab. Durch nichts kann dieser Streit krasser beleuchtet werden als durch das Schicksal der Grafschaft Walder fingen. Darüber wird jedoch erst in Kapitel 8 berichtet. Wichtig ist, dass aus den Lehen, über die der Adel im 10. Jh. zu verfugen begann (auch durch Kauf, Teilung und Verkauf), sich so die ersten Ansätze zu persönlichen Territorien bildeten (Anm. 8).</p>' +   
    '<p>Die Verselbständigung der einstigen Beamten des Königs und ihr Zuwachs an persönlicher Macht findet auch in Wallerfangen Ausdruck in einer repräsentativeren Gestaltung ihrer befestigten Wohnsitze. In diesem Sinne war zur Zeit Giselberts Walderfmgen bereits zu einem persönlichen und weiter vererblichten Herrschaftsgebilde geworden 8(S. 75).</p>' +   
    '<p>Die Humburg-Grabung brachte nicht nur Aufschluss über die Entstehung und Entwicklung der Hügelturmburg, sie lieferte den Ausgräbern auch eine weitere wertvolle Erkenntnis über die Stellung ihres letzten Bewohners: In einer „Zeit des Holzes" residierte Graf Giselbert in einem Herrschaftssitz aus Stein. Die Welt, in der ein gewöhnlicher Landadeliger des frühen Mittelalters lebte, war - noch immer und noch auf lange Zeit hinaus - eine Welt des Holzes. In Stein zu bauen setzte Mittel und offenbar Privilegien voraus, über die gewöhnlich nur der König, die Kirche und der Hochadel verfügten. Das Holz blieb also zu jener Zeit der wichtigste Baustoff, der wichtigste und billigste zugleich. Die Wälder bestimmten noch immer den Charakter der Landschaft, und zwar mit einer solchen Dichte und Ausschließlichkeit, dass einige Historiker geradezu von einer „Allgegenwart des Waldes" sprechen, „von einem weiten grünen Dickicht, das die wenigen besiedelten Lichtungen wie ein wallender Mantel umhüllte".14</p>' +   
    '<p>Die mitteleuropäischen Befunde bezeugen, dass die Kunst des Steinmörtelbaues erst im 9./10. Jh. heimisch wurde. Doch wurden Steinmauern noch lange als ungewöhnlicher und fremder Anblick empfunden. So hebt der arabische Reisende Ibrahim Ibn Jacub, der 965 durch Sachsen reiste, ausdrücklich hervor, dass die Burg Nienburg „aus Steinen und Mörtel" gebaut sei. Auch Thietmar von Merseburg bestätigt in seiner Chronik, dass Steinbauten im 10. Jahrhundert noch als Sensation betrachtet wurden. Noch 1014 zeichnete Thietmar die Burg Allerstedt im Unstruttal gewissermaßen mit drei „Baedecker"- Sternen aus, weil sie „ein festes Steinhaus" enthielt 7(S. 68).</p>' +       
    '<p>Neben Ennen sieht auch R. Schindler die steinerne Grafenburg auf der Humburghöhe als äußeres Zeichen für die territoriale Festigung der Herrschaft Walderfmgen an: „Im Zuge der dezentralisierenden Entwickung" - gemeint ist die Auflösung der königlichen Grafschaftsverfassung im 10. Jahrhundert - „war Wallerfangen damals kein königlicher Verwaltungsbezirk mehr mit einem Grafen als dem vom König eingesetzten Beamten, sondern es befand sich bereits auf dem Weg dazu, Bezirk einer bestimmten Person, also Privatbesitz zu werden" 8(S. 75).</p>' +  
    '<p>Diese Sachlage macht schon hier einer hypothetischen Annahme Platz: Aufgrund der positiven Begleitumstände aus der Vita Giselberts wäre es ihm im Falle eines längeren Lebens ohne Frage gelungen, die Herrschaft Walderfmgen dynastisch zu konsolidieren und das Territorium an der Saar wirtschaftlich und politisch auf einen Scheitelpunkt seiner Geschichte zu fuhren. Indessen aber sollten für die Grafschaft Walderfmgen Giselberts früher Tod, das Fehlen eines legitimen Erben und ein unglücklicher Streit des Hauses Luxemburg mit Heinrich II. eine bedrückende, schlimme Wendung nehmen.</p>' + 
    '<p>In den nachfolgenden Kapiteln befassen wir uns unter Zuhilfenahme der modernen Geschichtsschreibung mit dem Schicksal des in der Fremde Gebliebenen und seinem persönlichen Lehen Walderfmgen.</p>' +   
    '</div>' +          
    '<p class="nurfett">Anmerkungen: </p>' +              
    '<ol type="1" Start="1" class="blocksatz">' +
    '<li>Leider hoben die Romantiker des 19. Jahrhunderts (Hambacher Schloss) und die Wilhelmisten Heinrich I. auf den Schild ihrer extremen Verehrung. Am Ärgsten trieben es die Rassenfanatiker Hitlers, die den ersten König der Deutschen als den „wahren Gründer des wahren Deutschen Reiches" auslobten. Sie lobten seine nicht näher definierte „Deutschheit" und seine Ablehnung gegen die Geistlichkeit. Sie rühmten seinen Patriotismus und seine militärischen Taten und verstiegen sich zu der Behauptung, dass es im ganzen Jahrtausend des Deutschen Reiches nicht einmal einen Zeitabschnitt von nur 17 Jahren gab, in dem ein so gewaltiger Wandel geschaffen wurde wie unter Heinrich I. 7(S. 45). Die heutige Geschichtsforschung distanziert sich von dieser überschwängli-chen Bewunderung. Dem ersten Heinrich fallt dabei jedoch kein Stein aus der Krone. Seine Leistungen - wie im Text folgend beschrieben - halten auch einer kritischen Betrachtung stand.<br><br></li>' +  
    '<li>Nach dem Tod des Sachsen Heinrichs II. folgte das Jahrhundert der sali-schen/oder fränkischen Dynastie (1024-1125), in dem die Auseinandersetzung zwischen Kaiser- und Papsttum ihren Anfang nahm. Gipfel und Niedergang mittelalterlicher deutscher Kaiserherrlichkeit, so sagten es unsere Schullehrer, ist mit der Dynastie der nachfolgenden Staufenkaiser (1125-1254) verbunden, deren schillerndster Vertreter Friedrich L, „Barbarossa", war.<br><br></li>' +  
    '<li>Handel und Krieg sind die Triebkräfte des Verkehrs - in der kleinen Welt des Altertums genauso friedlich wie räuberisch zugleich wie in unserer heutigen großen. Von zahlreichen Forschern ist auf die verkehrsgünstige Lage von Ansiedlungen um den Limberg hingewiesen worden. Unsere Kleinregion war schon zu alter Zeit verkehrsgeographisch optimal gelegen. Vor allem die wirtschaftlichen Voraussetzungen waren so ideal, dass sich um den Limberg schon zur Zeit der Kelten ein frühes Machtzentrum bildete. Neben der Kontrolle des Salzhandels aus dem lothringischen Seilletal kam vor allem den im Bereich von Limberg, Hansenberg, Blaufels und Humburg abgebauten Kupfererzen ein großer Wert zu. Neuralgische Kreuzungspunkte des damaligen Fernstraßennetzes - es geht um Orte, wo Waren vom Wasser auf den Landweg und vom Land auf das Wasser umgeladen wurden - ermöglichten schließlich auch in spät-fränkischer Zeit in der Tallandschaft unterhalb des befestigten Verteidigungsplatzes auf dem Humburg das Entstehen einer frühmittelalterlichen Siedlung namens Walderfmgen.<br><br></li>' +  
    '<li>Robert Seyler setzt die Gründung von Burg Altenfelsberg auf der vordersten Spitze des Hansenberges auf die Mitte des 11. Jahrhunderts an. In diese Zeit gehört auch eine von Seyler gefundene Topfscherbe. Erst im Jahre 1197 wird mit Udo von Vellesperc die Burg zum ersten Mal urkundlich erwähnt.<br><br></li>' +   
    '<li>Die bedeutendste Auseinandersetzung mit den Invasoren in unserer Gegend fand gegenüber von Remich auf der jenseitigen Moselseite statt: Das „Normannenkreuz" in Perl/Besch erinnert noch heute an die blutige Schlacht im Moselland als sich Bischof Wala von Metz am 12. April 882 mit seinem Heer einem räuberischen Heerhaufen von Normannen zum Kampfe stellte. Den einheimischen fränkischen Verbänden gelang es nicht, die Eindringlinge zu zersprengen. Sie wurden selbst geschlagen. Das Treffen fand im Bescher Becken bei Nennig statt und Wala fand dabei den Tod. Nach der Plünderung von Nennig, der römischen Villa, die einem fränkischen Adeligen als Wohnsitz diente und der Einäscherung des befestigten Remich zogen sich die Normannen zurück.<br><br></li>' +  
    '<li>Ein Rückblick auf die Geschichte der Wallerfanger Kupfererze (insbesondere des Minerals Azurit) in den Lagerstätten des steil aufragenden Saargau-Plateaus lässt erahnen, warum sich die frühromanische Festung auf dem Humburg in erreichbarer Nähe der Abbaugebiete befand. Der römische Aemilianusstollen in St. Barbara belegt eindeutig die weit in die Vergangenheit zurückreichende Tradition des Bergbaureviers im Gauhöhenplateau. Die keltischen Hortfunde von Wallerfangen lassen dies vermuten. Die in dieser Zeit erwirtschafteten Kupfererze waren jedoch mengenmäßig sicherlich gering. Erst in der mittelalterlichen Periode wurde fast ausschließlich das wertvolle Azurit (Wallerfanger Bergblau) im größeren Umfang als Farbstoff für die Malerei gewonnen. Die verstreut im Sandstein vorkommenden linsengroßen Körner muss man sich von exzellenter blauer Leuchtkraft vorstellen. Erinnert man sich, wie selten Blau auf römischen Wandmalereien vorkommt, dann ist ersichtlich, dass schon zur Römerzeit die blaue Farbe offensichtlich kostbar und teuer war. Doch erst ab 1497 gewannen die Blaubergwerke in Wallerfangen enorm an Bedeutung. 15 Unternehmer besaßen zu jener Zeit Abbaukonzessionen. Die Produktionsstätten von Wallerfangen hatten neben anderen Abbaugebieten eine überragende Stellung für den Export nach Italien, Frankreich und Spanien. Das Wallerfanger Mineral wurde nachweislich im Papstpalast zu Avignon (Ankauf V* Tonne), in der Basilika Sankt Cecile von der Stadt Albi in Südfrankreich und im Festsaal im Schloss zu Nancy verwendet.12' +
    'Von den deutschen Malern bezog den Wallerfanger Blaustein kein geringerer als Albrecht Dürer. Er malte mit dem Farbstoff die Marien-Himmelfahrt des Hellerschen Altars in Frankfurt. Bürge für diese Tatsache ist der Hagenauer Dichter und Zeitgenosse Dürers, Caspar Scheidt (15207-1565).' + 
    'In seiner bedeutendsten Reimdichtung „Fröhliche Heimfahrt" erwähnt er im Jahre 1552 Wallerfangen und Dürer: „... über ein Wasser, heißt die Saar, dabei ein Berg, der ist blaufar, da man oft holt dem Dürer Färb zu seinen Tafeln (vermutlich Hellersche Altar), ehe er starb. Kein Maler noch auf diesen Tag des Bergs mit Nutzen geraten mag". An diesem Berg - so schreibt Caspar Scheidt weiter - liegt „ein Städtlein mit Wald umfangen..." (siehe Internetportal der Gemeinde Wallerfangen). Mit diesem reizvollen Wortspiel meint der Dichter das Städtchen Wallerfangen und in dem Berg, „der ist blaufar" wohl den Höhenriegel von St. Barbara am Blauloch.15' + 
    'Nach Ansicht aller mit den bergmännischen Anstrengungen in Wallerfangen befasster Forscher ist der spezielle Abbau von Azurblau mit Sicherheit älter als der dokumentarische Nachweis einer Abrechnung mit der Jahreszahl 1492 angibt. So ist anzunehmen, dass auch die Situierung der Turmhügelburg im 10. Jh. im Zusammenhang mit der Blauerzgräberei steht.<br><br></li>' +  
    '<li>Wegen der Kriegseinwirkungen im zweiten Weltkrieg translozierte man die wertvolle Plastik von der Adamspforte, wo sie seit dem Mittelalter gestanden hatte, in das Innere des Doms (Lapidarium/Kreuzgang). Wegen zu erwartender Schäden durch Umwelteinflüsse hält man bis dato an diesem Standort fest. Der Kreuzgang ist heute Teil des Diözesanmuseums.<br><br></li>' +  
    '<li>Der Vater von Graf Giselbert, der Ardennengraf Siegfried I. von Luxemburg, erwirbt von der Abtei St. Maximin bei Trier durch Tausch einen strategisch günstig in einer Flussschleife der Alzette gelegenen Felsvorsprung. Laut Urkunde stand dort eine Vorgängeranlage, die römische Station „Licilinburhuc". Hier, auf dem heutigen Bockfelsen, errichtet Siegfried 963 nach der Schleifung des römischen Vorgängerbaus die neue Festung „Lützelburg" und legt damit den Grundstein für die Stadt und den Staat Luxemburg.<br><br></li>' +    
    '</ol>' +
    '<p class="nurfett">Literatur (im Text durch Hochzahlen gekennzeichnet):</p>' +  
    '<ol type="1" Start="1" class="blocksatz">' +
    '<li>Edith Ennen, „Giselbert, Graf in der Wallerfanger Grafschaft", Festschrift aus Anlass des 50-jährigen Bestehens des Dillinger Realgymnasiums, 1953. </li>' + 
    '<li>Klaus Wiegrefe, „Am Anfang war das Reich - wie aus Franken, Bayern und anderen Stämmen ein Volk wurde", Titelserie Spiegel Nr. 4/2007, S. 52.</li>' + 
    '<li>„dtv-Atlas zur Weltgeschichte", Band l, Deutscher Taschenbuch Verlag, München, 1964, S. 125.</li>' + 
    '<li>Hagen Schulze, „Kleine Deutsche Geschichte", C.H. Beck sche Verlagsbuchhandlung, München 1999, S. 20.</li>' + 
    '<li>R. Holtzmann, „Geschichte der sächsischen Kaiserzeit", München 1941.</li>' + 
    '<li>S. Fischer-Fabian, „Die deutschen Kaiser", Kapitel: „Die lange Qual des Reisens", Bastei Lübbe Verlagsgruppe, Bergisch Gladbach, 2003, S. 117.</li>' + 
    '<li>Rudolf Pörtner, „Das Römerreich der Deutschen", Econ Verlag Düsseldorf, 1967, S. 65.</li>' + 
    '<li>Reinhard Schindler, „Studien zum vorgeschichtlichen Siedlungs- und Befestigungswesen des Saarlandes", Paulinus-Verlag Trier 1968, S. 67 ff.</li>' + 
    '<li>9 Joachim Conrad, „Die Humburg", Seite 258, aus: Burgen und Schlösser an der Saar, Herausgeber: Joachim Conrad und Stefan Flesch, Minerva-Verlag Thinnes & Nolte OHG, Saarbrücken 1988.</li>' + 
    '<li>Adolf Herrnbrodt „Der Husterknupp - eine niederrheinische Burganlage des frühen Mittelalters", Köln 1958, S. 24.</li>' + 
    '<li>Jürgen Kölb, „Das Blau, das Dürers Himmel leuchten ließ", Sonderseite L5, aus: Saarbrücker Zeitung vom 23.04.1992.</li>' + 
    '<li>Gerd Weisgerber, „Wallerfanger Bergblau - seit der Römerzeit stark gefragt", aus: Archäologie in Deutschland S. 8 ff, Heft 2/2001.</li>' + 
    '<li>„Grosse Frauen der Weltgeschichte - Tausend Biographien in Wort und Bild", Neuer Kaiser Verlag 1987, S. 280.</li>' + 
    '<li>Jacques Le Goff „Kultur des europäische Mittelalters, Droemer/Knaur, München 1970, S. 232.</li>' + 
    '<li>„Dürers Farbe" von Rudolf R. Rehanek, aus: Saarbrücker Zeitung, Reihe „Geschichte und Landschaft".</li>' + 
    '</ol>' +     
    '<div class="nurright"><a href="#"><img src="./bilder/icon_top.gif" width="59" height="19" border="0" alt="" /></a></div>' +
    '<br>' +  
    '<p class="nurfett">Abbildungsnachweise: </p>' + 
    '<table class="blocksatz">' +
    ' <colgroup>' +
    ' <col width="90" />' +
    ' <col width="600" />' +                                
    ' </colgroup>' +
    '<tr><td>Abb. 1:</td><td>Foto Ida Will, Saarlouis, 2006.</td></tr>' +
    '<tr><td>Abb. 2:</td><td>Entnommen aus: „dtv-Atlas zur Weltgeschichte", Band l, Deutscher Taschenbuch Verlag, München, 1964, S. 142.</td></tr>' +
    '<tr><td>Abb. 3:</td><td>Landesamt für Kataster-, Vermessungs- und Kartenwesen des Saarlandes, Von der Heydt 22, 66115 Saarbrücken.</td></tr>' +
    '<tr><td>Abb. 4:</td><td>Entnommen aus: „Die Humburg" von Joachim Conrad, S. 257, in: „Burgen und Schlösser an der Saar", Hrsg: Joachim Conrad und Stefan Flesch, Minerva Verlag Thinnes & Nolte OHG, Saarbrücken, 1988.</td></tr>' +
    '<tr><td>Abb. 5:</td><td>Aus: Reinhard Schindler, „Studien zum vorgeschichtlichen Siedlungs- und Befestigungswesen des Saarlandes", Paulinus-Verlag Trier 1968, Abbildung 20.</td></tr>' +
    '</table>' +
    '<div class="nurright"><a href="#"><img src="./bilder/icon_top.gif" width="59" height="19" border="0" alt="" /></a></div>' +
    '</br>' +
    '</hr>' +
    '</br>' +
    '<h3 class="kopf_schr"><a name="Über die Ursprünge Wallerfangens">Über die Ursprünge Wallerfangens</a></h3>' +  
    '<h2 class="kopf">Ein Mann der Superlative - Wer war Graf Giselbert?</h2>' +
    '<h3 class="kopf">Eine Reise durchs frühe Mittelalter</h3>' +
    '<p class="nurfett">Rainer Darimont </p>' +
    '<p class="nurfett">Teil II (Kapitel 5-14)</a></p>' +
/* -------------------------------------------------------------------------- */
    '<p class="nurfett"><a name="Der Feldzug: Hintergründe und Folgerungen">5. Der Feldzug: Hintergründe und Folgerungen </a></p>' + 
    '<div  class="blocksatz">' + 
    '<p>Um aufkeimende Widerstände gegen das deutsche Imperium niederzuschlagen, unternahmen die deutschen Könige und Kaiser immer wieder berühmte und oft verhängnisvolle "Römerzüge" nach Italien. Als König Heinrich II. (1014 Kaiserkrönung) im Jahre 1004 vom Lechfeld bei Augsburg zu seinem ersten Zug nach Italien aufbrach, befand sich unter seinen adeligen Gefolgsleuten aus Franken, Schwaben und Lotharingen auch sein Schwager Giselbert von der Saar (Lit:16,S.282). </p>' +  
    '<p>In diesen Tagen war König Heinrich II. noch keine dreißig Jahre alt. Er war trotz seiner jungen Jahre das genaue Gegenteil seines schwärmerischen Vorgängers. Als kaltblütiger und sachlicher Praktiker des Regierungsalltags war er der richtige Mann in der chaotischen Situation, die der junge Otto III. gerade seinem Vetter hinterlassen hatte. Dieses Erbe spiegelte sich, wie wir gleich sehen werden, auch in den transalpinen Angelegenheiten des Reiches wider (Lit:17, S. 120).</p>' +   
    '<p>Um die Notwendigkeit dieses Feldzugs zu verstehen, muss zuallererst die große Hingabe Heinrichs II. und seiner Gemahlin zur römisch-katholischen Kirche in Betracht gezogen werden. Mit der Wahl Heinrichs II. war ein Mann auf den Thron (1002 Mainz) gekommen, der mit fester Hand sein Königtum mit der von ihm ausgebauten Kirchenhoheit verband. Er verteidigte eine christliche Weltordnung, in der geistliche und weltliche Gewalt in nur einer Hand fest verflochten waren. Fraglos war dieser König ein frommer und ehrenwerter Mann. Er mehrte den Besitz seiner geliebten Kirche mit vollen Händen. Das geschah allerdings nicht nur wegen der christlichen Ideale, sondern auch der Überschüsse wegen, die die kirchlichen Besitzungen abwarfen. Er bediente sich dabei eines bis in unsere Zeiten der Globalisierung überdauerten Kunstgriffs. Das deutsche Reich hatt nie früher oder später eine solche Schar auserlesener, reicher und fähiger Bischöfe besessen wie in der Zeit dieses zweiten Heinrichs. Mit Thietmar von Merseburg "waren es kraftvolle, kluge und starke Persönlichkeiten, die damals die deutschen Bistümer verwalteten: Diener des Reiches und der Kirche zugleich." (Lit:17, S. 122). Heinrichs Gemahlin Kunigunde war ebenso besorgt um die christliche Ordnung in der Welt und die Verteidigung der Kirche und deren Besitzstand (deswegen wurde sie im Jahre 1200 von Papst Innozenz II. postum heilig gesprochen).</p>' +   
    '<p>Beim Zustandekommen dieses ersten "Römerzuges" verdeutlichte sich der große politische Einfluss der Kunigunde auf die königlichen Amtsgeschäfte. Vorweg gesagt, verteidigte sie beim König die Ansprüche der in Oberitalien zu Schaden gekommenen Besitzungen von kirchlichen Würdenträgern (Anmerkung: 10).</p>' +   
    '<p>Die zugrunde liegenden historischen Ereignisse dieses Feldzuges sind fast unglaublich. Was auf den ersten Blick als eine dick aufgetragene Geschichte erscheint, ist auf den zweiten Blick ein Indiz für das Vorhandensein gewisser irrwitziger Kräfte. Diese pflegten fast immer während der Italienzüge der Großen Deutschen (Könige/Kaiser) die natürliche Ordnung der Dinge ins Wanken zu bringen. Im Detail stellen sich die Hintergründe von Heinrichs Zug über die Alpen wie folgt dar: </p>' + 
    '<p>Die militärische Maßnahme richtete sich gegen den König der Lombardei. Dieser war im Jahr 999 als Markgraf Arduin von Ivrea wegen eines schändlichen Verbrechens in die Annalen der Geschichte eingegangen. Trotz des hinterhältigen Mordes an einem unbequemen italienischen Bischof und der darauf folgenden Exkommunikation durch den Papst und Kaiser Otto III., konnte der Markgrafsich 1002 unrechtmäßig zum König der Langobarden erheben. Das geschah nur drei Wochen nach dem Tode dieses letzten Ottonen, dem Amtsvorgänger Heinrichs II. Folgende Umstände verhalfen dabei dem neuen König Arduin auf den Thron: Die gerade 21 Tage dauernde (Deutsch-römische) Königsvakanz und eine bedingungslose Ergebenheit von Teilen des Adels und einiger der wichtigen oberitalienischen Bischöfe, unter anderem die von Asti, Como, Cremona, Mailand, Brescia und Piacenza. Doch andere lombardische Bischöfe, die nicht zu den Parteigängern des Usurpators zählten, wurden in Folge mehrfach in ihrer Verfügungsgewalt über ihr Kirchengut beschnitten. Einfacher gesagt, Arduin von Ivrea beraubte sie empfindlich (Lit:19).</p>' +  
    '</div>' +
    '<a style="float:left;" class="gallerie-start" href="./bilder/heimatgeschichte/ursprungwall/abb6_.jpg"><img src="./bilder/heimatgeschichte/ursprungwall/abb6_.jpg" alt="Abbildung 6" height="257" width="225" border="1"></a>' +
    '<span class="untertitel_l">Abb. 6: " ... die wir zwei sind in einem Fleisch." Das Vorzeigeehepaar des Mittelalters. Die Fotografie zeigt Kaiser Heinrich II. und seine Gemahlin Kunigunde - die Schwester von Graf Giselbert - als Steinplastik an der Adamspforte des Bamberger Doms. Ihre Statuen gehören zu den schönsten Menschenbildern der Gotik. Heute sind die Originale im Diözesanmuseum neben dem Dom untergebracht, und an der Adamspforte stehen Kopien.</span>' +   
    '<div  class="blocksatz">' +
    '<p>So erreichten Heinrich II. in Regensburg zwei Hilferufe. Als Vertreter der deutschfreundlichen Partei in Norditalien erschien Leo von Vercelli und bat um Unterstützung gegen den sich selbstherrlich zum König ernannten Markgrafen. Aus Mailand traf ein Gesandter von Erzbischof Arnulf II. ein, und warnte den König vor den dunklen Machenschaften und den Angriffen des Arduin von Ivrea auf das oberitalienische Kirchengut (Lit:17, S. 123).</p>' +   
    '<p>Nach anfänglichem Zögern und einer liebenswerten Scheinheiligkeit ließ sich der König nicht lange bitten. Er versprach den Beschwerdeführern baldmöglichst Hilfe (Anmerkung: 11). Insgesamt sollte Heinrich während seiner Herrschaft noch zwei weitere kurze Feldzüge in Italien führen, wobei auch ihm die italienischen Ränke und Intrigen sozusagen programmgemäß wie seinen Vorgängern (und Nachfolgern) ernste Schwierigkeiten bereiteten (Anmerkungen: 12). </p>' + 
    '<p>König Heinrichs Italienpolitik und der Entschluss zu diesem ersten Feldzug jenseits der Alpen erwuchsen zusammenfassend und vordergründig aus der karolingischen-christlichen Tradition: Mit der römisch-deutschen Königswürde hatte Heinrich die Oberhoheit über das "Patrimonium Petri" (Grundbesitz der römischen Kirche) erhalten und die Schutzherrschaft über die Kirche (Lit:20, S. 145). Beides nahm er sehr ernst.</p>' +   
    '<p>Der eigentliche Grund für den Zug in die Lombardei ist jedoch im rein Weltlichen zu finden. Die Schutzherrschaft über die durch Arduin von Ivrea zu Schaden gekommenen Kirchengüter in Oberitalien undArduins blasphemische Taten waren nur die eine Seite. Bei Heinrichs erstem Italienfeldzug stand die (vor zwei Jahren) entwendete Krone des Königreichs der Lombardei im Focus: Die Ottonen (I.-III.) hatten durch die Verwandtschaft mit Adelheid von Burgund (die Frau Ottos I.) ein Erbrecht auf Norditalien gehabt. Darüber verfugte Heinrich II. zwar nicht mehr, doch fühlte er sich nach dem Tode seines Vorgängers und Vetters Otto III. als dessen legitimer Thronfolger in der Lombardei, legitimer jedenfalls als Arduin von Ivrea, der allgemein als Schurke geltende Anführer der reichsfeindlichen Opposition in Italien. Im Falle eines Sieges würde der Besitz des wirtschaftlich reichen Oberitaliens für Heinrichs junge Herrschaft eine gewaltige Zunahme an Stabilität und Konsolidierung königlicher Macht bedeuten (Anmerkungen: 13).</p>' +   
    '<p>Das Heer, das fast ausschließlich aus Truppen des bayrischen Klerus und des Adels der Stammesherzogtümer bestand, überwand im Frühjahr 1004 die Alpen über den Brenner nach Trient (diesen Weg sollte auch später Napoleon mit seinen Truppen nehmen). Nur die Sachsen wurden mit Rücksicht auf den Polenkrieg (siehe Anmerkung 11) in ihrer Heimat gelassen.</p>' +   
    '<p>Als Anführer eines Aufgebots der Grafschaft Walderfingen und der angrenzenden Moselgebiete war auch Giselbert unter ihnen. Er wird wohl völlig ahnungslos gewesen sein, dass er wenig später das Opfer eines jener Zufalle werden sollte, die in ihrer Treffsicherheit nur der sardonische Streich des Schicksals sein konnten.</p>' +   
    '</div>' +
    '<a href="#" class="top_oben nurright">&nbsp;</a>' +
    '<br>' + 
/* -------------------------------------------------------------------------- */
    '<p class="nurfett"><a name="Das Massaker - Tod in der Lombardei">6. Das Massaker - Tod in der Lombardei</a></p>' +  
    '<div  class="blocksatz">' +
    '<p>Der Sieger in dem militärischen Streit um die oberitalienischen Städte und die Krone der Lombardei war Heinrich II. Zuvor wechselte ein Großteil des italienischen Klerus und einige Adelsfamilien in sein Lager. Der abgesetzte Lombardenkönig konnte fliehen. Der endgültige Sieg über Arduin gelang Heinrich allerdings erst nach weiteren zehn Jahren Kampf in Oberitalien. Arduin starb am 14. Dezember 1015 in einem Kloster. Er war der letzte Nationalkönig Italiens vor Viktor Emanuel II., der 1861 italienischer König wurde. </p>' + 
    '<p>Unser Blick richtet sich auf die altehrwürdige Stadt Pavia. Dort erhebt sich ein steiler Hügel, von dem der mächtige Dom San Michele von der lombardischen Landschaft Besitz ergreift. Als Folge des siegreichen Ringens um die oberitalienischen Landschaften krönte hier Erzbischof Arnulf II. Heinrich am 14. Mai 1004 mit der traditionellen Eisenkrone zum Rex Langobardorum. Die Krönung geschah in derselben Krönungskirche, in der zwei Jahre zuvor Arduin von Ivrea gekrönt worden war. </p>' + 
    '<p>Um sich die Loyalität seiner neuen Vasallen zu sichern und zugleich ihre Macht in Grenzen zu halten, lud Heinrich II. am selben Tag alle bedeutenden Mitglieder des Adels und Grundbesitzer der Lombardei nach Pavia, wo er jeden den Treueid auf sich schwören ließ. Es war eigentlich eine kluge und vorhersehbare Maßnahme gegen den individualistischen Vasallengeist, der gerade nach dem Sieg über den alten König Arduin die neue Einheit Heinrichs zersplittern könnte. Seit alters her war ja für die Unterworfenen nach einer Eroberung eine harte Regierung zu erwarten, damit die neue Macht sich festigte. Der König beabsichtigte, von Pavia aus die Wiederherstellung des Königreiches Italien zu betreiben. Er bestrafte Schuldige, belohnte Treugebliebene und setzte Vertriebene wieder ein.</p>' +   
    '<p>Vielleicht führte gerade deswegen die allgemein schlechte Stimmung zu dem Desaster, das nur wenige Stunden nach der Krönungzeremonie seinen Anfang nahm. Wie so oft stand eine Banalität am Anfang der Katastrophe. Den ganzen Tag über deutete nichts auf eine Erhebung hin. Dann sicherten sich die Einwohner der Stadt einen fragwürdigen Platz in der Weltgeschichte, als sie unvorhersehbar gegen den neuen König revoltierten.</p>' +   
    '<p>Nur ein Mensch mit viel Einfühlungsvermögen vermag sich die nachfolgenden Geschehnisse bildhaft vor Augen zu führen. Es ereignete sich eines jener gut belegten Massaker (Lit: 22 und 23), die Ermordung von Menschen unter besonders grausamen Umständen.</p>' +   
    '<p>Während des Höhepunktes der Krönungsfeier entwickelte sich der Aufstand, an dem neben den bewaffneten Einwohnern auch eine Gruppe von Putschisten, Anhänger des vertriebenen Lombardenkönigs, beteiligt waren. Zu Anfang des Waffenganges kämpfte die Leibgarde Heinrichs noch wenig schlagkräftig gegen den überlegenen Mob und die organisierten Widerständler an. Von denen wurden sie in den engen Straßen angegriffen und dezimiert. In den blutigen Nahkämpfen, die während der Nacht im Labyrinth der Gassen und Treppen tobten, erlosch der Widerstand mit der Überwältigung der aus zahlreichen Wunden blutenden Leibgarde. Der Großteil des deutschen Elitecorps kam dabei ums Leben. Heinrich II. und seinem Gefolge gelang es, sich im Königspalast erfolgreich zu verschanzen. Zu den Begleitern des Königs gehörte Graf Giselbert, der als Heerführer und Verwandter des Königs an dem Fest teilnahm und in folge unmittelbar in die Kämpfe um den Palast verwickelt war. </p>' +  
    '<p>Wir wenden uns nun den Todesumständen des Grafen von Walderfingen zu. Durch glückliche Fügung sind sein Ableben und nähere Begleitumstände von einer herausragenden Persönlichkeit als Zeitzeugen überliefert worden. Einer im Original erhaltenen Chronik aus den Jahren 1012-1018 verdanken wir den zuverlässigsten Bericht über seinen Tod: Er wurde bei dem Kampf um die Kaiserpfalz so schwer verletzt, dass er vier Tage später, am 18. Mai, seiner Wunde erlag. Nach den Worten des Chronisten rächte einer der Waffengefährten, genannt Ritter Wolfram, diesen Todesstreich, indem er dem geharnischten Langobarden mit einem Hieb durch den Helm den Schädel spaltete. Damit vergalt Wolfram zwar die schlimme Verletzung Giselberts, aber ihm selbst konnte er nicht mehr helfen (Lit: 24). Der in der Nähe von San Michele gelegene Palast wurde in Folge von den Aufständischen angezündet und brannte völlig nieder. Erst nachdem der König seine vor den Toren Pavias lagernden Truppen die Stadt stürmen ließ, kam es zu dem grausamen Massaker an der Bevölkerung.</p>' +   
    '<p>Der größte Teil von Pavia wurde in der Nacht zum 15. Mai 1004 eingeäschert. Alle Bewohner, die nicht fliehen konnten, erlitten das gleiche Schicksal: Die Frauen wurden vergewaltigt, ihre Kinder und die Alten erschlagen, und die Männer mit den Füßen ins Feuer gehalten, bis sie verrieten, wo ihr Erspartes war. Die Häuser wurden niedergebrannt, die Vorräte konfisziert oder an Ort und Stelle aufgegessen. Und weil die Soldaten durchaus einsahen, dass die Überlebenden ohne Haus und Hof nicht lebensfähig waren, erschlugen sie sie der Ordnung halber, plünderten ihre Leichen und zogen auf der Suche nach Opfern weiter. So etwa überliefern Chronisten die entsetzlichen Grausamkeiten, mit denen Menschen in Pavia und auch in Mantes-la-jolie (Lit: 25, S.169/170), einer anderen unglücklichen Stadt jener Zeit, ermordet wurden.</p>' +   
    '<p>Die Gräuel von Mantes gerieten in den Focus der Geschichte, weil sie sich durch noch schauderhaftere Gewalttaten auszeichneten. Die Vorkommnisse in der Seinestadt zeigten aber auch den seltenen Umstand der ausgleichenden Gerechtigkeit. Ein geradezu angemessenes Strafgericht traf den verantwortlichen Kriegsherrn in Gestalt eines scheußlichen Schicksals noch auf dem Schlachtfeld (Anmerkungen: 14).</p>' +   
    '<p>Das erbarmungslose Gemetzel in Pavia war Rache für die erschlagene Leibgarde des Königs. Die von dem Chronisten erwähnten Gräuel geschahen zwar aus reiner Mordlust und Habgier. Sie dienten aber auch als Abschreckung für die anderen oberitalienischen Städte, die es in Zukunft wagen sollten, die Hand gegen den neuen König zu erheben. Trotzdem wahrte Heinrich II. nach Ansicht vieler Historiker gegenüber den italienischen Ereignissen eine auffallende </p>' +  
    '<p>Distanz. Kurz nach der Krönung mit der Eisernen Krone der Langobarden in Pavia, die ja bereits schon während des Festmahls mit den Fackeln der Aufständischen illuminiert wurde, zog er sich nach Deutschland zurück und überließ das Land einem zehn Jahre andauernden Bürgerkrieg zwischen seinen und Arnuins Anhängern.</p>' +   
    '<p>Die Vorfälle in Pavia und in Mantes-la-jolie erlangten im 11. Jahrhundert eine traurige Berühmtheit. Es gilt als makabre Fußnote der Geschichte, dass zwei besonders fromme und gottesfurchtige Könige für die Schandtaten verantwortlich waren. Das Schicksal von Wilhelm dem Eroberer wurde noch auf dem Schlachtfeld besiegelt. Die Kirche sollte es im Jahr 1224 für gut befinden, den anderen der beiden Feldherren (als einzigen von allen deutschen Kaisern) in ihren Heiligenhimmel aufzunehmen.</p>' +   
    '</div>' +
    '<a href="#" class="top_oben nurright">&nbsp;</a>' +
    '<br>' + 
/* -------------------------------------------------------------------------- */
    '<p class="nurfett"><a name="Der Chronist - Auf den Spuren Thietmars von Merseburg">7. Der Chronist - Auf den Spuren Thietmars von Merseburg</a></p>' + 
    '<div  class="blocksatz">' +
    '<p>Die historischen Angaben über die Prominenz Giselberts verdanken wir einem Zeitgenossen, der selbst aus dem Königshaus der Liudolfinger (höchste Adelsfamilie des Reiches) stammte, und die wohl bedeutendste Chronik des frühen Mittelalters verfasste. Dass der Graf aus Walderfingen in dieser Chronik ausdrücklich erwähnt wurde, bedeutet so etwas wie einen Quantensprung für die Bewertung der ganz frühen Geschichte in unserer Heimat.</p>' +   
    '<p>Der Chronist war Thietmar von Merseburg. Mit ihm stehen wir einem der merkwürdigsten Gelehrten der Epoche gegenüber. Wenn man bedenkt, dass Thietmars Chronik sich nicht nur auf Dokumentation und Interpretation der politischen Geschehnisse beschränkte, sondern auch als ausführlicher "Who is Who" seiner Zeit galt, so ist die positive Erwähnung eines Provinzfürsten von Saar und Mosel darin um so denkwürdiger. Jede Person mit Rang und Namen, ob Feind oder Freund des Reiches, wurde in diesen Analen erwähnt. Die Hervorgehobenen fanden sich so in den glücklichen Stand versetzt, ihre zeitliche Unsterblichkeit zu sichern, indem sie "auf den Seiten eines Buches weiterlebten".</p>' +   
    '<p>Versehen mit einem körperlichen Handicap und bestens ausgebildet, war Thietmar von Merseburg keine eindrucksvolle Gestalt: Ein kleiner, spindeldünner Mann mit gelbem Haar und entstelltem Gesicht, das ihm den Zugang zu den höchsten Reichsämtern verwehrte. Doch er nannte einen klaren Kopf und einen festen Willen sein Eigen. Lassen wir ihn seine Beschreibung selber geben:</p>' +   
    '<p>"Nun sieh dir doch den vornehmen Herrn an, lieber Leser! Da siehst du in mir ein kleines Männlein, die linke Seite und Wange entstellt, weil hier einmal eine immer noch anschwellende Fistel aufgebrochen ist. Meine in der Kindheit gebrochene Nase gibt mir ein lächerliches Aussehen. Doch über das alles würde ich gar nicht klagen, hätte ich innere Vorzüge" (Lit:26).</p>' +   
    '<p>So urteilte Bischof Thietmar von Merseburg (975-1018) über seine Unzulänglichkeiten (Anmerkung 15). Die Erziehung erhielt der heute weltbekannte Adelige in Quedlinburg, dem damalige Zentrum der ottonischen Kultur, und am Magdeburger Domstift, zu Thietmars Zeit eine der mit Abstand angesehendsten Ausbildungsstätten.</p>' +   
    '<p>In Thietmars Chronik des Mittelalters sind uns nicht nur Berichte über Schlachten und hohe Politik erhalten geblieben, sondern auch Darstellungen über die Ereignisse des 10. Jahrhunderts und der ersten beiden Jahrzehnte des neuen Jahrtausends. Er verband seine Darstellungen mit geistlicher Belehrung, anekdotischen Einschüben und Beispielen guten sowie schlechten Lebenswandels. Thietmar hatte nicht nur einflussreiche Verwandte in den höchsten Kreisen des Reiches. Er stand auch in engem Kontakt zu Heinrich II., der sich besonders häufig in Merseburg aufhielt. Da er den König in jedem Krieg begleitete, war Thietmar bei vielen Ereignissen, von denen seine Chronik berichtete, selbst zugegen. Für die Zeit Heinrichs II. gewinnt sie geradezu den Charakter einer Leitüberlieferung (Lit: 27).</p>' +   
    '<p>Thietmars Chronik stellt als historische Quelle wohl einen Glücksfall dar. Nach Lage der Dinge war der berühmte Chronist als Zeitzeuge authentischer Beobachter des Konfliktes in Pavia. Nur so ist seine präzise Beschreibung über das Ende Graf Giselberts und die Ausweisung von dessen Beliebtheit bei seinen Waffengefahrten zu erklären. Thietmar machte deutlich, dass der Aufstand auf deutscher Seite als edelstes Opfer den Ritter Giselbert forderte, der tödlich getroffen von dannen getragen wurde (Lit: 22). Lassen wir Thietmar auch darüber selber berichten (Lit: 28):</p>' +   
    '<p>"Ibi turn quidam egreius iuvenis Gisilbertus nomine, frater reginae, a Longobardis vulneratus oppeciit et consociorum tristiciam vehementer adauxit. Quem Vulferam miles, in medium agmen prosiliens unumque ex his per galeam usque in iugulum feriens, securus vindicavit." (Anmerkung 16). </p>' +  
    '<p>So blieben Jahrhundert um Jahrhundert Name und Herkunft von Graf Giselbert in Thietmars Werk begraben, um in unserer Zeit als eine Rarität, die vom Erdboden verschwunden war, hervorgehoben und bewundert zu werden.' + 
    '</div>' +
    '<a href="#" class="top_oben nurright">&nbsp;</a>' +
    '<br>' + 
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    '<p class="nurfett"><a name="Das Ende der Grafschaft Walderfingen">8. Das Ende der Grafschaft Walderfingen</a></p>' +
    '<div  class="blocksatz">' +
    '<p>Der gefallene Giselbert war erst 30 Jahre alt und hatte keine Kinder. Nach dem Tode des erbenlosen Grafen schien das Schicksal der Grafschaft Walderfingen besiegelt. Besiegelt jedoch nicht nur wegen der Auflösung der alten Grafschaftsverfassung. Es wäre ja allzu folgerichtig, das Heinrich II. das Lehen einem der Brüder seiner Gemahlin Kunigunde aus dem Hause Luxemburg erteilte.</p>' +   
    '<p>Doch als primär verantwortlich für das Ende der Herrschaft Walderfingen ist ein folgenschwerer Streit des Hauses Luxemburg mit Heinrich II. anzuführen, in dessen Verlauf die Brüder der Kunigunde bestraft wurden (Lit: 29, S. 164).</p>' +   
    '<p>Wie schon erwähnt, war der König seiner Gemahlin Kunigunde sehr zugetan, ebenso wie seinem gefolgstreuen Schwager Giselbert, der an seiner Tafel speiste, und dem der König Führungspositionen in seinem Heer übertrug. Das vorteilhafte Wohlwollen Heinrichs nutzten hingegen drei weitere Brüder der Kunigunde vom Grafenhaus Luxemburg auf Kosten der Schwachen (Nachbarn) und zu Lasten des Königshauses aus:</p>' +   
    '</div>' +
    '<a style="float:left;" class="gallerie-start" href="./bilder/heimatgeschichte/ursprungwall/abb7_.jpg"><img src="./bilder/heimatgeschichte/ursprungwall/abb7_.jpg" alt="Abbildung 7" height="315" width="225" border="1"></a>' +
    '<span class="untertitel_l">Abb. 7: Die schon betagte Kaiserin Kunigunde auf der Rathausinsel in Bamberg. Ihre Haltung und der Gesichtsausdruck sind typisch für das Glaubensverständnis der alten Zeit. Sie betrachtet das Treiben der Welt zu ihren Füßen offensichtlich wohl gesonnen und gutgelaunt, so dass man den Eindruck hat, als hielt sie es mehr mit den Sündern als mit den Frommen.</span>' +    
    '<div  class="blocksatz">' +
    '<p>Unter deren Führung schwang sich der Grenzraum Luxemburg (Deutsches Reich/annektiertes Lothringen) wirtschaftlich und machtpolitisch immer mehr auf und "steuerte poli- tisch auf riesige und immer selbständigere Vasallenherrschaft hin" (Lit: 29, S. 165).</p>' +   
    '<p>Als zweiten Streitpunkt stiftete Kunigunde unerwartet ihre "Morgengabe" (Anmerkung 17) dem neu errichteten Bistum Bamberg, was zu Spannungen mit ihren Brüdern führte, weil diese die Hoffnung auf das Erbe ihrer Schwester aufgeben mussten. Ein offener Konflikt zwischen dem Königspaar und den Brüdern, dem Metzer Bischof Dietrich II. von Luxemburg und Herzog Heinrich V. von Luxemburg, der auch Herzog von Bayern war, brach letztlich aus, als der König Kunigundes drittem Bruder Adalbero, Propst von St. Paulin in Trier, das Erzbistum Trier verweigerte (Lit: 18). Der König bestrafte die widersetzlichen Brüder der Königin und schränkte ihr Machtpotential empfindlich ein. Dem Bischof von Metz und Herzog Heinrich wurden ihr doppelter Ehrgeiz letztendlich nachgesehen mit dem Ergebnis, dass der Kaiser sie Jahre später voll rehabilitierte (Anmerkung 18).</p>' +   
    '<p>Die Bindungen des Herrschaftsgebildes Walderfingen an das Grafenhaus Luxemburg gehen nach dem Tode Giselberts aus den angeführten Gründen verloren. Zwischen Saar, Mosel und in den Ardennen stieß man nach 1004 auf das Ressentiment eines seiner Führungsrolle beraubten Hauses Luxemburg. Nicht viel später als dem Todesjahr Giselberts mag die Zerstörung des Grafensitzes auf dem Humburg erfolgt sein. Nach Ausweis der Brandspuren ist sie einer Feuersbrunst zum Opfer gefallen (Schindler) und nicht mehr aufgebaut worden. Der Untergang der befestigten Turmhügelburg ist also ins frühe 11. Jahrhundert anzusetzen. Anders als der Sitz der Grafen von Blieskastei, der bis in die Zeit der dynastischen Ritterfehden und darüber hinaus erhalten blieb (Schindler), war der Grafenburg von Walderfingen nur eine kurze Lebensdauer beschieden.</p>' +   
    '<p>In dem ab 1004 entstandenen Machtvakuum fehlten im lokalen Umfeld der Grafschaft Walderfingen ein Lehnsherr mit der Wendigkeit eines höfisch Gebildeten und der Akzeptanz durch Heinrich II. Giselbert galt in beider Hinsicht als hochbegabt und angesehen. Unter der Obhut seiner königlichen Verwandten hätte er die Gebiete an Saar und Mosel wohl für Generationen dem Hause Walderfingen erhalten. Mit seinem frühen Tod jedoch war die sich anbahnende Entwicklung Walderfingens zu einem eigenständigen Territorium jäh unterbrochen (Schindler).</p>' +   
    '<p>Der verwaiste Sitz des Grafen von Walderfingen geriet in den Einflussbereich des stärksten Regenten im Großraum und wurde schließlich "deutsche Bailei" der lothringischen Herzöge (Bailei = Verwaltungsbezirk für das deutschsprachige Lothringen). Die Ausgliederung des Stammesherzogtums Lothringen aus dem deutschen Reich sollte erst nach dem spektakulären Tod von Stanislaus Leczinski (Anmerkung 19) an die französische Krone erfolgen.</p>' +   
    '</div>' +
    '<a href="#" class="top_oben nurright">&nbsp;</a>' +
    '<br>' + 
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    '<p class="nurfett"><a name="Die vergessenen Funde von Ihn">9. Auf einer Wiese in Ihn - Schindlers vergessene Funde (Anmerkungen: 24)</a></p>' + 
    '<div  class="blocksatz">' +
    '<p>Es stimmt etwas überraschend, wenn man Rammelfangen in westlicher Richtung verlässt und plötzlich entdeckt, dass die Straße tiefer und tiefer in die Gefilde eines kleinen Tals von seltsamer Unberührtheit führt. Links der Straße, die in fließenden Kurven durch den steilen Hang des Hirnbergs zieht, sieht man den kleinen Weinbach. Das träge dahin rinnende Gewässer passiert auf seinem geruhsamen Weg zu Tal ein ganzes Arrangement an Wildnis bildendem Buschwerk, Gräben, Vorhängen von Lianen (Clemantis/Weinrebe) und Bäumen. Hier lädt nichts zum Verweilen ein. Der kleine Geländeeinschnitt wirkt rau und unzugänglich, meist fröstelt er unter dem Anhauch kalter Westwinde. Die steile Fahrt auf der Rammelfanger Straße endet an der Kreuzung zur L 354.</p>' +   
    '<p>Da, wo der Weinbach in den Ihner Bach mündet und diesem einen kräftigen Zufluss liefert, liegt das alte Bauerndörfchen Ihn, das in einer verwinkelten Anlage noch seine alte Geschichte erkennen lässt. Unter dem mächtigen Hirnberg breitet es sich in einem engen Talkessel aus, in dessen Mitte nicht der Kirchturm, sondern die Behälter einer Siloanlage die Dächer des Dorfes überragen. Hier ist nur wenig historische Substanz zu finden. Dafür lockt auf einer Hügelterrasse über dem Ort die Kirche im schlichten Barock. "Pittoresk" ist nur ein sehr unzulänglicher Ausdruck für den zuckersüßen Anblick, den sie von außen bietet. Immerhin steht das Hauptschiff im Schatten eines echt romanischen Turmes mit frühgotischer Tür. Für den Liebhaber von exotischen Ausstattungen wird ein Blick in das Innere des Gotteshauses zu einem Erlebnis werden. Die drei barocken Altäre (18. Jh.) stammen noch aus der Kirche selbst, die meisten anderen Stücke sind von Hochwürden Helmut Maria Gressung -einem Mann von lokaler Berühmtheit (Anmerkungen: 20) -zusammengetragen worden. Sie kommen von überall her: die beeindruckende Rokoko-Kanzel über Primstal aus Trier, das Chorgestühl aus Chalon sur Saöne, der Kreuzweg aus Lorenzen (Krummes Eisass), das barocke Lesepult (17. Jh.) aus Perpignan, eine Kanne aus Persien und der hölzerne Osterleuchter gar aus Goa in Indien. Der Taufstein im Turmerdgeschoss wurde dann nur von Niedaltdorf herbei getragen.</p>' +   
    '<p>Vor 14 Jahren hatte Ihn noch eine weitere Besonderheit zu bieten. Gemeint ist der ehemalige Bürgermeister und Heimatforscher Jakob Jung mit seinem stilechten Bauern-haus im Oberdorf. Orts einwärts führend, biegt von der Leidinger Straße (L 354) eine erste Straße links ab, die sich "Zum Hatzenbüsch" nennt und in den alten, bergwärts gelegenen Ortsteil vorstößt. Ganz zu Anfang links, mit der Hausnummer 3, liegt Jungs Anwesen: ein klar gegliedertes lothringisches Einhaus, dessen typische Erkennungsmerkmale seine flache Dachneigung mit durchlaufendem First und ein Drempelgeschoss mit Luftluken (Mezzaninen) sind. Wohnung und Viehstall befinden sich in zwei getrennten Hausabteilungen, die jeweils vom Korridor abzweigen. Und links neben dem Gebäude, von dem rasch vorbeieilenden Weinbach begrenzt, breitet sich eine dazu gehörende Wiese aus.</p>' +   
    '<p>Der allseits bekannte Jakob Jung hat schon lange den Weg zu seinem Schöpfer angetreten. Zu Lebzeiten (1916-93) verteidigte er erfolgreich den Ruf, eines der letzten "Gauoriginale" zu sein. Jung war ein begnadeter Geschichtenerzähler. Bis spät in die Nacht ließ er seinen Gästen für manch interessante Augenblicke die bangen Sorgen des Alltags vergessen. Gegenstand seiner nicht enden wollenden Anekdoten waren Rückbesinnungen auf unsere Region, auf die dort lebenden Menschen und auf deren heitere und ernste Verwicklungen in einem harten Leben. Mündliche Überlieferungen über das persönliche Leben der Landbevölkerung zu erhalten, war Jakob Jungs ebenso erklärtes Ziel wie seine Sammlung bäuerlicher Gerätschaften. Jung widmete sich bis zuletzt dem Anlegen der umfassendsten Sammlung von Hausrat und landwirtschaftlichen Geräten aus alter Zeit. Mit dieser verblüffenden Tat leistete er einen historischen Beitrag, die dörfliche Alltagskultur unseres Landstrichs zu dokumentieren. Die älteren Menschen aus der Region erinnern sich gerne an ihn, an ihn und diese Sammelstätte der alten bäuerlichen Gaulandschaft. Es heißt, dass nach Jungs Tod die Gebrauchsgüter-Kollektion leider verloren gegangen ist.</p>' +   
    '</hr>' +
    '<p>Diese Einstimmung auf Mensch und Örtlichkeit ist notwendig, um die nun folgenden Geschehnisse besser zu verstehen. Denn Jakob Jungs Bauernhaus hält in unseren Tagen noch eine weitere Überraschung bereit.</p>' +   
    '<p>Und der Autor, selber aufs stärkste über seine Entdeckung beeindruckt, war zunächst halb geneigt zu glauben, dass er einen Traum gehabt oder der Erzählung eines Wichtigtuers aufgesessen sei: Auf eben diesem Anwesen sind nämlich einige der tausend Jahre alten Fundstücke der Humburg-Grabung gelandet. Es handelte sich um vier der fünf wertvollsten Stücke des archäologischen Ensembles, das aus dem Boden des Bergsporns gehoben und von Schindlers Archäologen dem Tageslicht zurückgegeben wurde. Das liegt nunmehr dreißig Jahren zurück.</p>' +   
    '<p>Diese Feststellung bedarf einiger Erklärungen, vor allem einer Antwort auf die Frage: Wie kamen Funde dieser Art dorthin und was war inzwischen mit ihnen geschehen? Ernste Geschichten erzählt man am besten kurz und knapp. Wegen der realitätsnahen Darstellung der Dinge erzählt der Autor den Gang der Handlung nun weiter in der Ich-Form.</p>' +   
    '<p>Während der ersten Märztage 2007 begann ich noch ahnungslos und in guter Stimmung die Recherche, die mir dann den unglaublichen Gang nach Ihn wies. Dem Altbürgermeister Wallerfangens Dr. Erwin Müller war es bestimmt, daran teilzunehmen und den ersten Hinweis auf die Fundstücke zu geben. Zur Zeit der Humburg-Grabung war er Bürgermeister der Gemeinde Wallerfangen und als Zeitzeuge für mich interessant. Im Focus der Befragung standen die Grabungsumstände auf der Humburg in den 60er Jahren. Mein Interesse daran war zunächst eher allgemein, bis schließlich während des Gespräches Vorstellungen nach dem Verbleib der Architekturteile mein Gemüt beherrschten. Dabei stellte sich heraus, dass nach Wissen des Befragten alle ausgegrabenen Teile von der Ausgrabungsstätte auf dem Humburg nach Ihn in den Garten des Jungschen Anwesens gebracht worden waren. Der Altbürgermeister verwies in dieser Sache auf Johannes Monter (Anmerkung: 21), einen noch lebenden Bekannten Jakob Jungs, einen seriösen und allseits geschätzten Heimatforscher und Sammler aus Hemmersdorf.</p>' +   
    '</div>' +
    '</hr>' +           
    '<a style="float:left;" class="gallerie-start" href="./bilder/heimatgeschichte/ursprungwall/abb8_.jpg"><img src="./bilder/heimatgeschichte/ursprungwall/abb8_.jpg" alt="Abbildung 8" height="189" width="250" border="1"></a>' +
    '<span class="untertitel_l">Abb. 8: Skurrile Aspekte in der Geschichte der Archäologie sind eine Klasse für sich. Und diese saarländische Variante ist sicherlich eine der besten: Der von Jakob Jung aus einem stumpfpyramidalen Kapitell (10. Jh.) zusammenbetonierte Gartentisch.</span>' +    
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    '<a style="float:left;" class="gallerie-start" href="./bilder/heimatgeschichte/ursprungwall/abb9_.jpg"><img src="./bilder/heimatgeschichte/ursprungwall/abb9_.jpg" alt="Abbildung 9" height="213" width="250" border="1"></a>' +
    '<span class="untertitel_l">Abb. 9: Neuzeitliche Verwendung archäologischer Funde aus dem 10. Jahrhundert.</span>' +    
    '<div  class="blocksatz">' +
    '<p>Johannes Monter bekräftigte den von Dr. Müller beschriebenen Sachverhalt. Er fügte hinzu, dass die Fundstücke auf der Jungschen Wiese ausgebreitet, registriert und gezeichnet worden seien. So habe es Jung ihm erzählt und die zahlreichen auf der Wiese deponierten Teile waren auch irgendwann im Verlauf von Jahren nicht mehr zu sehen gewesen.</p>' +   
    '<p>Ich wollte mir nun selbst ein Bild machen. Am 05. März 2007 suchte ich das Haus von Jakob Jung und den daneben liegenden Grasplatz auf. Mir entging nun keine Einzelheit. Als erstes fiel ein zum Gartentisch umgebautes, hohes Säulenkapitell ins Auge, das vor der Haustür auf einem kleinen Podest stand (Abb. 8). Zwei weitere, baugleiche Kapitelle lagen auf der Wiese rechts neben dem Anwesen. Sie sollten anscheinend - aufgrund ihrer Situierung - streunenden Tieren den Zugang zu zwei großen Betonröhren verwehren (Abb. 9). Die waren auf der Wiese mit ihrer zweiten Öffnung an eine Mauer gelegt.</p>' +   
    '<p>Die Ortsbesichtigung wurde in Begleitung der Fotografin Ida Will und Christian Hewener, Mieter des Jungschen Anwesens, durchgeführt. Hilfsbereit und freundlich ließ der junge Mann uns bis an die drei Objekte heran, so dass sie fotografiert werden konnten. </p>' + 
    '<p>Anschließend betraten wir den Zugang zur Scheune. Dort erlebten wir eine weitere Überraschung. Fest an die Wand gelehnt standen wir einem Steinsäulenfragment (Abb. 11, rechts) gegenüber. Auf einer seiner vier Kapitellspiegel (Seiten) war ein Blattornament zu sehen. Schindlers Grabungskatalog war schnell aus der Tasche entfaltet; das entdeckte Architekturteil war deutlich darauf zu erkennen. Die Säule stammt also ebenfalls von der Humburg. Das besondere an dem schönen Teil ist die frühmittelalterliche Umarbeitung einer ansonsten römischen Arbeit.</p>' +   
    '<p>Nach näherer Einlassung mit den drei Außenfunden und einem Vergleich mit den Grabungszeichnungen stand gleichfalls fest:</p>' +   
    '<p>Bei den zwei im Garten deponierten Kapitellen und dem vor der Haustür aufgestellten Kuriosum (Abb. 8) handelt es sich zweifelsfrei um drei seltene frühmittelalterliche Stücke aus Schindlers Grabung auf der Humburg. Die wieder entdeckten Teile stellen frühromanische Säulenkapitelle in Form von Pyramidenstümpfen dar, deren sich heute kein großes Museum zu schämen brauchte. Als steinerne Zeugen einer kaum bekannten Epoche verkörpern gerade diese Teile etwas Einmaliges in unserer Region. Ihre Kostbarkeit gründet auf der Tatsache, dass ihresgleichen in nachfolgenden Epochen meist wieder verwendet und dabei zerstört wurden. Die in Ihn vorgefundenen Kapitelle, die als Bekrönung oder Basen von Holzsäulen mit einem Durchmesser von 35 cm zu denken sind, gelten als stumpfpyramidale Vorläufer des romani sehen Würfelkapitells. Sie sind mit den für die frühromanische Baukunst typischen hängenden statt hochgezogenen Bogenmustern ausgestattet (Abb. 10). In Fachkreisen betrachtet man diese frühe Form der Kapitellplastik als hochwertig im Sinne der modernen Kunstgeschichte. Schindler erwähnt die drei Kapitelle ausdrücklich in seinem Werk. Lassen wir ihn die Beschreibung selber geben: "Aus den vier Seiten der Kapitelle sind, in der handwerklichen Ausführung von unterschiedlicher Qualität, doppelte Halbbögen herausgeschlagen. Besonderer Wert wurde hierbei auf die Zwickel an den Bogenansätzen gelegt, wie die gut erhaltenen Stücke zeigen" und " die drei großen Kapitelle in Form von Pyramidenstümpfen sind als Bekrönung oder Basen von Holzsäulen ... zu denken. Die Annahme von Holzsäulen wird durch das Fehlen jeglicher Bruchstücke von steinernen Säulentrommeln gestützt" (Lit: 30, S. 72).</p>' +   
    '</div>' +
    '<a style="float:left;" class="gallerie-start" href="./bilder/heimatgeschichte/ursprungwall/abb10_.jpg"><img src="./bilder/heimatgeschichte/ursprungwall/abb10_.jpg" alt="Abbildung 10" height="320" width="225" border="1"></a>' +
    '<span class="untertitel_l">Abb. 10: Aus Schindlers Grabungskatalog: Zeichnung der in Ihn vorgefundenen stumpfpyramidalen Kapitelle von der Humburg.</span>' +
    '<p class="blocksatz">Die kleine frühromanische Säule aus der Jungschen Scheune ist vielleicht noch kostbarer (Abb. 11, rechts). Ein langes Blattornament, welches die römischen Steinmetze dem dauerhaften Stein anvertrauten, ist deutlich auf einem der Spiegel zu sehen. Gemeinsam mit einer zweiten Steinsäule (Abb. 11, links und Anmerkung: 22) wurde sie im Frühmittelalter aus einem römischen Grabmal von beträchtlicher Größe herausgearbeitet. Fachleute gehen davon aus, dass sich die gewaltige Nekropole zur Zeit der Erbauung des Turms noch in örtlicher Nähe der Humburg befunden hat.</p>' +   
    '<a style="float:left;" class="gallerie-start" href="./bilder/heimatgeschichte/ursprungwall/abb11_.jpg"><img src="./bilder/heimatgeschichte/ursprungwall/abb11_.jpg" alt="Abbildung 11" height="360" width="225" border="1"></a>' +
    '<span class="untertitel_l">Abb. 11: Zwei Steinsäulen der Humburg-Grabung, die aus einem römischen Grabdenkmal im 10. Jahrhundert n. Chr. geschlagen wurden. Auf Teilen der Kapitellspiegel sind auf der rechts abgebildeten Säule römische Blattornamente zu sehen. Die Buchstaben der römischen Inschrift " NT ... IA" lieferte den Beweis, dass die links abgebildete Säule mitsamt Kapitell und Basis in einem Stück aus einem römischen Grabmal von beträchtlicher Größe geschlagen war. Die rekonstruierbare Zeilenlänge zwischen den erhaltenen Buchstaben ist 1,5 m lang, was bedeutet, dass sich das gewaltige Denkmal zur Zeit der Erbauung des Turms noch in örtlicher Nähe befunden hat. Diese links abgebildete Säule ist heute im neuen Museum der Saarbrücker Schlosskirche ausgestellt. Bleiben noch die Fragen zu klären, wie Funde dieser Art auf das Jungsche Anwesen kamen und warum sie dort, an diesem ungesicherten Ort, in Vergessenheit gerieten?</span>' +   
    '<div  class="blocksatz">' +
    '<p>Gernot Karge, der 2008 nach 26jähriger Geschäftsführung der Vereinigung für die Heimatkunde im Landkreis Saarlouis in den Ruhestand trat, wusste sich der Geschehnisse aus den 60er Jahren genau zu erinnern.' + 
    '<p>Zunächst schilderte er, dass die Beförderung der Ausgrabungsteile mit Fahrzeugen des Landkreises Saarlouis von der Humburg nach Ihn auf das Grundstück von Bürgermeister Jung durchgeführt wurde. Initiator waren das Staatliche Konservatorenamt und die Untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises Saarlouis. Das Kreiskulturamt ver-anlasste bei diesem "Joint Venture" die Bereitstellung von Personal und Fahrzeugen aus dem Fuhrpark des Landkreises. Gernot Karge war in jenen Tagen noch bei der Zollverwaltung beschäftigt. Er begleitete jedoch den Transport der Ausgrabungsstücke als Mitglied der Vereinigung für Heimatkunde im Landkreis Saarlouis.</p>' +   
    '<p>Es war dann auch Gernot Karge, der das Rätsel darüber lüftete, warum die Teile auf Jacob Jungs Grundstück deponiert blieben und an diesem Ort in Vergessenheit gerieten. Diese frühromanischen Architekturstücke wurden nie abtransportiert, weil man beabsichtigte, sie einer besonderen Verwendung im Landkreis Saarlouis zuzuführen. </p>' + 
    '<p>Nur wenige Steinwürfe vom Fundort auf der Humburg entfernt, entstand in den 70er Jahren das Prestigeobjekt des Landkreises Saarlouis, Haus Scheidberg. Die Verantwortlichen erwogen, in den Grünanlagen um das Fortbildungsund Tagungszentrum eine frühromanische Torbogenanlage zu errichten. Die originalen Ausgrabungsteile von der Humburg sollten hierbei wieder verwendet werden (Abb. 12 - eine mögliche Rekonstruktionsskizze). </p>' + 
    '<p>Diese Idee wurde jedoch wieder verworfen. Die Zeit war noch nicht reif für sogenannte "Living Historicals", die unter dieser Bezeichnung in unseren Tagen einen besonderen Aufschwung erleben. Jahre später gab es einen neuen Plan zur Verwendung der wertvollen Artefakte. Man beabsichtigte, die Humburg-Funde im Bereich der Teufelsburg in Felsberg zu integrieren. Auch diese Überlegung wurde nicht realisiert Die Gründe hierfür werden wohl für immer verborgen bleiben. Während all dieser Jahre vergaß Jung nie, den Landkreis Saarlouis daran zu erinnern, die Fundstücke wieder von seinem Grund und Boden zu entfernen. So verging die Zeit, und es geschah nichts. Die Leiter der zuständigen Behörden kamen und gingen, und die Sache geriet mit dem Tode von Jakob Jung endgültig in Vergessenheit.</p>' +  
    '</hr>' +   
    '<p>Ich hatte nach meinen Beobachtungen in Ihn und all den daraus resultierenden Erkenntnissen guten Grund, beunruhigt zu sein. Wusste ich doch, dass mit der Entdeckung der Turmhügelburg eine Fundstelle von überregionaler Bedeutung erschlossen war, und mit den frühromanischen Architekturteilen vielleicht der "wertvollste Schatz" aus dieser Epoche in der Großregion. </p>' + 
    '<p>Diese vergessenen Architekturwerke verdienen es, genauer betrachtet, gesichert und gewertschätzt zu werden. Die Säulenteile sind nämlich alt, sie sind älter als das deutsche Reich, von dem im zweiten Kapitel dieser Arbeit so ausführlich die Rede war. Sie waren schon alt, als König Heinrich mit Giselbert über die Alpen zogen, und als die ersten Versammlungen auf dem Kapitol die römische Politik des späteren Kaisers festlegten. Sie waren schon alt und ihre Heimstätte bereits verweht, als Kaiser "Barbarossa" (Friedrich I.) 1152 im Harz noch Bären und Wisente jagte. Und als die letzte, die habsbur-gische Dynastie, 1806 durch Napoleon unterging, da dauerte es noch zwei Jahrhunderte bis zu unserer Ära. Dazwischen herrschten die Hohenzollern, die Demokraten von Weimar, der schnurrbärtige Massenverführer, endlich Adenauer und das moderne Deutschland. Und hier erst hob Schindler ans Licht, was von dem Wohnturm auf der Humburg geblieben war.</p>' +  
    '<p>Doch was geschieht jetzt mit den Funden? Blicken wir ein letztes Mal zurück und bewerten sie in einem urbanen Kontext. </p>' + 
    '<p>An die 5000 Jahre lassen sich in unserem engen Raum archäologisch verfolgen. Von den Bandkeramikern und ersten Ackerbauern bis zu den Glockenbecherleuten der Bronzezeit enthält der Boden der Großgemeinde Wallerfangen Waffen, Geräte und Schmuck der verschiedensten Entwicklungsstufen.</p>' +  
    '</div>' +          
    '<a style="float:left;" class="gallerie-start" href="./bilder/heimatgeschichte/ursprungwall/abb12_.jpg"><img src="./bilder/heimatgeschichte/ursprungwall/abb12_.jpg" alt="Abbildung 12" height="420" width="200" border="1"></a>' +
    '<span class="untertitel_l">Abb. 12: Verwendung früh romanischer Architekturteile im zweigeschossigen Lichthof der Turmhügelburg auf der Humburg. Versuch einer Rekonstruktion durch Reinhold Schindler.</span>' +    
    '<div  class="blocksatz">' +
    '<p>Auch die Hallstattvölker der beginnenden Eisenzeit haben in der Landschaft um den Limberg ihre unverwechselbaren Spuren hinterlassen. Weit über die Zeitenwende hinaus wurzelt ihr Dasein in der vorrömischen Welt. Sie alle kamen und gingen, lebten und starben, bauten ihre Wohnstätten und verließen sie wieder. Unbesiedelt war der Wallerfanger Raum wohl nie. Seine Erde ist schwer von Geschichte, Tradition und Schicksal.</p>' +  
    '<p>Die urbane Entwicklung ließ dann an unserem Saarabschnitt nicht lange auf sich warten. Das spätfränkische Gemeinwesen Walderf ingen gehört zu den Stätten, denen allein dank ihrer Lage die "Gewähr des Bestandes" gegeben ist. Uralte sich dort kreuzende Straßen, die dem natürlichen Wellengang des Geländes folgten, bereiteten den Boden für diese lebenskräftige Siedlung. So ergib sich eine wahrhaft großartige Situation, die in der Überschneidung dieser kontinentalen Völkerwege eine europäische Funktion unseres Raumes verheißt und das große geschichtliche Schauspiel ahnen lässt, das über diese Szene gehen konnte und immer wieder gegangen ist. Im 9ten Jahrhundert bot sich endlich ein hervorragender fester Platz, diesen Kreuzungspunkt der Verkehrswege von einem Felsrücken des Gauplateaus wie eine Bastion zu überragen. Mit der Turmhügelburg auf der Humburg beginnt für Walderfingen die Frühröte der geschichtlichen Überlieferung (Graf Egilof 962 n. Chr.). Und sooft dieses Gemeinwesen hinfort zerstört wurde, dieses Erbe wirkte unverlierbar in ihr fort</p>' +  
    '<p>Es bleibt nun zu hoffen, dass die wertvollen Architekturteile der //w/w^wrg-Grabung auf einen sicheren Platz, und der Öffentlichkeit zugänglich, befördert werden. Am besten dürften sie wohl dauerhaft im lokalen Umkreis ihrer Herkunft untergebracht sein. Damit wäre den interessierten Bürgern der Großgemeinde Wallerfangen ein Anlaufpunkt geschaffen, der zu den Wurzeln des Gemeinwesens gleichen Namens 1200 Jahre weit zurück reicht. Als neue Heimstatt wäre die mit einem wehrhaften Gitter umstellte Rasenfläche des Heimatmuseums Wallerfangen oder aber das Gebäude selbst geeignet. Alle bisher mit der Sache befassten Heimatforscher würden diese kommunale Lösung begrüßen und wären der zuständigen Behörde dafür dankbar verbunden.</p>' +  
    '</div>' +
    '<a href="#" class="top_oben nurright">&nbsp;</a>' +
    '<br>' + 
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    '<p class="nurfett"><a name="Was noch zu sagen bleibt">10. Was noch zu sagen bleibt</a></p>' +
    '<div  class="blocksatz">' +
    '<p>Will man Graf Giselbert von Walderfingen nach den Regeln der Genealogie klassifizieren, so kann man sagen, dass er einem besonderen Geschlecht entstammt. Ein Blick in die Schulbücher lehrt, dass nur wenige Menschenalter nach seinem Tod Angehörige des Hauses Luxemburg herausragende Erfolge errangen. Zur Verblüffung der Welt brachte die Familie vom Bockfelsen hoch über der Alzette in unglaublichen drei aufeinander folgenden Generationen zwei deutsche Kaiser und einen - wenn auch blinden - König hervor. </p>' + 
    '<p>Heinrich VII. (1275-1313), Graf von Luxemburg, verdankte seine Wahl zum deutschen König (Kaiserkrönung 1312) vor allem seinem jüngeren Bruder, dem Erzbischof Balduin von Trier.</p>' +  
    '<p>Der " blinde " König von Böhmen, Johann Graf von Luxemburg (1296-1346), war als Sohn des vorgenannten Kaisers Heinrich VII. wohl der unruhigste und schillerndste Fürst des Mittelalters. Er ließ kaum eine Gelegenheit aus, an den wichtigen Schlachten seines Jahrhunderts teilzunehmen. Zeit seines Lebens errang der "blinde" König durch nicht vorhersehbaren Wechsel seiner Politik und durch Intrigen schließlich den größtmöglichen Erfolg für sein Haus: Seine zielstrebige Hausmachtpolitik führte zur Inthronisierung seines ältesten Sohnes Karl zum deutschen Kaiser. Und sicher wäre der quirlige Ritter noch eine Weile weiter geritten, hätte ihn nicht 1337 der Stich einer heimtückischen Mücke außer Gefecht gesetzt. Bald büßte er deswegen sein Augenlicht ein, was ihn jedoch nicht davon abhielt, weiterhin seiner Kriegslust zu frönen. Wie König Johann gelebt hatte, so starb er dann auch. Den Weg zu seinem Schöpfer fand er in der bedeutendsten Schlacht des Mittelalters. Auf den Feldern von Crecy in der nordfranzösischen Picardie ließ sich Johann auf seinem Schlachtross mit den Zügeln seiner besten Ritter verknoten. Er starb, von seinen Getreuen umringt, später von Petrarca besungenen, viel gerühmten Heldentod (Anmerkungen: 23). Der siegreiche König von England, Eduard III., war darüber so begeistert, dass fortan Johanns Wappen, drei goldene Straußenfedern, vom "Schwarzen Prinzen", dem ältesten Sohn des englischen Königs und allen folgenden englischen Kronprinzen geführt wurden. Selbst Charles, der heutige Prinz of Wales, nennt das Wappen sein eigen.</p>' +  
    '<p>Der Sohn des blinden König Johann nannte sich Kaiser Karl IV. (1316-78) und fand seine letzte Ruhestätte im Dom zu Prag. Weil man in unseren Tagen jedoch ernste Zweifel daran hegte, dass drei so bedeutende Herrscher in unmittelbarer Generationenfolge aus einem Geschlecht hervorgingen, erwogen die Historiker einen spektakulären Beweis. Sie wussten sich nicht anders vom Ballast etwaiger Fehldeutungen zu befreien, als die Grabesruhe von Vater Johann (der Blinde) und Sohn Karl zu störten. Tief in den Grüften der Kathedralen von Luxemburg und Prag wurden erbbiologische Gutachten vorgenommen, die die genealogische Abstammung des einen vom anderen belegten. Seitdem ist die Welt wieder ein bisschen mehr in Ordnung. </p>' + 
    '</div>' +
    '<a href="#" class="top_oben nurright">&nbsp;</a>' +
    '<br>' + 
/* -------------------------------------------------------------------------- */
    '<p class="nurfett"><a name="Anmerkungen">11. Anmerkungen</a></p>' +
    '<div  class="blocksatz">' +
    '<p>10) Kunigundes Verbindung mit Heinrich II. galt im Gegensatz zu den meisten Ehebündnissen dieser Zeit als Liebesheirat. Heinrich überschüttete sie mit für die Epoche ungewöhnlichen Privilegien. Salbung und Krönung, die Kunigunde 1002 (Königin) und 1014 (Kaiserin) zuteil wurden, waren bis dato bei früheren deutschen Königinnen nicht nachweisbar. Die sakral-königliche Legitimation des Herrschers galt somit auch für Kunigunde als Frau. Mit Intervention (Nennung als Fürsprecherin in den Königsurkunden) und Vermittlung in politischen Konflikten ist ihre Teilhabe an der Königsherrschaft in seltener Weise dokumentiert. In etwa einem Drittel der Urkunden Heinrichs wird Kunigunde als Interventientin genannt (Lit:18, S. 453f). Somit hat sie in vielem ihrem Gemahl in Rat und Tat beigestanden, auch bei dem in dieser Arbeit angeführten Feldzug nach Oberitalien.</p>' +  
    '<p>11) Wegen der Beseitigung eines plötzlichen Krisenherdes in Polen rüstete Heinrich erst später zu seinem ersten Römerzug. Die dunklen Machenschaften und starker Expansionsdrang des Fürsten Boleslaw, eines von polni schen Patrioten bis heute verklärten Kriegshelden, wuchsen sich zu einer Bedrohung des Reiches aus, so dass der König die Bittsteller aus Italien auf 1004 vertröstete. 12) Otto I (912-973), der in Sachen Bürgerkriege von daheim nicht verwöhnt war, musste bei seinem Italien feldzug feststellen, dass Italien alles übertraf, was er bislang erlebte. Er sah sich einem Abgrund menschlicher Verwor fenheit gegenüber, der ihn zu verschlingen drohte. Der Papst handelte nach dem Prinzip, dass es den Eid nicht gebe, den er nicht brechen könne. Der Kirchenhirt intrigierte gegen den König, log, betrog, täuschte, säte Hass, zettelte Ver schwörungen an, wischte den gerade erst mit Otto geschlos senen Vertrag vom Tisch und paktierte mit denen, gegen die er Otto zu Hilfe gerufen hatte - Berengar und Anhang (Lit: 21, S. 86f). Heinrichs II. obligatorischer erster Zug nach Italien geschah mehr oder weniger aus Pflicht, denn Italien lag ihm nicht und die Italiener schon gar nicht. Er hatte sie kennengelernt, da er zur Leibgarde Kaiser Ottos III. gehörte. Er war es gewesen, der damals noch als Heinrich von Bayern den in die Engelsburg geflüchteten kaiserlichen Vetter herausgehauen hatte. Deprimierende Erinnerungen an Lug, Trug und Verrat hatten sein Italienbild geprägt (Lit: 21, S. 185). </p>' + 
    '<p>13) Wenn es darauf ankam (... und nur dann!!), kannte Heinrich II. keine Bedenken, Macht, Reichtum und Besitz höher zu bewerten als Glaube und christliche Ethik. Nach dem genialen Himmelsstürmer Kaiser Otto III. war Heinrich II. ein bodenverwurzelter Realist, der nüchtern und schlau die von seinem Vorgänger angerichtete Unordnung und den Staatsbankrott beseitigte. Für das gerade mal knapp hundert Jahre alte Deutschland war dieser Herrscher ein Glücksfall. Wo er nur konnte, baute Heinrich den Besitz der Kirche aus und sicherte ihn. Er scheute sich jedoch nicht "im öffentli chen Interesse rücksichtslose Eingriffe in den Besitzstand der Klöster zu tun, die einer Säkularisation nahe kamen" (Karl Hampe). Der erste Italienzug stand darum unter dem Motto, über das sich Heinrich selbst in einer Fuldaer Königsurkunde heiter und unverblümt ausließ: "Es ist nötig, dass Kirchen viele Güter besitzen, denn wem viel gegeben ist, dem kann auch viel genommen werden." (Lit: 17, S. 122/123). </p>' + 
    '<p>14) Wilhelm der Eroberer führte bei seinem Feldzug im Vexin Krieg mit König Phillip-I. von Frankreich wegen eini ger Grenzfragen. Zu diesem Zeitpunkt - 1087 - war Wilhelm so dick, dass er sich kaum auf einem Pferd halten konnte. Als er, fast unbeweglich in seiner Korpulenz, in Rouen die Zeit vertrödelte, soll Phillip I. scherzend behauptet haben, "der König von England liege ,im Wochenbett, und beim Gottesdienst nach der Niederkunft würden sicherlich zahl reiche Kerzen brennen." Wilhelm zog daraufhin brennend und mordend die Seine hinauf und befahl seinem Heer, Mantes-la-jolie und Umgebung in Trümmer und Asche zu legen und die Ernten zu zerstören. Als der korpulente Regent daraufhin glückstrahlend durch die Ruinen ritt, stolperte das Pferd, und Wilhelm wurde durch den Sturz seines Reittieres gegen den Sattelknauf geschleudert und erlitt innere Verletzungen. Der Wundbrand fraß sich durch die Bauch höhle des Monarchen, und er verstarb elendig. Seine sterbli chen Überreste wurden in die Abbaye aux Hommes nach Caen verbracht. Als die Mönche die gewaltige Masse gewalt sam in den engen Sarg zu zwängen versuchten, platze der Leib, und die Kirche wurde von königlichem Gestank erfüllt (Lit: 25, S. 170).</p>' +  
    '<p>15) Ein noch tragischeres körperliches Schicksal aus jener Zeit kennen wir von "Herrmann dem Lahmen" (1013-54). Der Mönch auf der Reichenau Insel und seinerzeit das "Wunder der Welt" genannt, war wohl das seltsamste Universalgenie des frühen Mittelalters. Von Geburt an gelähmt, war er fast der "Stephen Hawkins" seiner Zeit.</p>' +  
    '<p>16) Der lateinische Text wurde von Helmut Grein, Kreis archiv Saarlouis, ins Deutsche übertragen: "Als dann ein hervorragender junger Mann mit Namen Gisilbert, der Bruder der Königin, von den Langobarden verletzt wurde und starb, wuchs die Traurigkeit seiner Mitkämpfer sehr stark. Der furchtlose Ritter Vulferam rächte ihn, in dem er in den mittleren Heereszug stürzte und einem von ihnen durch den Lederhelm in die Kehle stach." </p>' + 
    '<p>17) Wieviel eine adelige Dame der Familie des Bräutigams wirklich wert war, zeigte sich in der "Morgengabe". Sie besteht im Gegensatz zu einer Mitgift aus einer, in Bezug auf die Ehe vorgenommene Zuwendung, von Geld oder Gütern des Bräutigams an die Braut oder deren Familie. Im alten germanischen Recht war sie ein Geschenk des Mannes an die Ehefrau am Morgen nach der Hochzeitsnacht, gedacht als Entschädigung für die verlorene Jungfräulichkeit. "Morgengabe" bedeutete gleichzeitig Witwenversorgung, denn man dachte wie stets praktisch. Solange die Witwe noch keine war, stand dem Mann die Nutznießung des Hochzeitsgeschenkes zu.' + 
    'Bei dem Disput der Brüder der Kunigund um Heinrichs Morgengabe (Herrschaft Bamberg), ging es um große Reichsgeschichte. Kaiser Otto II. schenkte 973 den beträchtlichen Besitz Bamberg seinem Vetter Heinrich, dem Zänker. So konnte gut 10 Jahre später gegen 997 der Sohn des "Zänkers" und nachfolgender König, Herzog Heinrich von Bayern, seine "geliebte Burg Bamberg" seiner ebenso geliebten Gemahlin Kunigunde von Luxemburg zur Hochzeit schenken: eine wahrhaft fürstliche Morgengabe. Wenig später war Bamberg die wichtigste Stadt des Königs und galt als Nabel des Reiches (Lit: 17, S. 118).</p>' +  
    '<p>18) Die Aufrührer aus dem Hause Luxemburg konnten sich später bei ihrem Kaiser rehabilitieren. Während der etwa zweimonatigen Zeit der Kronvakanz nach dem Tode von Heinrich II (1024) führte Kaiserin Kunigunde mit Hilfe gerade dieser beiden erwähnten Brüder Bischof Dietrich und Herzog Heinrich unangefochten die Reichsgeschäfte. Als Zeichen der Legitimation übergab Kunigunde die von ihr und den Brüdern gehüteten Reichskleinodien dem neuen König Konrad II., der damit die salische Kaiserdynastie begründete.</p>' +  
    '<p>19) Der vertriebene Unglückrabe, Polenkönig Stanislaus Leczinski, machte doch noch sein Glück in Gestalt seiner schönen Tochter, die Königin von Frankreich wurde. Dieser Umstand beförderte ihn daraufhin zu höchster Gunst bei Ludwig XV. und auf Lebenszeit zum Herzog von Lothringen. Nach seinem Tode sollte die Herrschaft Loth ringen an die französische Krone fallen... Es gibt Dinge, die beginnen groß und es gibt Dinge, die beginnen klein. Häufig sind es jedoch die kleinen Dinge, die die großen Ver änderungen bewirken: Frankreich musste länger warten als erhofft, bis ihm der endgültige Anschluss der neuen, lange umstrittenen Provinz gelang. Leczinski starb erst 1766 im hohen Alter von 88 Jahren, nachdem sein Morgenmantel am Kamin Feuer gefangen hatte.</p>' +  
    '<p>20) Von Niedaltdorf richtet sich unser Blick in den Großraum Boston, USA. Hier, an der angesehensten Ideen schmiede des Landes, der Harvard Universität, lehrt seit 1992 David Blackbourn Geschichte. Er gehört zu den welt weit führenden Historikern, die sich mit der Entstehung des modernen Deutschland beschäftigen. 1993 landete er einen Bestseller, der eine saarländische Gemeinde in den Focus der Weltöffentlichkeit rückte. In seinem Werk "Wenn ihr sie wie der seht, fragt wer sie sei - Marienerscheinungen in Marpingen - Aufstieg und Niedergang des deutschen Lourdes" setzte sich Blackbourn mit der totalitären Reaktion von Bismarks Staat auf die Phänomene im Härtelwald aus einander. Im Juli 1876 glaubten dort drei achtjährige Mädchen, eine Erscheinung der Jungfrau Maria gesehen zu haben. Die Kunde von ihren Visionen lockten im 19ten Jahrhundert Zehntausende von Pilgern des Deutschen Reiches in das abgelegene Dorf im Saarland, und es ereigne ten sich zahlreiche "Wunderheilungen". In Blackbourns Werk wird die angespannte Lage des sogenannten wilhelmi nischen Kulturkampfes minutiös geschildert. Die damaligen Geschehnisse provozierten die Kirche und den preußischen Staat unverhältnismäßig stark. Sie führten zum Einmarsch der preußischen Armee nach Marpingen, zu einer Debatte im preußischen Landtag und zu einem dramatischen und weltweit beachteten Gerichtsverfahren, in der eine Gruppe von marianischen Erwachsenen um die drei Mädchen aus Marpingen an den Pranger gestellt waren. Unter dem Druck der Weltöffentlichkeit wurden alle Angeklagten freigesprochen. Diese Ereignisse waren ein Phänomen von besonderer Güte. Unser Blick richtet sich auf das Ende des 20ten Jahrhunderts; Geschichte pflegt sich zuweilen zu wiederholen. Wir schreiben das Jahr 1999. Bevor ich auf Pfarrer Helmut Maria Gressung zu sprechen komme, möchte ich etwas über Marion, Judith und Christine sagen. So heißen die drei jungen Frauen, die 123 Jahre nach den wilhelminischen Ereignissen im Härtelwald in Marpingen ebenfalls die Jungfrau Maria gesehen haben. Dreizehn mal ist sie ihnen erschienen, davon acht Mal öffentlich. Der Ansturm von Tausenden von Gläubigen, im Jahre 2000 gar 35.000, hat das Bistum Trier veranlasst, eine Kommission einzusetzen, um die Haltung der Katholischen Kirche zu den Marien-Erscheinungen zu klären. Sein Name fällt immer, wenn es um die Hintergründe der Marien-Erscheinungen von 1999 im Marpinger Härtelwald geht. Helmut Maria Gressung, der pensionierte Geistliche aus Saarbrücken, war Beichtvater der drei Seherinnen, und sein Einfluss auf die stark religiöse Prägung der Frauen war groß. Das dokumentierte die Saarbrücker Zeitung v. 22.07.1999 auf d. Saarseite in ihrem Artikel "Ist Beichtvater der Mann im Hintergrund?", wonach Gressung das Verhalten der drei jungen Frauen rund um die "Erscheinungen" wesentlich mit bestimmte. Nach Informationen der SZ stand Gressung seit 1992 an der Spitze der "Marianischen Priesterbewegung" (MPB) in Deutschland und soll seit vielen Jahren befürwortet haben, den Härtelwald zu einem anerkannten Wallfahrtsort zu machen. Zu einem Interview in der SZ war Gressung jedoch nicht bereit. In dem vorbezeichneten Artikel ist weiter zu lesen, der Bischof habe dem ihm unterstellten Geistlichen aufgetragen, zum Härtelwald zu schweigen. Heute lebt Gressung hoch betagt im Pfarrhaus der Seelsorgeeinheit Saarwellingen-Reisbach.</p>' + 
    '<p>21) Von dem 80-jährigen Johannes Monter stammt die umfangreichste Sammlung vorgeschichtlicher Funde aus der Gauregion. So sehr ein Prähistoriker der Kombinations- und Vorstellungskraft bedarf, um aus seinen spröden, spärlichen Befunden ein lebendiges Bild versunkenen Daseins zu gewinnen, so wenig darf er sich aufs Träumen verlegen. Das wusste Johannes Monter und danach strebte er sein Leben lang. Mit seiner präzisen Beobachtungsgabe und seinem scharfen bäuerlichen Verstand hat es der Autodidakt verstan- den, die Funktionen von paläolithischem, neolithischem und jüngerem Gerät einer praktischen Vorstellung dienstbar zu machen. Angesichts der zahlreichen Funde aus alter Zeit unterschied sein laienhafter, doch aufs Prinzipielle gerichteter Blick die Grundzüge vergangener bäuerlicher Lebensformen, deren Verschiedenheit er richtig als Ausdruck unterschiedlicher Zeiten erkannte. Dieser vielseitige, in mancher Beziehung erstaunliche Mann, tat dann einen jener glücklichen Griffe, die wohl erst von einer späteren Generation richtig gewürdigt werden. In einem 2006 eingerichteten Heimatmuseum zu Hemmersdorf dokumentierten er, sein Weggefährte Engelbert Cavelius und Hubert Regnery, ein weiterer Sammler von vorgeschichtlichen Bodenfunden, und Mitglieder des ortsansässigen Heimatvereins die alte und jüngere Geschichte des mittleren bäuerlichen Niedgaus. Wenn Schindler die Höhenburgen auf dem Limberg und auf der Humburg mit Spaten und Hacke erobert hatte, so eroberte uns Monter die prähistorische Landschaft des Niedgaus mit der "Sammelbüchse". Durch die spätere Einrichtung des Hemmersdorfer Heimatmuseums platzierte er sie mit einem Ruck in unser Bewusstsein und bewahrt sie so für eine neue Ewigkeit.</p>' +  
    '<p>22) Aus einem anderen Teil desselben römischen Denkmals ist ein weiteres Architekturteil geschlagen. Diese zweite im 10. Jahrhundert gehauene Säule mit römischen Buchstaben an Kapitell und Basis ist heute im Erdgeschoss des neuen Museum der Saarbrücker Schlosskirche zu besichtigen.' + 
    '<p>23) Unstet wie sein Leben sollten später auch seine Gebeine umherirren und an der Saar ein sonderbares, skurriles Echo finden. Der einbalsamierte Leichnam des Blinden Königs von Böhmen, Johann Graf von Luxemburg wurde zunächst in der Kirche in Altmünster bestattet. Kriegerische Ereignisse erzwangen dann 200 Jahre später die mehrmalige Umbettung der Gebeine innerhalb der Stadt Luxemburg. 1542 wurden sie ins Franziskanerkloster im Grund über fuhrt, wo sie bis 1789 verblieben. Die Revolutionstruppen, die mit lebenden wie mit toten Königen nichts im Sinn hat ten, vertrieben die Mönche, und diese stellten den Leichnam des Böhmenkönigs bei einem Bäcker unter. Doch auch hier blieb er nicht lange. Die Mönche baten den Fabrikanten Pierre-Joseph Boch, der in Septfontaine eine Steingutfabrik besaß, um Übernahme der Gebeine. Und als dessen Sohn Jean-Francois Boch sich 1809 nach Mettlach aufmachte, um an der Saar mit einem neuen Werk die weltweit bekannteste Steingutdynastie zu gründen, nahm er den Sarg mit.</p>' +  
    '<p>Der preußische Kronprinz und spätere König Friedrich Wilhelm IV besuchte 1833 Bochs Fabrik im ehemaligen Kloster Mettlach. Bei einem feuchtfröhlichen Empfang brü-stete sich Friedrich Wilhelm seiner genealogischen Abstammung bis zurück zum Blinden König Johann von Böhmen. Der als sensibel geltende Hohenzoller erfuhr dann von der Odyssee der bis dahin verschwundenen, sterblichen Überreste seines berühmten Vorfahren. In einem ungestümen Aufmarsch wurde Durchlaucht ins Dachgeschoss der Abtei mitten in die Kuriositätensammlung des Hausherrn geführt. Am geöffneten Sarg überlieferte ein Chronist die viel sagenden Worte des Hohenzollern: "Oh, der Arme!". Für den empfindsamen Prinzen war die dann erfolgte Schenkung der Gebeine gewissermaßen eine Pflicht, für den Leichnam des blinden Königs eine würdige Grabstätte zu suchen. Er fand sie in der Klause bei Kastei, unweit von Saarburg, ein Ort, von dessen Lage und geschichtlicher Vergangenheit Friedrich Wilhelm tief beeindruckt war. Bauherr Friedrich Schinkel richtete die "Klause" für das Königsgrab her und mit dem von Schinkel entworfenen Brunnen im Mettlacher Park bedankte sich der preußische Kronprinz. Die Nekropole auf dem Felsen über der Saar gilt heute als eines der zehn schönsten Baudenkmäler Deutschlands im historistischen Stil. Eine letzte Ruhe in Kastei war König Johann noch immer nicht vergönnt. 1946 wurde der Sarg als erste deutsche Reparationsleistung an Luxemburg in die Kathedrale der Stadt Luxemburg überfuhrt. Noch einmal wurde die Ruhe gestört: Im Jahr 1980 kamen die Gebeine vorübergehend nach Prag, wo sie auf ihre Authentizität überprüft wurden (Lit: 31 und siehe Kapitel 10).</p>' +  
    '<p>24) Reinhard Schindler war Leiter des saarländischen Landeskonservatoramtes in der Zeit von 1959 bis 1965. </p>' + 
    '</div>' +
    '<a href="#" class="top_oben nurright">&nbsp;</a>' +
    '<br>' + 
/* -------------------------------------------------------------------------- */
    '<p class="nurfett"><a name="Literatur">12. Literatur</a></p>' +
    '<div  class="blocksatz">' +
    '<p>16) Edith Ennen, "Giselbert, Graf in der Wallerfanger Grafschaft", Festschrift aus Anlass des 50-jährigen Bestehens des Dillinger Realgymnasiums, 1953. </p>' + 
    '<p>17) Rudolf Pörtner, "Das Römerreich der Deutschen", Econ Verlag Düsseldorf, 1967. </p>' +                  
    '<p>18) Bibliogr. Zur Geschichte von Stadt und Hochstift Bamberg 1945-75, Hist. Verein Bamberg, 10. Beih., S. 453f., 1980. </p>' + 
    '<p>19) Lexikon Geschichte in Gestalten, Teil I (A-K), "Arduin von Ivrea", Herausgeber: Professor Dr. Hans Herzfeld, S. 83/84, Orbis Verlag München, 1989. </p>' + 
    '<p>20) "dtv-Atlas zur Weltgeschichte", Band l, Deutscher Taschenbuch Verlag, München, 1964. </p>' + 
    '<p>21) S. Fischer-Fabian, "Die deutschen Kaiser", Bastei Lübbe Verlagsgruppe, Bergisch Gladbach, 2003. </p>' +                  
    '<p>22) C. Wampach, Urkunden- und Quellenbuch der altluxem burgischen Territorien bis zur burgundischen Zeit, I, Luxemburg 1935, Nr. 219, Seite 308. </p>' + 
    '<p>23) Zeitschrift "Der Theologe", Hrsg. Dieter Potzel, Ausgabe Nr. 29 "1007-2007: 1000 Jahre Bistum Bamberg und St. Stefhan...", Beitrag "Wer war der Heilige Heinrich-Vorbild im katholischen Glauben?", 2007 Wertheim.</p>' +  
    '<p>24) Heinz Renn "Das erste Luxemburger Grafenhaus", Rheinisches Archiv Nr. 39 (963-1136), Seite 87, 1941 Köln. </p>' + 
    '<p>25) W Durant, "Das Zeitalter des Glaubens III. Das Christentum auf dem Höhepunkt I." Kulturgeschichte der Menschheit XII., Editions Rencontre, Lausanne, 1949. </p>' + 
    '<p>26) Entnommen aus einer Produktion des MDR "Geschichte Mitteldeutschlands - Personen" vom 26.08.2006 über das Leben Thietmars von Merseburg. </p>' + 
    '<p>27) Albrecht Graf Finck von Finckenstein "Bischof und Reich. Untersuchungen zum Integrationsprozess des otto- nisch-frühsalischen Reiches (919-1056), Seite 123-125, Jan Thorbecke Verlag, Sigmaringen 1989.</p>' +  
    '<p>28) Die Chronik des Bischofs von Merseburg, Hrsg. R. Holtzmann (MG SS NS 9) 1935, Buch 6, Kap. 8. Seite 282. </p>' + 
    '<p>29) Lexikon Geschichte in Gestalten, Teil II (F-K), "Heinrich II.", Seite 164-165, Herausgeber: Professor Dr. Hans Herzfeld, Orbis Verlag München, 1989.</p>' +  
    '<p>30) Reinhard Schindler, "Studien zum vorgeschichtlichen Siedlungs- und Befestigungswesen des Saarlandes", Paulinus-Verlag, 1969, Trier.</p>' +  
    '<p>31) "Auf den Spuren des blinden Königs Johann von Böhmen, Graf von Luxemburg", Kurzdokumentation von Rainer Darimont für die Teilnehmerinnen einer Bildungsfahrt. Leitung: Rainer Darimont, Veranstalter: Verein für Heimatforschung Wallerfangen e.V, Wallerfangen, 1998.</p>' +  
    '<div class="nurright"><a href="#"><img src="./bilder/icon_top.gif" width="59" height="19" border="0" alt="" /></a></div>' +
    '<br>' + 
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    '<p class="nurfett"><a name="Abbildungsnachweise">13. Abbildungsnachweise</a></p>' +
    '</div>' +
    '<table class="blocksatz">' +
     '<colgroup>' +
     '<col width="90" />' +
     '<col width="600" />' +                                
    '</colgroup>' +  
    '<tr><td>Abb.  6:</td><td>Entnommen aus: "Google Bildersuche". Original: Archiv für Kunst und Geschichte, Berlin. </td></tr>' +
    '<tr><td>Abb.  7:</td><td>Entnommen aus: "Google Bildersuche". Original: www.fotos-reiseberichte.de/bamberg/ </td></tr>' + 
    '<tr><td>Abb.  8:</td><td>Foto Ida Will, Saarlouis 2007. </td></tr>' +
    '<tr><td>Abb.  9:</td><td>Foto Ida Will, Saarlouis 2007. </td></tr>' + 
    '<tr><td>Abb. 10:</td><td>Entnommen aus: Reinhard Schindler, "Studien zum vorgeschichtlichen Siedlungs- und Befestigungswesen des Saarlandes", S. 71, S. 69 und S. 72. Paulinus-Verlag, 1969, Trier.</td></tr>' +
    '<tr><td>Abb. 11:</td><td>Entnommen aus: Reinhard Schindler, "Studien zum vorgeschichtlichen Siedlungs- und Befestigungswesen des Saarlandes", S. 71, S. 69 und S. 72. Paulinus-Verlag, 1969, Trier.</td></tr>' +
    '<tr><td>Abb. 12:</td><td>Entnommen aus: Reinhard Schindler, "Studien zum vorgeschichtlichen Siedlungs- und Befestigungswesen des Saarlandes", S. 71, S. 69 und S. 72. Paulinus-Verlag, 1969, Trier.</td></tr>' +
    '</table>' +
    '<a href="#" class="top_oben nurright">&nbsp;</a>' +
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    '<p class="nurfett"><a name="Danksagung">14. Danksagung </a></p>' +
    '<p class="blocksatz">Ulrike Radunz, die mich bestens beriet unter Hintansetzung aller Zweifel. Mein Dank gilt auch meiner Mutter für ihre konstruktive Skepsis sowie Monika Paul für ihren Enthusiasmus für das Projekt. Großer Dank gebührt Dieter Niemeyer für Informationen, die mein Wissen über den Azuritabbau in Wallerfangen wesentlich erweitert haben. Besonders danken möchte ich jedoch Wolfgang Kremer für sein sorgfältiges Korrekturlesen und seine hochgeschätzten Anmerkungen. Beides bestärkte mich in der Überzeugung, dass mir die Arbeit an dem vorliegenden Thema gelang und dass der Aufsatz für sich stehen kann. Zum Schluss habe ich noch Gernot Karge meine Wertschätzung auszudrücken für die entscheidenden Hinweise über "Schindlers vergessene Funde" und das klärende Gespräch über die wahren Hintergründe.</p>' +  
    '<img src="/tinc?key=291PC0JT">' + 
    '<a href="#" class="top_oben nurright">&nbsp;</a>' +
    '<br>' + 
    '</div>' + 
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    '';
    }
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